Entzündungen natürlich lindern: Weihrauch (Deep Dive)
Shownotes
Weihrauch steht seit Jahrhunderten für Schutz, Reinigung und Transzendenz. Der aufsteigende Rauch symbolisiert Verbindung, Festlichkeit und spirituelle Präsenz. Doch hinter dieser kulturellen Bedeutung verbirgt sich ein Naturstoff, der heute aus einem völlig anderen Grund wissenschaftlich relevant ist. Woraus besteht Weihrauch? Aus dem Harz verschiedener Boswellia-Bäume. Gewonnen aus der angeschnittenen Rinde, getrocknet und weiterverarbeitet, enthält es eine Gruppe bioaktiver Substanzen, die als Boswellia-Säuren bekannt sind. Diese Stoffe sind es, die Weihrauch aus biologischer Perspektive interessant machen.
In diesem HEALTH NERDS Deep Dive ordnen Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum die biochemischen Mechanismen von Weihrauch ein. Der Fokus liegt auf Entzündungsprozessen und hier insbesondere auf der sogenannten Leukotrien-Achse. Leukotriene sind entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems, die vor allem bei chronisch aktiven Entzündungen eine zentrale Rolle spielen. Boswellia-Säuren greifen genau an dieser Stelle regulierend ein und dämpfen Entzündungswege, die bei dauerhaft aktivierten Immunprozessen relevant sind.
Damit unterscheidet sich Weihrauch grundlegend von klassischen Entzündungshemmern wie Ibuprofen oder Diclofenac. Diese wirken primär über die Hemmung der Prostaglandin-Synthese und entfalten ihre Effekte vor allem bei akuten Entzündungen und Schmerzen. Weihrauch hingegen entfaltet seine Wirkung nicht sofort und nicht symptomorientiert, sondern setzt auf langfristige Modulation chronischer Entzündungsprozesse. Deshalb ist Weihrauch kein Akut-Schmerzmittel, kann aber bei bestimmten chronischen Krankheitsbildern eine ergänzende Rolle spielen. Mögliche Einsatzgebiete sind Kniegelenkarthrose, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, allergische Erkrankungen und Asthma. Wichtig dabei ist die Unterscheidung zwischen wissenschaftlich belegten Effekten und überzogenen Erwartungen. Denn: Entscheidend ist nicht der Name Weihrauch, sondern die Qualität des standardisierten Extrakts, die Konzentration der Boswellia-Säuren und eine ausreichend lange Einnahmedauer. Wie ist die aktuelle Studienlage? Gibt es nachweisbare Effekte gegenüber Placebo? Für wen ist Weihrauch geeignet? Und: Hat das Einatmen von Weihrauch in der Kirche nachweisbare Effekte auf unsere Gesundheit? HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.
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00:00:01: Kronische Entzündung, das heißt länger anhalten, nicht die klassischen Entzündungssymptome, aber eine Aktivität des Immunsystems.
00:00:07: und da spielen auch wieder verschiedene Entzündungsmediatoren, Entzündungsbodenstoffe eine wichtige Runde.
00:00:13: Und diese Boswelliasäuren setzen also genau dort an.
00:00:20: Artgerecht, Helfnerz, Deep Dive, Analyse und Fakten.
00:00:30: Weihrauch kennen wir alle aus der Kirche.
00:00:33: Er wird verwendet, um Gebet und Verehrung zu symbolisieren, um Räume zu reinigen und um die Verbindung zwischen Himmel und Erde sichtbar zu machen.
00:00:42: Der aufsteigende Rauch steht sinnbildlich für Gebete, die zu Gott empor steigen.
00:00:48: Weihrauch erd also den Altar, das Kreuz, das Evangelium und gilt seit Jahrhunderten als Zeichen von Festlichkeit, Schutz, und der Gegenwart Gottes.
00:00:58: Und jeder, der schon einmal in einer Kirche war, vor allem in den katholischen Kirchen, wo also mit Weihrauch gearbeitet wird, der kennt natürlich auch diesen typischen Weihrauchduft.
00:01:07: So, doch jenseits dieser Tiefen spirituellen Bedeutung steckt hinter Weihrauch auch ein hochinteressanter biologischer Wirkstoff.
00:01:14: Einer, der heute in der Medizin und auch in der Ernährungswissenschaft immer stärker in den Fokus rückt, vor allem wenn es um Entzündungen geht.
