Dein Gehirn will keine Ziele – es will überleben: Zielsetzung evolutionär verstehen

Shownotes

„Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, Ziele zu verfolgen. Es ist dafür gemacht, zu überleben.“ Mit diesem Perspektivwechsel startet die erste HEALTH NERDS Folge des neuen Jahres. Denn wenn Neujahrsvorsätze scheitern, liegt das selten an mangelnder Disziplin. Viel häufiger kollidieren sie mit einem biologischen System, das Sicherheit, Energie und Vorhersagbarkeit höher priorisiert als Fortschritt.

In dieser Folge HEALTH NERDS sprechen Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum darüber, warum Vorsätze aus neurobiologischer Sicht so oft ins Leere laufen. Abnehmen, mehr Bewegung oder weniger Stress scheitern nicht am Wissen, sondern daran, dass unser Gehirn Veränderung zunächst als Risiko bewertet – vor allem, wenn Ziele abstrakt, radikal oder weit entfernt sind.

Im Zentrum steht ein entscheidender Gedanke: Unser Gehirn sucht keinen Neustart, sondern einen Reset. Nicht Motivation ist der Hebel, sondern Entlastung. Schlaf, Stresslevel, Energiezustand und Struktur entscheiden darüber, ob Veränderung zugelassen oder blockiert wird.

Statt großer Zielzustände rücken deshalb kleine, konkrete Handlungen in den Fokus. Feste Zeiten, überschaubare Schritte und schnelle Rückmeldung signalisieren Sicherheit. So entstehen Routinen, die deutlich weniger Willenskraft brauchen – Motivation wird überflüssig, weil Verhalten automatisch wird.

Besonders deutlich zeigt sich das beim Thema Gewichtsreduktion: Nicht Verbote oder radikale Pläne führen zum Erfolg, sondern das gezielte Zurücksetzen einzelner Stellschrauben – etwa beim Essrhythmus, Snacken oder der Alltagsbewegung. Ein Reset auf Handlungsebene, der dem System erlaubt, sich neu zu stabilisieren.

Eine Folge über realistische Veränderung jenseits von Perfektionsdruck – und darüber, warum echter Fortschritt nicht am 1. Januar beginnt, sondern mit dem nächsten machbaren Schritt.

HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.

Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.

Transkript anzeigen

00:00:01: Wenn ich die Veränderungen erzeugen möchte, das sind Handlungen, die messbar sind, die Klagetime sind, die automatisierbar sind, die ich mit etwas Belohnungsnamen kombiniere, das was auch immer für mich gut.

00:00:12: funktionieren kann, so kann ich es schaffen, viel eher in den Routinen zu bleiben.

00:00:16: Und seht diesen Jahresanfang nicht als ein zu großes Thema, das ist nämlich auch etwas so.

00:00:22: Das kann man für alle, die die Episode jetzt nicht zu Beginn des Jahres hören, jeden

00:00:26: Tag machen.

00:00:40: Das Jahr ist noch jung, an die Zahl muss man sich noch gewöhnen.

00:00:43: Leute, hier sind die Health Nerds Folge eins im neuen Jahr.

00:00:46: Wir hoffen, ihr seid alle wunderbar, fulminant und gut ins neue Jahr gestartet.

00:00:50: Wünschen euch ein glückliches, ein gesundes, vor allem neues Jahr.

00:00:53: Denn, Matthias, wir haben gerade auch schon privat drüber gesprochen am Ende.

00:00:57: Die Gesundheit steht über allem.

00:00:59: Und wenn uns die genommen wird, dann merken wir erst, wie unwichtig viele andere Themen im Leben sind.

00:01:04: Insofern das Wichtigste, was wir euch wünschen können, ist Gesundheit und natürlich Glück.

00:01:08: und eine gute Zeit auch in eurem sozialen Umfeld mit euren Partnern oder mit eurer Familie.

00:01:15: Wir wollen heute in dieser Folge über ein, wie ich finde, hoch spannendes Thema sprechen.

00:01:19: Denn jedes Jahr im Januar setzen sich Millionen Menschen neue Ziele abnehmen.

00:01:26: Fitter werden, gesünder essen, weniger Stress, vielleicht auch mehr Geld verdienen, häufiger in den Urlaub fahren, einen besseren Job finden.

00:01:34: Und jedes Jahr scheitert ein Großteil an diesen Zielen oft schon nach wenigen Tagen oder Wochen.

00:01:40: Woran liegt das?

00:01:41: Das Problem ist häufig gar nicht die mangelnde Disziplin oder das fehlende Wissen, wie ich das umsetze.

00:01:48: Das Problem sitzt häufig tiefer.

00:01:50: Unser Gehirn ist nicht dafür gemacht, Ziele zu verfolgen.

00:01:55: Es ist dafür gemacht, zu überleben.

00:01:58: Also Sicherheit, Energieverfügbarkeit und Vorhersagbarkeit, die stehen evolutionär über allem und eben nicht Fortschritt, Optimierung und schon gar nicht langfristige Pläne oder irgendwelche Ziele.

00:02:12: In dieser Health & Health Folge wollen wir also genau auf evolutionäre Zielsetzung schauen.

00:02:17: Wir wollen euch erklären, warum gute Vorsätze so oft scheitern, warum unser Gehirn Veränderung eben als Risiko interpretiert und was das für Themen wie Abnehmen, Ernährung, Bewegung oder Stress bedeuten kann.

00:02:29: Vor allem geht es um die zentrale Frage und das ist das Learning am Ende aus dieser Folge.

00:02:34: Wie müssen Ziele aussehen, damit sie nicht gegen unser Gehirn arbeiten, sondern mit ihm?

00:02:41: Es ist vielleicht eine Frage der Perspektive.

00:02:42: Ich bin sehr gespannt.

00:02:43: Matthias Baumister, unser Gesundheitswissenschaftler.

00:02:45: Matthias, jetzt auch noch mal hier hochoffiziell ein schönes, gesundes, glückliches neues Jahr für dich.

00:02:50: Hallo Felix, ich freue mich auch in diesem Jahr mit dabei zu sein.

00:02:53: Na klar.

00:02:54: Auch an dich ein frohes neues Jahr und an alle, die uns doch zahlreich und regelmäßig zuhören.

00:02:59: Matthias, bevor wir jetzt direkt reinsteigen, lass uns einmal über deine persönlichen Ziele sprechen.

00:03:04: Hast du Ziele dir gesetzt und wie ist deine Bilanz beim Ziele setzen?

00:03:10: Ziehst du durch oder arbeitet dein Gehirn auch hart gegen

00:03:13: dich?

00:03:13: Ne, ich fange mal so rum an.

00:03:15: Ja, auf jeden Fall habe ich Ziele, auch auf unterschiedlichen... Ebenen können wir vielleicht später noch mal drauf eingehen.

00:03:21: Ich will das gar nicht im Detail konkretisieren.