00:01:23: Und in diesem Health Nerds Deep Dive wollen wir uns Weihrauch also nicht symbolisch, sondern wissenschaftlich anschauen.
00:01:29: Wir wollen klären, welche Inhaltsstoffe im Weihrauch Wirken tatsächlich entzündungshemmend.
00:01:35: Wie sind sie in zentrale Entzündungsprozesse eingebunden oder greifen dort ein und warum diese Effekte nichts mit, na, ich sag mal, Salab-Räucherwerk, sondern mit präziser Biochemie zu tun haben.
00:01:46: Wir gucken uns also auch die Studienlage an und wir wollen schauen, wo unterscheidet sich Weihrauch von klassischen Entzündungshemmern.
00:01:54: Für wen kann es wirklich sinnvoll sein und wo sind seine klaren Grenzen?
00:01:58: Matthias Baum aus dem Health Nerds Wissenschaftsteam.
00:02:01: Matthias, du hast dich intensiv mit Weihrauch jetzt beschäftigt.
00:02:04: Gib uns mal einen ganz einfachen Einstieg.
00:02:06: Weihrauch.
00:02:06: Wir kennen diesen Begriff alle, aber ich glaube, wenn man jemanden fragt, wie sieht Weihrauch aus?
00:02:11: Was ist das für eine Pflanze?
00:02:12: Wo kommt die her?
00:02:13: Haben die meisten und ich gehöre dazu ein Fragezeichen.
00:02:16: Genau, dann lass uns doch ganz vorne einsteigen, weil es ist nicht, wie wir schon häufiger besprochen haben, eine Pflanze gesamt, sondern es gibt unterschiedliche Weihrauchbäume.
00:02:31: Und wir sprechen hier eigentlich von Boswellia.
00:02:34: Und hier geht es aber um das getrocknete Gummiharz, was quasi aus der angeschnittenen Rinde gewonnen wird und dann weiter verarbeitet wird.
00:02:43: Also die Bäume gehören zu der Gattung Boswellia und die Rinde wird angehitzt, man bekommt das milchige Harz, das wird getrocknet und dann eben, wie du es jetzt beschrieben hast, in der Kirche eingesetzt.
00:02:55: und der andere Weg ist es wirklich quasi phytotherapeutisch einzusetzen.
00:03:00: oder also in der pflanzlichen Heikunde ist es mit beheimatet und hat da auch eine längere Tradition.
00:03:06: So, siehst du, da ist schon der erste Aha-Effekt.
00:03:08: Also wenn ich hätte wetten sollen, hätte ich gesagt, das sind irgendwelche Blätter von irgendwelchen Sträuchern, die wahrscheinlich getrocknet und dann irgendwie verraucht werden.
00:03:16: Also das ist aus dem Harz sozusagen aus der Rinde gewonnen wird.
00:03:20: Aus diesem Gummiharzt, das ist doch schon mal hier ein sehr guter Einstieg.
00:03:23: So, jetzt wollen wir natürlich mal gucken.
00:03:24: Also biologisch betrachtet, was steckt denn in diesem Gummiharzt drin?
00:03:30: Welcher Stoff ist Das, wo die Wissenschaft sagt, das ist quasi der Wirkstoff.
00:03:35: Das ist etwas, was biochemisch im Körper eine Reaktion auslöst.
00:03:39: Also, man spricht hier quasi, was ist wirklich wirksamkeitsrelevant?
00:03:42: und vereinfacht ausgedrückt oder zusammengefasst, sind es unterschiedliche Säuren.
00:03:48: Man nennt sie Boswelliasäuren, kann man sich ungefähr vorstellen.
00:03:52: Und diese bioaktiven Substanzen ... sind dann im Einsatz, und jetzt verlassen wir mal das religiöse, spirituelle, hin zu, welche Auswirkungen hat es auf unterschiedliche Mechanismen im Körper?
00:04:06: Und da hast du es schon erwähnt.
00:04:08: Einer der wesentlichen Themen oder auch da, wo wir wirklich über Relevanz biochemisch sprechen oder biologisch sprechen, ist die Auswirkung auf die Entzündungskaskade.
00:04:19: Jetzt wissen wir Entzündung.
00:04:21: Taucht eben mal wieder als Thema auf.
00:04:23: Wir haben schon häufiger über Entzündung an sich auch gesprochen und gesagt eine akute Entzündung.
00:04:27: Also die Aktivität des angeborenen Immunsystems ganz zu Beginn, das ist sehr effektiv.
00:04:33: Aber effektiv heißt, es kostet auch viel Energie, aber es kann etwas bekämpft werden.
00:04:37: So eine akute Entzündung läuft ganz gezielt ab.
00:04:40: Es werden verschiedene Botenstoffe des Immunsystems produziert, die erst einen Entzündungsanstieg haben bis zu einer gewissen Plateauphase und dann ... verändert sich der Entzündungsprozess.
00:04:52: Am Ende ist er aber abgeschlossen, das ist der entscheidende Punkt.
00:04:56: Und dann kann Wohnteilung entstehen, also Gewebsregenerationen, je nachdem, wo eine Entzündung stattfindet.
00:05:02: Dann wissen wir doch, dass es etwas gibt, das nennt sich chronische Entzündung.
00:05:06: Das heißt, länger anhalten, nicht die klassischen Entzündungssymptome, aber eine Aktivität des Immunsystems.
00:05:11: Und da spielen auch wieder verschiedene Entzündungsmediatoren, Entzündungsbodenstoffe eine wichtige Rolle.
00:05:18: Und diese Boswelliasäuren setzen also genau dort an.
00:05:22: Und es gibt eine Gruppe, die wir zu diesen Entzündungsmediatoren hinzuzählen.
00:05:27: Und das sind die sogenannten Leukotrine, wer die noch nie gehört hat, hat sie jetzt das erste Mal gehört, also entzündungsförternde Mediatoren, Botenstoffe, die von Immunzellen produziert werden.
00:05:38: Insbesondere Mastzellen, über die haben wir auch schon häufiger gesprochen, die schütten auch gerne bei entzündlichen Prozessen Histamin aus.
00:05:45: Und hier setzt also Boswellia oder die Boswellia Soren an, dass die Leukotrienachse moduliert wird.
00:05:55: Das ist erstmal grundsätzlich der Mechanismus und dadurch Entzündungswege abgedämpft werden.
00:06:01: Und das funktioniert etwas anders als bei der akuten Entzündung.
00:06:04: Also wir brauchen sowohl die Leukotrine, es gibt aber noch andere.
00:06:06: Substanzen bei der Entzündung oder andere Mediatoren, so genannte Prosterklandine.
00:06:11: Und da setzen unsere bekannten Entzündungen und Schmerzmittel ein, Ibuprofen und die Klofenac beispielsweise als Wirkstoffe zu nennen.
00:06:20: Aber
00:06:20: was werdet ihr setzt an einer anderen Stelle an, der insbesondere wichtig ist bei chronisch-entzündlichen Prozessen.
00:06:25: Und von daher hat das hier eine gewisse erfahrungsmedizinische Perspektive, aber durchaus auch der Einsatz für verschiedene chronische Krankheitsbilder.
00:06:36: die mit chronischer Entzündung anhergehen.
00:06:38: Das heißt, wenn ich es richtig verstehe, würdest du sagen, dass Weihrauch oder die Wirkstoffe darin bei anderen Entzündungen besser funktionieren als beispielsweise klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diklofenac?
00:06:52: Genau, und die Folge hat mir ja schon mal gesagt, bei Schmerzmitteln ist, die wir als Schmerzmittel bezeichnen, es ist eigentlich ein Eingriff in die Entzündungskaskate.
00:07:02: Und das eines der Kardinalsymptome der Entzündung ist Schmerz.
00:07:06: Also hat die Schmerzreduktion etwas mit Entzündungsreduktion zu tun bei akuten Entzündungsphasen.
00:07:14: Und die Boswellia Soren oder Bayraure insgesamt setzt aber ... an einer anderen Stelle an, die gerade bei warbenden chronischen Entzündungen eine Rolle spielen, dauerhaft erhöhte Leukotrine, die quasi hiermit reduziert werden können.
00:07:30: Das ist quasi der Ansatzpunkt dabei.
00:07:32: Und es funktioniert auch nicht so, dass ich einmal Weihrauch einnehme, wie Symptomen orientiert, so ein Schmerzmittel beispielsweise, oder Entzündungshemma, also ein nicht-steroidales Anti-Rheumatikum.
00:07:44: Ich hab dann quasi nicht den direkten Einsatz, sondern brauche ... auch eine längerfristige Einnahme.
00:07:49: So werden die Studien auch mit angesetzt.
00:07:51: Das ist ein chronischer Prozess.
00:07:52: Und Weihrauch soll quasi, wenn sich das mit bestätigt, vielleicht auch Labordiagnostisch mit bestätigt, dann eingesetzt werden.