00:03:24: Aber keine Sorge, ich will nicht noch einen neuen Podcast mit dazunehmen als neues Ziel für dieses Jahr.

00:03:30: Aber was ich schon sehe ist, für mich in meiner Planung und in meiner Vorstellung, ich habe so ein übergeordnetes, ich nenn's mal eine Art Langzeitziel, worauf ich hin arbeite, was wie wir heute lernen werden, für das Gehirn auch gar nicht so einfach ist.

00:03:45: Aber wie ich es hinbekomme, auch mir gesteckte Ziele umzusetzen, indem wir die Perspektive darauf etwas verändern.

00:03:53: Und das heißt nicht, weder Gewichtsreduktion noch Gewichtszunahme steht bei mir gerade an oberster Stelle.

00:04:01: Aber ich will natürlich dem Thema Routinenaufbau weitergehen.

00:04:04: Das heißt, ich habe mir am Ende des Jahres und am Anfang des Jahres jetzt und ganz abgeschlossen bin ich noch nicht.

00:04:11: Das zieht sich noch ein paar Tage hin.

00:04:12: Versuche ich einen Ziele mir vorzustellen und bereche das runter auf Ziele, die dann auch gut funktionieren und meine Routinen mitfördern.

00:04:20: Das ist unter anderem natürlich sportliche Aktivität.

00:04:23: Und auch bei mir ehrlicherweise so ein Thema rund um Entspannung und Stressregulation.

00:04:31: Auch da bin ich manchmal ein bisschen ... weniger gut drin.

00:04:36: Wieso, wie ich es mir ganz gerne vorstellen würde.

00:04:39: Also habe ich mir kleinere Aufgaben gepackt, die ich jetzt versuchen werde, gezielt umzusetzen.

00:04:44: Und dann natürlich nach einem Jahr auch wieder Bilanz zu ziehen, das finde ich auch immer wichtig.

00:04:48: Das haben wir am Ende des Jahres nicht nochmal mit erwähnt, aber dass man quasi auch das vergangene Jahr retrospectiv auch wirklich nochmal durchgeht und schaut von denen, was ich mir am letzten Jahr gesetzt habe, was ist davon eigentlich wie ... Passiert und umgesetzt worden und dann spielt ja das Leben zwischendrin immer noch mal mit und es kommen neue dinge mit hinzu.

00:05:06: Definitiv also ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, dass ich nichts mehr aufschieben will.

00:05:11: Ja also ich werde auch definitiv morgen direkt damit anfangen.

00:05:15: Das ist der Plan.

00:05:16: Nein, Spaß also.

00:05:17: Klassiker.

00:05:19: Klassiker.

00:05:19: Es ist der Klassiker und wir gucken uns gleich mal an warum das auch genau so ist und warum das wie du schon schön gesagt hast.

00:05:26: Das gilt jetzt für alle hier nicht an mangelnder Disziplin liegt, sondern eher der Perspektive darauf und vielleicht die falsche Informationen über die wir nachdenken und unser Gehirn bekommt.

00:05:39: Und das kann man, glaube ich, ganz gut umgehen.

00:05:41: Ja, es ist also schon interessant, dass unser Gehirn eben doch häufig ganz anders funktioniert, als wir vielleicht meinen oder als es uns selber ja am Ende irgendwie vielleicht auch vorgaukelt.

00:05:50: Trotzdem, glaube ich, ist es gut, eben diese Mechanismen zu kennen und sie auch nicht nur zu verwenden als Ausrede, dass es eben mal wieder nicht geklappt hat, sondern dass wir dieses Wissen vielleicht nutzen können, um tatsächlich Dinge, die wir uns vornehmen, effektiv anzugehen und wirklich eine Veränderung dauerhaft herbeizuführen.

00:06:07: Jetzt lass uns nochmal auf die Grundannahme schauen.

00:06:10: Noch mal ganz vorne starten.

00:06:11: Also wenn wir evolutionär beginnen.

00:06:14: Wofür ist das menschliche Gehirn primär gebaut?

00:06:18: Und warum stehen eben Zielverfolgung und langfristige Ziele, langfristige Planung nicht im Vordergrund unseres Gehirns?

00:06:26: Wir haben die Vorstellung bei dem Gehirn häufig, dass wir Menschen so einzigartig sind, weil wir so ein tolles Gehirn haben, was so viele Funktionen erfüllen kann.

00:06:37: das Gehirn selbst runtergebrochen, versucht, was zu tun, du hast das Eingangs schon erwähnt.

00:06:44: Es geht um immer wieder das Thema Energie- und Energieverteilung und Sicherheit.

00:06:51: Und mich quasi durch umweltbedingte Reize, also etwas, was von außen kommt oder in meinem Körper auch registriert wird, was mich aus meinem Gleichgewicht herausbringt, das wieder versuchen, ausgleichen zu wollen.

00:07:06: Das ist die Aufgabe des Gehirns auch evolutionär vielleicht grundsätzlich.

00:07:09: Und nicht nur bei Homo sapiens.

00:07:10: Wir haben halt Neigen dazu, einen sehr großen prefrontalen Cortex zu haben, der auch super spannend ist.

00:07:16: Vor allen Dingen, wenn wir über diese Zielfragestellung sprechen.

00:07:19: Und das ist der zweite Teil deiner Frage daran auch, dass wir durchaus viel mit Zielen zu tun haben.

00:07:26: Das Gehirn generiert fortlaufende Ziele.

00:07:30: Aber und das ist der große Unterschied.

00:07:31: Sie sind nicht abstrakt, sondern das dynamische Mittel, zur Befriedigung des physiologischen oder sozialen Bedürfnisses, um überleben zu können.

00:07:41: Und wenn wir es evolutionell betrachten, auch für die Fitness quasi dann auch dementsprechend zu maximieren.

00:07:46: Und was das bedeutet, heißt, um das mal konkret zu machen, Hunger ist sehr proximal, also sehr nah dran.

00:07:55: Den hab ich jetzt.

00:07:56: Und jetzt find ich dafür eine Lösung.

00:07:59: Ich setze mir ein Ziel.

00:08:02: Evolutionell würde man vielleicht noch eher sagen, ich jage los.

00:08:05: oder suche etwas, sammel etwas, fische etwas, was auch immer.

00:08:09: Aber ich werde mir ein Ziel setzen.

00:08:11: Und das passiert kontinuierlich.

00:08:14: Das Ziel ist aber, und das ist der Unterschied, kein Selbstzweck, sondern quasi so eine operative Steuerungsgröße innerhalb dessen, was ... Ich gerade brauche und wie ich das Thema gelöst bekomme, um immer wieder ins Gleichgewicht zu kommen energetisch.

00:08:29: Und energetisch gar nicht in der Stelle spirituell gedacht, gehört zwar auch mit dazu, aber dass ich genügend Energie zur Verfügung habe und auf dieser Sicherheitsebene wieder zurechtkomme.

00:08:38: Es gibt kurze Stressmomente, es gibt Motivation, auch Neurotransmitter getrieben durch Dopamin, ein Ziel zu erreichen, Lösung gefunden.

00:08:50: Stabilisierung.

00:08:51: Und da

00:08:52: spielen Ziele durchaus eine Rolle, wobei sie häufig nicht so benannt werden.

00:08:56: Und wenn wir jetzt über unsere Jahresziele sprechen, also ich habe gerade schon versucht, das genauso anzudeuten, dass ich eben nicht ein Ziel mir vornehme, was in A in weiter Ferne ist und sehr abstrakt ist und vom Gehirn vielleicht anders verarbeitet wird.

00:09:12: und wegnehmen Ziele sind, also sowas wie ... Ich will das nicht mehr essen, ich will keinen Alkohol mehr trinken, ich will nicht mehr rauchen.

00:09:21: Erst mal dreht das Gehirn das gerne auch um, denkt dann ganz viel über rauchen Alkohol und bestimmte Lebensmittel nach oder viel Essen nach, was auch wieder Stress mit auslöst.

00:09:30: Und wegnehmen funktioniert nicht so gut wie etwas hinzugeben.

00:09:35: Und anstatt sich das Ziel vor Augen zu führen, ist die Maßnahme, die mich dahin führt, die ich realistisch ... Und zeitlich, also getimt quasi, messbar in meinen Alltag integrieren kann eigentlich das, wo wir darauf hinaus müssen.

00:09:51: Das heißt, und das ist ja auch irgendwie logisch, unser Gehirn priorisiert das, was wir wirklich zum Überleben brauchen, was uns also mit Energie, sprich, Nahrung versorgt, höher.

00:10:04: Auch das Thema Sicherheit, dass mir nichts passiert, dass ich mich irgendwie nicht verletze, dass ich mich nicht in Gefahr bringe, wird höher priorisiert.

00:10:12: Und natürlich auch das Thema Planbarkeit, Gewohnheit.

00:10:15: Also, wo finde ich vielleicht zuverlässig, Nahrungsquellen, Wasserquellen?

00:10:20: Das hat eine höhere Priorisierung als Selbstoptimierung, Fortschritt, Ziele irgendwo, die Fuß in der Zukunft.

00:10:28: Ich könnte ja vielleicht mal das und das machen.

00:10:30: Habe ich das richtig verstanden?

00:10:32: Genau.

00:10:32: Und ich würde es bildlich nochmal zu.

00:10:34: der grundlegende Unterschied.

00:10:36: Die Ziele, die wir uns... Im Gehirn permanent setzen sind Zustands abhängig.

00:10:41: Du hast gerade gesagt, Hunger, Bedrohung, Erschöpfung.

00:10:44: Sie sind kontextsensitiv, also bezogen auf Umgebung riesigen soziale Signale und auch wertbasiert.

00:10:52: Und jetzt kommt ein entscheidender Unterschied.

00:10:53: Wir setzen uns hin, weil man das ja so macht am Anfang des Jahres oder zum Ende des Jahres hin.

00:10:58: Vielleicht haben schon einige angefangen und schreiben sich wild irgendwie eine Liste auf mit Sachen, die sie als Ziele definieren.

00:11:05: Und was ist das?

00:11:06: Es ist ein... Top-Down-Ziel.

00:11:08: Ich denke hier oben, in diesem großen Denkerparat, mache ich mir dazu Gedanken, vielleicht kommt die eine oder andere Person noch mit ein paar Techniken darauf, das emotional noch mal mit abzuprüfen und sich vorzustellen.

00:11:20: Vielleicht sind einige Geübterinnen sich die Lösung oder das Erreichen des Ziels schon vorzustellen und wie sich das dann anfühlt.

00:11:27: Das sind durchaus gute Techniken, aber es ist Top-Down.

00:11:31: Und die Zielsetzung findet aber eigentlich andersrum.

00:11:33: Bottom-Abstatt, also von unten nach oben.

00:11:36: Also außenreiz, hier wird Hunger registriert.

00:11:39: Ich baue mir ein Ziel.

00:11:40: Hier ist eine Bedrohung.

00:11:42: Ich mache jetzt ein Ziel.

00:11:43: Und dann ist die Motivation, dieses Ziel zu erreichen, auch relativ hoch.

00:11:47: Es muss nicht immer lebensgefährlich sein.

00:11:49: Bitte versteht mich da nicht falsch.

00:11:51: Aber es muss natürlich am Ende in der Abwägung, Vorteil, Nachteilsabwägung bei der Umsetzung und Kosten nutzen, ein klares Ergebnis liegen, wenn ich das dann mache.

00:12:04: dass es einen Nutzen bringt und dann werde ich das auch tun.

00:12:07: Und das ist bei diesen Beispielen natürlich deutlich naheliegender, aber je abstrakter irgendein Ziel geworden ist, wo sich Menschen auch immer mit beschäftigen.

00:12:16: Wir haben das schon mal aufgeführt, so statistisch gesehen, was ist dann am häufigsten?

00:12:20: Mehr Geld und häufiger ins Fitnessstudio gehen und abnehmen wollen und unter die typische Liste.

00:12:26: Aber es geht wieder der Funktionsweise unseres Gehirns.

00:12:30: Und es müsste quasi der Reiz dann mit ... von außen, also von unten nach oben, kommen, damit ein Ziel kurzfristig auch umgesetzt werden kann.

00:12:39: So, jetzt gucken wir nochmal auf die Ziele, die wir uns in diesen Tagen alle setzen.

00:12:44: Was sind Matthias mit diesen Erkenntnissen?

00:12:47: Was sind also aus biologischer Sicht die größten Fehler, die wir beim Setzen von Neujahrsvorsätzen machen?

00:12:55: Wie gehen wir das Thema falsch an?

00:12:58: Also vielleicht das erste fängt schon damit mit der zeitlichen Orientierung an.

00:13:03: Natürlich gibt es Jahreszeiten, die auch in uns mit verankert sein können.

00:13:07: Es gibt Zyklen gar keine Frage.

00:13:09: Aber so dieses Thema, jetzt ist Januar, jetzt muss ich das machen.

00:13:12: Das ist und für viele schon der erste zusätzliche Stressor, der mit hinzukommt.

00:13:18: Der nächste Punkt, der mit dazu gehört, die abstrakte Zielzukunft, die dann auch nicht näher betrachtet wird.

00:13:25: Und das Gehirn gar nicht weiß, was es damit anfangen soll.

00:13:29: dann das langfristige Optimierungsprojekt sehr nahe an sich ran zu ziehen.

00:13:35: und dann passt das mit der Kostennutzenabhängung nicht.