00:07:59: Das heißt, ich sage mal akute Schmerzen, ich habe mich verletzt, ich habe mir Nerven eingeklemmt, ich habe Zahnschmerzen plötzlich bekommen.
00:08:07: Dann sind die klassischen Schmerzmittel, die Klophenak, Iboprophäen und andere, die es gibt.
00:08:14: Wirken sehr schnell, gehen sehr gezielt gegen den Schmerz vor.
00:08:19: Und Weihrauch, wenn ich es richtig verstehe, ist also etwas eher vielleicht bei chronischen Schmerzen oder Schmerzen, die ich über einen längeren Zeitraum habe, bei Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum laufen, um dort langfristig einen positiven Effekt zu haben.
00:08:30: Genau.
00:08:31: Und im Rahmen, wo sich dann gegebenenfalls auch Schmerzen manifestieren, also Themen wie beispielsweise Kniegelenk, Arthrose.
00:08:41: Da wäre beispielsweise mit ein Einsatzgebiet.
00:08:44: Aber auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, bei rheumatischen Erkrankungen, bei allergischen Erkrankungen, insbesondere auch so Themen wie Asthma.
00:08:52: Und jetzt sagt
00:08:53: man,
00:08:54: vielleicht geht eine Allergie gar nicht unmittelbar mit Schmerzen einher.
00:08:57: Na
00:08:57: ja, es geht um Entzündungsregulation, gerade von chronischer Entzündung.
00:09:03: Und die beeinflussen dieser Leukotrine.
00:09:06: Und wie wir eben schon gesagt haben im allergischen Formkreis, wissen wir, okay, das war irgendwas mit Antikörpern auf der einen Seite und dann gerne Masszellen, die dann Histamin ausschütten und die Entzündung startet.
00:09:16: Wenn diese Botenstoffe natürlich reguliert werden können, dass die Masszellen nicht zu stark aktiviert werden, dann würden Symptome weniger stark auftreten.
00:09:23: Super.
00:09:23: Darmbeschwerden hast du gerade auch schon erwähnt.
00:09:26: Ist auch ein Thema, wenn man sich mit Weihrauch und Entzündungen beschäftigt, taucht der Darm und Darmbeschwerden immer relativ schnell auch auf.
00:09:35: Darmbarriere, systemische Entzündungsprozesse im Darm.
00:09:39: Lass uns da nochmal reinsoumen hier im Deep-Dive, nochmal genauer schauen.
00:09:42: Also das Thema Darm ist hier im Podcast immer ein großes Thema, Verdauung, Darmbarrieren.
00:09:47: Wie würdest du Weihrauch hier verstehen, wissenschaftlich?
00:09:50: Naja, es geht.
00:09:51: Nicht grundsätzlich um Verbesserung der Verdauung durch Weihrauch, sondern es geht explizit um entzündliche und chronisch-entzündliche Damerkrankungen.
00:10:01: Das ist auch nochmal zu unterscheiden von Reizdam-Syndromen beispielsweise.
00:10:06: So chronisch-entzündliche Damerkrankungen, namentlich genannt Morbus-Kronen.
00:10:11: Kulitis Ulzerosa beispielsweise, die sich unterscheiden, wo Entzündung stattfindet, ob nun mehr im Dickdarm oder in unterschiedlichen Darmabschnitten.
00:10:20: Das findet dann nämlich gerne bei Marmos Kronen statt, wo wir nicht hundertprozentig zuordnen können.
00:10:25: Kulitis Ulzerosa ist mehr im Dickdarm und dann auch aufsteigend.
00:10:30: Und es sind unterschiedliche Gewebschichten, die betroffen sind.
00:10:34: Gemeinsam, deswegen werden sie häufig so zusammengefasst, haben wir aber einen chronisch entzündlichen Prozess.
00:10:40: der einhergeht auch mit Verdauungsbeschwerden und Problemen, wie die Entzündung eben auch mitfolgen können, wie Blutungen, Gewebsveränderungen und so weiter und so fort.
00:10:53: Also ist der Gedanke, ah, wir haben einen chronischen entzündlichen Prozess, Weihrauch würde jetzt genau diese chronische Entzündungsachse, diese Leukotrienachse regulieren und damit bietet es einen möglichen zusätzlichen oder ergänzenden Ein Satz dabei.
00:11:09: Generell, die Studienlage, Matthias, wie gut würdest du sie einschätzen?