00:13:37: Und relevante sind natürlich eigentlich für das Gehirn, wie kann ich hier bei dem Ganzen irgendwie Energie sparen, sodass ich nicht alles immer wieder neu aufrollen muss, wie kann ich Gefahren vermeiden, wird soziale Zugehörigkeit gesichert und kann ein unmittelbares oder zumindest mittelbares Bedürfnis dadurch befriedigt werden.

00:13:55: Das zeigt quasi wie unser Gehirn eher das Überlebensorganis als ein Ziel-Erreichungsorgan, gerade bei diesen ganz großen Themen mit dabei.

00:14:05: Wenn wir dann auf die typischen Themen wie weniger Essen, mehr Sport machen, früh aufstehen, disziplinierter sein beziehen, dann interpretiert das Gehirn das eher als Energieverlust, Kontrollverlust und potenzielle

00:14:17: Gefahr.

00:14:18: Das heißt, Gewohnheiten sind aus Sicht unseres Gehirns einfach deutlich attraktivere Ziele.

00:14:25: als Dinge, wo es wirklich um eine nachhaltige, längere Veränderung geht, mit einem Fragezeichen, mit einem offenen Ausgang.

00:14:31: Mhm.

00:14:32: Und Gewohnheiten.

00:14:33: Also ich sage, es gibt ja keinen Denkverbot an der Stelle.

00:14:36: Ich kann mir hier erzählen, das, was ich auch versuche, für mich auch längerfristig möchte, das für mich auch durchgehen.

00:14:42: Aber runtergebrochen kann dann nicht nur vor meinem inneren Auge entstehen, wie ich mir das dann vorstelle, weil das ist völlig abstrakt dabei.

00:14:52: So, das heißt, wie du gerade gesagt hast, Gewohnheiten oder Routinenaufbau, welchen Vorteil bringt das mit sich?

00:14:59: Wenn ich also nicht sage, abstraktes Ziel, du hast das Eingangs eben so schön gesagt, deswegen muss ich so etwas schmunzeln, das haben die Leute natürlich nicht gesehen, mehr Gesundheit.

00:15:08: Er ist ein total abstrakt, also ich glaube, was heißt das dann?

00:15:13: Und wenn ich das aber runterbreche, und das ist vielleicht schon ein Beispiel und sage, ich möchte fünfmal die Woche dreißig Minuten einen Spaziergang machen oder walken gehen oder joggen gehen oder laufen gehen oder Fahrrad fahren oder wie setzt da irgendetwas ein, was für dich passt?

00:15:28: Immer um achtzehn Uhr.

00:15:29: So, was passiert jetzt?

00:15:31: Ich hab eine sehr große Regelmäßigkeit, die ich damit beginnen kann.

00:15:35: Das ist eine sehr klar definierte Aufgabe, die ich mache.

00:15:38: Und sie ist auch ein bisschen losgelöst von so einem abstrakteren Thema, wie mehr Gesundheit.

00:15:43: Weil das, was an Effekten daraus entsteht, Und jetzt geht es eben nicht um mehr Gesundheit jetzt damit zu erreichen, sondern es geht darum, wie fühlt sich das dann in der Reflexion nach diesen dreißig Minuten Spaziergang an?

00:15:55: Und wie war das vorher, als ich das nicht gemacht habe?

00:15:58: Das kann man beim ersten Mal machen, beim zweiten Mal machen.

00:16:00: Und wenn man also mit solchen kleineren Steps auch dran bleibt, auch so, ich gehe jetzt dreimal die Woche ins Fitnessstudio, das kann ja alles sein.

00:16:08: Die einen würden sagen, ich gehe kurz aufs Aufbahn und dann in die Sauna.

00:16:12: Und die anderen sagen, ich möchte ein Krafttraining machen.

00:16:14: Also, wenn dann sehr konkret das Ganze zu benennen.

00:16:18: Und dann geht das über in eine Routine.

00:16:22: Und die Routine hat den Vorteil für das Gehirn konzertlich.

00:16:25: Es ist da und es braucht nicht viel Überlegung und nochmal Abwägen, Kosten, Nutzenabwägung.

00:16:32: Es wird dann einfach gemacht und umgesetzt.

00:16:35: Und es sind andere Hirnariate.

00:16:36: Es muss nicht mehr strategisch viel entschieden werden, viel ... Energie in den kognitiven Prozess gesetzt werden, emotionale Abwägungen und so weiter, sondern ist dann eher auch von tiefer liegenden Strukturen wie ein Automatismus.

00:16:48: Das haben wir an ganz vielen Stellen und auch hier ist das eine Aufgabe des Gehirns, eigentlich immer zu versuchen, in solche Automatismen reinzukommen, weil am Ende ist es günstiger.

00:16:58: Mega.

00:16:59: Sehr gut erklärt.

00:17:01: Ich habe eingangs auch gesagt, Motivation ist neurobiologisch gesehen, auch ein eher unzuverlässiger Antrieb für langfristige Veränderungen.

00:17:09: Also dieses, du schaffst das, ich zieh es durch, diesmal breche ich nicht ab, ich mach es einfach, just do it.

00:17:18: Warum ist das so?

00:17:18: Warum ist das neurobiologisch gesehen auch eher die falsche Strategie?

00:17:24: Das ist mal der wesentliche Punkt.

00:17:27: schon mal, wenn wir uns der Frage einmal nachgehen, was ist dann Motivation überhaupt?

00:17:32: Und hier die klare Unterscheidung, Auch wenn wir von motivationalen Systemen sprechen, das bezieht sich aber eher auf Hirnarealstrukturen, ist aber Motivation selbst ein neurobiologischer Zustand und kein eigenes System für sich und es ist ein akuter Aktivierungszustand.

00:17:51: Noch mal simple, evolutionäre Beispiele, was motiviert mich vor einer Gefahr wegzulaufen oder mich für den Kampf zu entscheiden.

00:18:00: bei Hunger mehr etwas zu sorgen, bei sozialer Isolation mehr soziale Kontakte zu sorgen, der Neugierde für etwas Weiteres auch nachzugehen, aus einer Bottom-up, also einem Reiz, der von außen kommt, der mich dann letztendlich dazu bewegt, das zu tun.

00:18:14: Das heißt schon mal, der Scone-Prinzip von Motivation selbst, per Definition, kann es schon gar nicht nachhaltig sein.

00:18:22: Das heißt, die Dopaminausschüttung kommt auf die Veränderung Und die Wiederholung wird nicht mehr Motivation oder Dopaminausschüttung an der Stelle erzeugen.

00:18:34: Wenn ich die Wiederholung für unsere Ziel-Umformulierungsthemen, das ist die Wiederholung wichtig, weil das Energie effizienter am Ende des Tages ist, dann brauche ich auch gar nicht so viel motivationalen Reiz mit dazu.

00:18:46: Aber wenn ich über Motivation spreche, dann brauche ich nach der Aktivierung auch zügig irgendwann eine Form der Belohnung.

00:18:53: Kosten-Nutzen-Abwägung.

00:18:54: Es motiviert mich etwas, dann mache ich das einmal, dann fühlt sich das gut an.

00:18:58: Und das kennen dann viele auch, dass sie sagen, du hast eben auch eingangs gesagt, es schaltet nicht am Wissen über die Themen.

00:19:05: Die meisten Menschen, die ich kenne und sagen, ich komme an den Stellen nicht weiter, sagen auch, ja, ich weiß, wenn ich dann Sport mache, dann fühlt sich das immer gut an.

00:19:13: Und trotzdem ist es so, dass ich es dann tendenziell eher aufschiebe, Kosten-Nutzen, zeigt mir das in dem Moment.

00:19:20: eben noch nicht so eindeutig.

00:19:22: Aber wenn ich etwas tue, mit einer dann auch Motivation und Dopamin gesteuerten Aktivität, und am Ende kommt dafür eine Belohnung, dann habe ich ein Bedürfnis und eine darauf folgende Belohnung, weil ich das dann quasi so umgesetzt habe.

00:19:36: Wenn ich abstrakt dann irgendwie unterwegs bin, wird das nicht aufkommen.

00:19:41: Und die Vorstellung, wie du es eben gesagt hast, mich damit selbst anzutreiben, ich motiviere mich mal mit dazu.

00:19:46: Das hat nichts damit zu tun, dass das motivationale System Also die Hirnareale, damit besser angesteuert werden würden, das könnten wir dann eher wieder anders runterbrechen.

00:19:56: Wenn jemand für sich sagt, ich treibe mich selbst an, ich motiviere mich dazu, dann hat das einen anderen Hintergrund.

00:20:02: Vielleicht ein größergelegenes Bild und zu sagen, das ist aber runtergebrochen genau das, was ich jetzt dafür umsetzen möchte, ob eine sportliche Aktivität, Ernährung oder ähnlich ist.

00:20:11: Und es fühlt sich dann im Nachgang vielleicht auch gut an.

00:20:14: Und es ist nicht so weit weg und es ist nicht zu groß, Mein Gehirn sagen würde, ah, die Kosten dafür sind viel zu hoch.

00:20:22: Super.

00:20:23: Matthias, da gibt sich daraus natürlich die Frage, und das ist jetzt ein wichtiges Learning für uns alle.

00:20:28: Wenn unser Gehirn also keine langfristigen Ziele will, keine Veränderung, die Risiko mit sich bringt, priorisiert, wie sollten wir denn Veränderungen gestalten, damit sie ja evolutionär akzeptabel werden?

00:20:42: Sprich, wie können wir es so angehen, dass unser Gehirn, unser Körper nicht gegen uns arbeitet, sondern dass wir, wir sitzen ja eh alle im gleichen Boden mit unserem Gehirn.

00:20:53: Also wie können wir quasi es schaffen, dass wir gemeinsam mit unserem evolutionär eben programmierten Gehirn auch in die gleiche Richtung marschieren?

00:21:00: Die am Ende stehende erfolgreiche Veränderung ist grundsätzlich, und das halten wir mal fest, kein Zielproblem an sich, sondern eher ein Designproblem der Zielformulierung, so könnte man es eher sagen.

00:21:13: Das Gehirn setzt lieber das um, was wenig kostet.

00:21:16: klar bewertet wird und in meinen Kontext mit reinpasst.

00:21:19: Das heißt, Ziele sollten so formuliert sein, wenn wir diesen Begriff dafür nehmen als konkrete Handlung und nicht als Zustände.

00:21:28: Das ist auch so ein wichtiger Punkt.

00:21:29: Ich will gesünder werden, ich will fitter werden.

00:21:32: Das ist völlig wertunscharf, es ist zeitlich offen und ist es nicht bewertbar für das Gehirn.

00:21:38: Also andersrum im Aufbau grundsätzlich, was genau tu ich, wann, wo und wie oft.

00:21:46: Das hatte ich eben als Beispiel schon genannt, ich gehe fünfmal die Woche oder jeden Werktag um achtzehn Uhr, dreißig Minuten spazieren beispielsweise.

00:21:56: Das funktioniert dann, weil Dopamin und Dopamin-Ausschüttung auf die Handlung und nicht auf die Absicht reagiert.

00:22:05: Die

00:22:05: Kosten-Nutzen-Abwägung ist deutlich besser berechenbar und der Nutzen steht eher im Vordergrund.

00:22:11: Und wenn ich jetzt noch die Regelmäßigkeit mit dabei habe, Also es muss nicht immer alles fünfmal die Woche sein, aber regelmäßigkeit auf jeden Fall und immer wieder auch das mit durchzuführen.

00:22:21: Und natürlich ist es, wenn ich das jeden Tag mache, ich hatte das schon mal an einer anderen Stelle auch im anderen Podcast erwähnt, so jeden Morgen mit einer gleichen Routine zu beginnen.

00:22:31: Dann verankert sich das in unseren Hirnarealen, den sogenannten Basalganglieren.

00:22:35: Und dann können so Muster gespeichert werden.

00:22:37: Und dann kostet es auch noch mal weniger Energie, das umzusetzen.

00:22:40: Und dann wirkt sich das ja auf dieses abstrakte Thema, was man vielleicht übergeordnet immer noch hat.

00:22:45: Ich will gesünder werden.

00:22:46: Aber, Leute, was heißt das am Ende des Tages?

00:22:49: Und deswegen ist dieses runterbrechen auf die Handlung das erste wichtige Prinzip.

00:22:53: Lass uns da weitermachen.

00:22:55: Was sind weitere Strategien, Prinzipien?

00:22:57: Wie kann ich das Thema, ich will wirklich etwas verändern und ich will es wirklich auch praktikabel machen.

00:23:04: Was kann ich noch tun?

00:23:05: Was sind Ideen, die wir noch mitgeben können?

00:23:07: Nehmen wir auch mal die mit auf.

00:23:09: Ich mein, aus unserer Community wahrscheinlich nicht, aber vielleicht Menschen im Umfeld, wo der eigentliche körperliche Zustand und das System sich aktuell in einer Ausnahmesituation befindet.

00:23:22: Also, ich stelle mal eine Frage bei eurer Zielsetzung grundsätzlich mit dazu.

00:23:26: In welchem Zustand befindet sich mein System eigentlich gerade?

00:23:31: So, das heißt, wenn Menschen schlecht schlafen, zu wenig schlafen, Qualitativ nicht gut schlafen, wenn das Stresslevel deutlich hoch ist, wenn das Energielevel erniedrigt ist.

00:23:42: Und ich fang so ganz groß an und hab sehr große Ziele.

00:23:48: Und stelle mir da etwas fordern, wird das biologisch mindestens mal vom Gehirn auch blockiert werden.