00:11:14: Es ist ein uralter Stoff, haben wir schon gesagt.
00:11:16: Seit vielen Hunderten, vielleicht sogar tausend Jahren, ist dieser Stoff im Einsatz eher in einem spirituellen Kontext.
00:11:22: Aber die moderne Wissenschaft, wie sehr hat man sich mit Weihrauch wirklich schon beschäftigt?
00:11:27: Gerade auf Entzündungsprozesse und auch Schmerzsituationen gibt es durchaus einige klinisch randomisierte Studien zu dem Thema.
00:11:36: die eine gewisse Anwendungsdauer haben, eben nicht nur ein paar Tage, einige Wochen.
00:11:41: Sehr lange Einnahmen werden quasi nicht mit untersucht.
00:11:45: Und die Ergebnisse, und jetzt kommt der entscheidende Punkt, den wir ganz häufig immer wieder haben.
00:11:50: Wir haben ein Naturprodukt und es geht um die Standardisierung des Extraktes.
00:11:54: Und wenn das gegeben ist, dann zeigt es sich doch klar Verbesserung der Schmerzen und der Funktion gegen über beispielsweise ein Placebo.
00:12:03: Gerade bei so Themen wie Kniegelenkartrose.
00:12:06: Ist ein Thema, was gerne mit dazu gehört.
00:12:08: Oder auch Auswirkungen auf Entzündungsmediatoren.
00:12:11: Aber wenn natürlich jetzt die Vorstellung ist, alles klar.
00:12:14: Ich kürze es mal so ein bisschen plakativ ab.
00:12:17: Jetzt kurz vor Weihnachten.
00:12:19: Ich habe Schmerzen im Knie, alles klar.
00:12:20: Ich gehe in die Kirche und atme mal ein bisschen mehr Weihrauch ein.
00:12:24: Das hat auch nichts mit Standardisierung zu tun.
00:12:26: Es hat auch nicht ... Ich erwähne das bewusst.
00:12:28: Jetzt könnt ihr euch vorstellen, es gibt viele Präparate auf dem Markt, aber wir brauchen am Ende in der Qualität einen Nachweis.
00:12:35: Wer sich damit beschäftigt, wird gerne viel zusammengemischt.
00:12:39: Oder ich hab kein reines Extrakt.
00:12:41: Und die Boswelliasäuren sind dann auch zu gering in der Konzentration.
00:12:46: Und dann nehm ich etwas, was auch keinen Effekt zeigen wird.
00:12:50: Und jetzt ist Weihrauch nicht die eine alleinige Wunderwaffe.
00:12:54: Aber wenn es funktionieren soll, dann ist auch der Blick auf Dosierung und Qualität ganz entscheidend.
00:12:59: Das heißt, man nimmt es standardmäßig als Kapsel ein?
00:13:03: Oder was gibt es für Darrechnungsform?
00:13:05: Ja, das ist typischerweise, was ich dazu auch kenne, Kapseln.
00:13:09: Vielleicht auch in Tablettenform.
00:13:11: Aber jetzt nicht typischerweise irgendwie als Pulver.
00:13:14: Mir zumindest nicht bekannt.
00:13:15: Und dann ist die Einnahme auch nicht nur ein Einnahmezeitpunkt, sondern häufig mehrfach über den Tag.
00:13:22: Und wie eben schon erwähnt, der Wirkmechanismus funktioniert nicht wie bei nicht-stereodalen Antiromatika.
00:13:28: Ich nehme das einmal ein und die Schmerzen werden weniger, kommen dann auch wieder.
00:13:33: Weil quasi ein nicht-stereodales Antiromatikum, die Prosterklandin, ist ein anderer Zweig der Entzündungsbotenstoffe.
00:13:41: gehemmt wird, weil Enzyme dadurch gehemmt werden, dass die überhaupt gebildet werden können.
00:13:46: Dann wirkt es sehr schnell, aber die Halbwertszeit, das kennen dann viele, die häufiger dann Schmerzmittel einnehmen müssen aufgrund von wirklich starken Schmerzen, dass die Halbwertszeit nicht ewig dauert.
00:13:56: Und ein paar Stunden später, drei, vier, fünf, sechs Stunden später, nehmen die Schmerzen wieder zu, weil das Immunsystem ja immer noch aktiv ist und immer noch jetzt wieder neue Entzündungsmediatoren produziert werden sollen.