00:23:53: Es wird so nicht funktionieren.

00:23:55: Ziele müssen also zum aktuellen Organismus Zustand passen und nicht zu irgendeinem Idealbild.

00:24:01: Vergleicht euch nicht mit ... allen möglichen anderen Menschen da draußen, Social Media ist das Allerschlimmste in dem Kontext, sondern vergleicht euch immer nur mit euch selbst, mit eurer Version und einer Vorgängerversion.

00:24:13: Und dementsprechend darf man das anpassen und steigern und vergleicht euch auch nicht mit eurem zwanzig Jahre Jüngeren.

00:24:19: nicht unter Umständen, sondern vielleicht gepaart mit den letzten Monaten, vielleicht auf das letzte Jahr noch bezogen.

00:24:25: Weil nachher zu sagen, ja, aber früher bin ich doch auch fünfmal ins Fitnessstudio gegangen und hab meinen Kraftsport gemacht und hab meine Kniebeugen mit hundert Kilogramm gemacht oder zweihundert Kilogramm gemacht und das ging alles wunderbar.

00:24:38: Also setze ich da heute auch wieder an.

00:24:40: Es braucht, es ist wie Training.

00:24:42: Es braucht einen Reiz.

00:24:43: und im Kontext dieser Kosten-Nutzenabwägung, selbst wenn ich mich jetzt beim ersten Mal motiviert bekomme, die Leute sind dann auch motiviert, selbst wenn sie es gut runtergebracht haben, sich auch im Fitnessstudio anzumelden und dann gehen sie hin die erste Woche.

00:24:57: Aber wenn

00:24:57: das

00:24:58: Ziel oder die Aufgabe oder die Handlung natürlich hier auch wieder zu groß ist, dann ist der Muskelkarte vielleicht so stark, dass man sagt, ich brech wieder ab.

00:25:06: Das wird für den Routinen und die Wiederholung keinen großen Effekt zeigen, dann lieber Kleinteiliger anfangen und sagen, diese Version, das kann auch motivierend sein und es kann auch den Nutzen noch mal antreiben, immerhin hab ich genau das schon mal gemacht.

00:25:21: Es geht nicht um irgendein Idealbild, wie man das von außen gezeigt bekommt.

00:25:25: Das wäre auch ein weiterer wichtiger Boot für mich.

00:25:27: Aber ich will es noch konkreter haben, Matthias.

00:25:31: Wir machen jetzt mal ein ganz einfaches Beispiel.

00:25:33: Also, da ist jemand, der hat vielleicht, ich sag jetzt mal, zehn Kilo mehr auf den Rippen, als er eigentlich braucht.

00:25:40: Das merkt er auch selber, er fühlt sich irgendwie unwohl, ist irgendwie nicht mehr so beweglich, merkt irgendwie, da hast du in den letzten Jahren dir einen schönen kleinen Bauch angefuttert.

00:25:50: Jetzt entscheidet sich derjenige oder diejenige, ich will das im neuen Jahr jetzt mal angehen.

00:25:54: Ich will endlich da wieder zu meinem Idealgewicht zurückfinden oder zumindest mich dem annähern, nicht um irgendeinem Ideal zu entsprechen, sondern weil ich selber merke, dass es mir damit nicht so gut geht.

00:26:07: Wie würdest du jetzt dem oder derjenigen konkret raten, vorzugehen?

00:26:11: Was wären jetzt die Schritte?

00:26:13: Wie müsste ich dieses Ziel formulieren?

00:26:15: Und wie würdest du es konkret step-by-step angehen?

00:26:18: Also, greifen wir das auf, was wir gerade schon gesagt haben.

00:26:21: Wenn das Ziel nachher dort einfach nur steht, ein wegnehmen Ziel, ich will zehn Kilogramm weniger haben, wie mein Idealgewicht von vor zehn Jahren war.

00:26:33: dann ist das ein wegnehmen Ziel, was nicht so gut funktioniert, wie etwas hinzuzugeben.

00:26:37: Es ist noch nicht klar, was die Handlung daraus ist, die daraus entstehen könnte.

00:26:42: Und es ist groß und weit gedacht und kostet mich unter Umständen viel zu viel.

00:26:47: Und dann kann man auf die Handlung und Maßnahmen runterbrechen.

00:26:50: Okay, was sind jetzt die Punkte?

00:26:52: die eigentlich hier typischerweise einen großen Effekt haben.

00:26:55: Und trotzdem gehen die meisten dann eher auf die Bewegung, wobei wir doch wissen, Gewichtsreduktion ist ein Bilanzierungsthema.

00:27:00: Und ja, natürlich kann ich mit mehr Energieverbrauch auch quasi Energie mehr verbrauchen und dementsprechend bei gleichem Essen auch die Situation verändern.

00:27:11: Aber Studien zeigen uns da relativ klar, Gewichtsreduktion ist ein Ernährungsthema.

00:27:16: Das heißt, wenn wir es auf Handlungen runterbrechen würden, könnte man eher im Kontext der Ernährung mit dabei.

00:27:22: Bleiben gar nicht zu viele Sachen auf einmal.

00:27:24: Ich merke, hier sind Fitnessstudie an.

00:27:26: Jetzt achte ich, berechne ich alles in meiner Zusammensetzung.

00:27:30: Und dann kann man mit kleineren Aspekten in der eigenen Analyse vielleicht herausfinden, was sind denn meine ... typischen Baustellen.

00:27:38: Also, was würde ich sagen, war der Faktor dafür, dass meine Gewichtszunahme kontinuierlich stattgefunden hat?

00:27:44: War es zu viele Mahlzeiten?

00:27:47: War es in der Zusammensetzung der Ernährung?

00:27:49: Ich erkläre gleich, warum ich darauf eingehe.

00:27:51: Es sich zu häufig, es sich abends spät, es sich gerne Süßigkeiten am Ende des Tages noch mal.

00:27:55: Gehe ich mit vollem Bauch ins Bett so in die Richtung.

00:27:58: Und dann nimmt man sich einen Handlungsaspekt davon raus.

00:28:02: Also nicht dieses radikale, jetzt muss ich einmal alles verändern, sondern ich könnte ja einen Aspekt rausnehmen und könnte eine Komponente rausnehmen und sagen, okay, zumindest wenn ich identifiziere und sage, na ja, wie viel Zucker, Süßigkeiten konsumen könnte das sein, dann nehme ich den Faktor doch mal raus und behalte das bei und nicht wieder.

00:28:22: Das ist dann das nächste im Timing, dass man sagt, das muss ich jetzt aber machen für sechs Wochen.

00:28:30: Gehen wir in diesen Deat-Modus rein, sondern ich nehme das einfach mal raus und beobachte, wie mir das dabei geht.

00:28:35: Wie gefällt mir das?

00:28:36: Jetzt kann natürlich die eine oder andere Person sagen, warte mal, aber für meinen Belohnungssystem und meine Motivation ist es eigentlich auch ganz cool, wenn dann der Zucker kommt, direkte Belohnung.

00:28:46: Aber man sucht sich etwas, weil man sagt, die Kosten sind nicht sonderlich hoch.

00:28:49: Die Energieversorgung ist prinzipiell auch durch andere Dinge mitzudecken.

00:28:54: Und was erkenne ich in der Reflektion, wie bekommt mir das?

00:28:58: Also, wie fühlt sich das an, wenn ich so einen Aspekt rausnehme?

00:29:01: Wenn ich radikal zu viel umstelle, dann haben wir Hunger, dann haben wir Kalorien runterbilanzieren, ganz viele Lebensmittelgruppen rausschmeißen.

00:29:11: Und dann ist es vielleicht auf einmal zu viel.

00:29:13: Und für die einen ist es dann eine Motivation zu sagen, es ist nur für einen kurzen Zeitraum, aber wir wollen ja nachhaltig eine Veränderung mit erzeugen.

00:29:20: Das ist auch oft ein Effekt, den man beobachten kann.

00:29:23: Wenn man sehr radikal rangeht, reagiert der Körper, also unser Gehirn, auch häufig auf Abnehmziele dann mit Hunger, mit Energiesparen, mit Widerstand.

00:29:35: Ja, absolut.

00:29:36: Rational machen wir das bewusst.

00:29:37: Das ist eine bewusste Entscheidung.

00:29:39: Wir wollen diese Veränderung.

00:29:40: Aber unser Körper, der sagt erst einmal Moment mal, Kollege, langsam, langsam, langsam.

00:29:45: Das ist

00:29:46: nicht der Körper, es ist das, was wir beschrieben haben, das Gehirn, was aus seiner Komfortzone jetzt brutal rausgerissen wird.

00:29:55: Ihr merkt schon wieder, es sind dann so viele Aspekte, auf die dann parallel geachtet wird, dass Menschen sagen, das ist mir ehrlicherweise gerade ein... zu viel an Veränderungen.

00:30:08: Hier ist Energiemangel, hier ist Unsicherheit, hier ist Gefahr, es stresst mich, es werden Stresshormone ausgeschüttet.

00:30:13: Was wiederum Handlungen und Ziele anpassen an das, was mein Körper aktuell leisten kann, dann habe ich wieder Stressbelastung.

00:30:21: Dann wirkt sich das unter Umständen auch wieder negativ darauf aus.

00:30:24: Das heißt, und das müssen wir noch mal ganz klar formulieren, dass rationale bewusst sein, dass wir ja offensichtlich haben oder wo die Menschen von ausgehen, dass sie es haben.

00:30:34: Das kommt dann in Konflikt mit dem evolutionär programmierten Unterbewusstsein oder mit der Routine, die unser Gehirn sozusagen abspielt und das Überleben sichert.

00:30:46: Das kollidiert hier beides.

00:30:47: Es ist nicht der evolutionäre Teil des Gehirns, nur um das in der Erklärung, sondern die Evolution hat dieses Gehirn so geformt.

00:30:54: Und das Gehirn ist nicht in der Vorstellung so, dass man sagt, ja, einen Grund.

00:30:59: großer, toller Denkapparat, und das Denken steht über allem.

00:31:02: Das ist ein Abzweig, den die Evolution genommen hat.

00:31:04: Und jetzt kann man über Erfolg oder Misserfolg ... davon wird in der Zukunft vielleicht noch mal geurteilt werden.

00:31:14: In der Retrospektive.

00:31:15: Ja, aber es ist nicht nur ein Erfolg, weil es viele Menschen sind.

00:31:21: Evolutionär Erfolg ist natürlich dann eher zu betrachten mit Arterhalt und Ähnlichem mit dazu.

00:31:27: Aber kurz gesagt ... Gehirn, so wie es funktioniert, dient dem Ausgleich der Energie-Situation, Sicherheitsabklärung, soziale Interaktion und so weiter.

00:31:38: Das ist der Prozess, wie es eigentlich abläuft.

00:31:40: Und wenn wir über Ziele sprechen, dann sind sie kurzfristig mit einer Belohnung versehen.

00:31:45: Deswegen funktionieren, ich hab jetzt eben mein Beispiel, weil du mich gefragt hattest, wie würde ich dann eher vorgehen, hab ich dieses Beispiel deshalb gewählt, weil gerade dieses Thema Zucker als Belohnung doch so gut für viele funktioniert oder die Schokolade.

00:31:58: Weil die Belohnung und der Zucker unmittelbar die Dopaminausschüttung verbindet.

00:32:03: Und ja, so funktioniert unser Gehirn auch.

00:32:06: Eine sofortige Rückmeldung.

00:32:08: Es muss Belohnungsnah sein.

00:32:10: Und jetzt, Achtung, das gehört nämlich auch mit dazu.

00:32:12: Jetzt habe ich etwas gefunden.

00:32:13: Ich habe mich für etwas entschieden, was umsetzbar ist in meinem aktuellen Zustand, was sich auf die Handlung bezieht, was Houtine werden kann.

00:32:21: Und jetzt versuche ich das Ganze aber mit belohnungsnah zu koppeln.

00:32:24: Entweder in der Innen-Schau, so wie fühlt sich das an, aber es ist vielleicht nicht nah genug.

00:32:28: Also baue ich das zu etwas anderem um.

00:32:31: Kurzes Inhalten habe ich geschafft, erledigt.

00:32:34: Heute habe ich das gemacht.

00:32:36: Fühlt sich am Ende des Tages gut an, ich habe eine Belohnung.

00:32:39: Angenehmes Gefühl war nicht.

00:32:40: Man kann aber auch natürlich so was machen, wie ich schreibe mir einen Plan.

00:32:43: Den muss man nicht für immer machen.

00:32:44: Aber Routinen brauchen sechsundsechzig Tage, bis sie wirklich verankert sind im Mittel.

00:32:49: Das heißt, ich kann doch einen Kalender nehmen und kann sagen, heute geschafft Haken machen.

00:32:55: Und für viele ist so ein Haken-Setzen eine Belohnung.

00:33:00: Ich belohne mich aber nicht oder behalte nicht, sorgte im Gehirn schon, dass es mit dabei ist.

00:33:05: Aber die Belohnung ist nicht ... Ich hab's jetzt fünf Tage geschafft.

00:33:09: Ich könnte das auch länger machen, aber den sechsten Tag gönn ich mir mal etwas.

00:33:11: Und zwar genau das, was ich gerade rausgenommen habe.

00:33:14: Oder gerade verändert habe.

00:33:16: Ich versuch mir aber eine Belohnungsnahe ... Ziel und Umsetzungsthematik zu finden.

00:33:22: Heute habe ich das gemacht.

00:33:23: Und nicht zu sagen, ich darf nie wieder irgendwelche Süßigkeiten essen, sondern heute.