00:14:09: Und bei Weihrauch ... kann der Effekt, es gibt vielleicht auch schnellere Effekte, die in wenigen Tagen bis zu Wochen eintreten können, aber eigentlich brauchen wir schon eine längere Einnahmedauer über mehrere Wochen hinweg.
00:14:23: Und dann haben wir durchaus begleitend gute Effekte mit dabei.
00:14:27: Und das Einatmen, du hast es gerade wahrscheinlich eher als Spaß gemeint, quasi den Rauch zu inhalieren.
00:14:33: Das ist definitiv nicht die Form wie...
00:14:35: Ja, und ich habe das als Spaß gesagt.
00:14:39: angedeutet oder plakativ gesagt, das ist so ein typischer Weg von nur weil irgendwo Meira auch draufsteht oder drin ist.
00:14:47: Und wenn das auch eine religiöse, spirituelle Komponente hat, ist das für die Menschen, die das möchten, wunderbar.
00:14:54: Aber es hat da natürlich keinen therapeutischen Effekt oder einen ernährungsphysiologischen Effekt oder einen medizinischen Effekt, wie man es dann auch immer einordnen möchte.
00:15:02: Und im Kontext von chronisch entzündlichen Prozessen ist Weihrauch durchaus eine Ergänzung, die man sicherlich auch noch mal mit Arzt und Therapeuten besprechen
00:15:10: kann.
00:15:11: Wäre sonst auch mal spannend zu untersuchen, ob alle Priester und Pfarrer in den Kirchen, die sollten ja dann alle keine Knieschmerzen haben, wenn das also auch übers Einatmen funktionieren würde.
00:15:22: Nein.
00:15:22: Also jetzt zurück zur Wissenschaft.
00:15:24: Lass uns einmal noch mal schauen, Matthias, für wen kann tatsächlich Weihrauch eine sinnvolle Alternative sein.
00:15:31: Du hast schon ein paar Krankheitsbilder genannt.
00:15:34: Aber vielleicht auch nochmal, ist es eher für ältere Menschen, ist es für jüngere Leute gedacht, ist es für Menschen gedacht mit viel Bewegung.
00:15:42: Sportler beispielsweise, die es auch eine hohe Beanspruchung ihres Skelettsystems durchaus haben.
00:15:47: Wer, würdest du sagen, kann sich mit dem Thema Weihrauch tatsächlich mal beschäftigen?
00:15:52: Also,
00:15:52: wie erwähnt, würde ich erstmal Indikationsbezogen vorgehen.
00:15:56: Arthose.
00:15:57: Kniegelenk ist so eines der häufigsten größeren Gelenke, die von Arthrose befallen sind und die dann auch gegebenenfalls reaktiv sind und mit Entzündungsprozessen einhergehen.
00:16:07: Chronisch-entzündliche Darmerkrankung und Asthma, aber hier nochmal die Erwähnung.
00:16:11: Ich habe es zwar schon angedeutet, nicht im Kontext der Schmerzreduktion, sondern wenn erkannt wird, dass der chronischen zündliche Prozess, also eine Art Leukotin getriggerte Asthma-Reaktion besteht, dann kann das ein begleitender Einsatz mit dabei sein.
00:16:26: Man kann auch grundsätzlich systemischer schauen, wenn man herausfindet, das Immunsystem ist aktiv, kann ja viele Aspekte der Mediatoren auch
00:16:34: bestimmen,
00:16:35: dann gibt es gegebenenfalls hier genau die richtigen Indikationen.
00:16:39: Aber... Ich würde den Einsatz wirklich empfehlen, auch unter Rücksprache mit den behandelnden Arzt und Therapeuten, ob das jetzt eine sinnvolle Ergänzung ist.
00:16:49: Also ich würde es auch nicht pauschal für alle freigeben, aber hier finden wir eigentlich so die Hauptanwendungspunkte.
00:16:55: Weihrauch.
00:16:56: Hinter der tiefen spirituellen Bedeutung steckt also ein hochinteressanter biologischer Wirkstoff, gut untersucht, mit belegbarer Wirkung auf einem chronische Schmerzen nicht als akut Schmerzmittel zu verstehen, aber durchaus als eine Hilfe bei dauerhaften Schmerzen in Kniegelenken, aber auch im Darmbereich beispielsweise.
00:17:18: Die wichtigsten Fragen zu Weihrauch hier im Health Nerds Deep Dive.
00:17:21: Matthias, vielen
00:17:35: Dank.
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