00:33:28: Ich mache das heute.

00:33:28: Hey, habe ich gemacht.

00:33:29: Okay, hacken dran.

00:33:31: Und dann ist die Belohnung näher und man merkt natürlich im Verlauf auch, eigentlich braucht man das nicht.

00:33:36: Es funktioniert nur so, das Gehirn, das natürlich schätzt, weil, hey, eine schnelle Belohnung für etwas, was sich jetzt unsicher anfühlt und mit Energiemangel anfühlt, so schnell zu bekämpfen, das ist klar.

00:33:49: Und dann baut sich hier übrigens diese Routine auf, die dann auch zu dem Verhalten wahrscheinlich mit beigetragen hat, dass die Situation so ist, dass man heute sagt, ich würde sie gern verändern.

00:33:57: Das heißt, es braucht, kann man zusammenfassend sagen, eben einen Perspektivwechsel.

00:34:02: oder wie wäre die Überschrift dafür?

00:34:04: Ich glaube, dass der Perspektivwechsel mit einer der entscheidenden Punkte ist, zu verstehen, es ist nicht Wissen, es ist nicht, bitte auch da.

00:34:13: euch einzuordnen, als ich bin undespiniert.

00:34:16: Ich hab keine Möglichkeit, das durchzusehen.

00:34:18: Nein, es ist die Frage, wie designe ich mein Ziel.

00:34:23: Und wenn es zu abstrakt ist, wenn es zu unpräzise ist, wenn es unscharf ist, so könnte man auch sagen, wenn es einem ideal nachstrebt, was nicht erreichbar ist.

00:34:34: und ich möchte niemanden, in anderen Situationen niemanden davon abhalten, sich ideale vorzustellen und auch das ... nach außen zu senden und zu sagen, das ist mein da, wo ich dranbleiben möchte.

00:34:47: Das kann man und so was habe ich auch.

00:34:49: Aber das so runtergebrochene, wenn ich die Veränderung erzeugen möchte, das sind Handlungen, die messbar sind, die Klagetime sind, die automatisierbar sind, die ich mit etwas Belohnungsnamen kombiniere, das, was auch immer für mich gut funktionieren kann.

00:35:04: So.

00:35:05: kann ich es schaffen, viel eher in den Routinen zu bleiben.

00:35:08: Und seht diesen Jahresanfang nicht als ein zu großes Thema.

00:35:12: Das ist nämlich auch etwas so.

00:35:13: Jetzt ist es Jahre sechsundzwanzig und jetzt wird alles gut.

00:35:18: Und davon würde ich mich auch verabschieden.

00:35:20: Das kann man für alle, die die Episode jetzt nicht zu Beginn des Jahres hören, jeden Tag machen und damit starten.

00:35:26: Es braucht nicht den ersten Januar und den Jahresstaat, sondern ... The time is now.

00:35:32: Jeden Tag können wir diese Entscheidungen treffen.

00:35:35: Was nehmen wir mit aus dieser Folge?

00:35:37: Wenn wir eines mitnehmen, dann auf jeden Fall unser Gehirn arbeitet nicht gegen uns, sondern es macht eigentlich genau das, wofür es evolutionär gebaut wurde.

00:35:46: Es schützt uns.

00:35:48: Ziele scheitern nicht, weil wir zu wenig Disziplin haben.

00:35:51: Sie scheitern eher, weil unser Gehirn Sicherheit höher priorisiert als Veränderung.

00:35:56: Energieverfügbarkeit Vorhersagbarkeit und Gewohnheit schlagen Motivation immer.

00:36:04: Der entscheidende Perspektivwechsel ist deshalb kein neuer Vorsatz, sondern eher ein anderes Verständnis von Veränderung.

00:36:10: Sie entsteht nicht durch Druck, sondern durch Entlastung, nicht durch große Ziele, sondern durch kleine verlässliche Schritte, die unserem Gehirn signalisieren.

00:36:20: Es ist sicher, es ist alles gut.

00:36:22: Und wenn wir das verstehen, dann hört Selbstoptimierung auf, ein Kampf zu sein, dann wird es zu einem Prozess, den unser Körper mitträgt, statt zu blockieren.

00:36:32: So, einer, wie ich finde, großartige Folge, gerade jetzt zum Jahresstart, wenn gleich, und das wiederholen wir noch mal, das natürlich immer gilt.

00:36:38: Nicht nur Anfang Januar, wenn wir mit großen Zielen in den Jahr- und-Zwanzig-Rhein-Staaten wollen.

00:36:45: Matthias, es war mega spannend, ich sage herzlichen Dank.

00:36:47: Und Leute, an euch natürlich die Aufforderung, Schickt uns eure Fragen dazu.

00:36:51: Was interessiert euch noch?

00:36:52: Was habt ihr vielleicht nicht ganz verstanden?

00:36:53: Wo sollen wir noch mal tiefer darauf eingehen?

00:36:55: Gibt es Erfahrungen von euch dazu?

00:36:57: Was habt ihr euch denn konkret vorgenommen in diesem Jahr?

00:37:00: Und wie können wir euch vielleicht helfen, diese Ziele zu erreichen?

00:37:03: Wollt ihr vielleicht auch konkret nochmal ein paar Tipps von Matthias, wie ihr ein bestimmtes Problem in eurem Gehirn sozusagen adressieren könnt?

00:37:11: Dann schickt uns eure Nachrichten.

00:37:13: Und heute in einer Woche am nächsten Donnerstag gibt's die Sprechstunde, wo wir genau eure Fragen beantworten wollen, hier bei den Health Nerds.

00:37:19: Ihr erreicht uns bei Instagram über den Kanal von Artgerecht oder natürlich auch auf Facebook.

00:37:24: Per E-Mail geht's ganz easy, podcastatartgerecht.com oder, wenn ihr uns bei Spotify hört, direkt hier unter diese Folge eure Fragen in die Kommentare packen.

00:37:33: Solltet ihr uns noch nicht abonniert haben, macht das, drückt die Glocke, abonniert uns auf euren Kanälen, dann verpasst ihr keine Folge.

00:37:40: Immer montags gibt's die Deep Dive-Episoden, auch in diesem Jahr liefern wir euch einen sehr intensiven Blick auf einzelne Wirkstoffe und auf einzelne Mechanismen.

00:37:49: Matthias Baum und ich, Felix Möse, sagen danke, dass ihr uns auch im neuen Jahr die Treue haltet.

00:37:54: Wir freuen uns auf viele spannende Gesundheitsthemen rund um unseren Körper, immer mit der evolutionären Brille, warum Dinge eben so funktionieren wie sie.

00:38:03: funktionieren.

00:38:04: Herzlichen Dank, einen guten Start ins Jahr und bleibt vor allem gesund.

00:38:08: Vielen

00:38:21: Dank.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.