Low Carb: Weniger Kohlenhydrate = besserer Stoffwechsel? (Spezial)
Shownotes
Jahresstart. Viele Menschen wollen etwas verändern: mehr Energie, weniger Gewicht, bessere Blutwerte, ein gesünderes Verhältnis zum Essen. Gleichzeitig beginnt die Suche nach Orientierung – und genau hier wird es unübersichtlich. Denn kaum ein Thema ist so widersprüchlich, emotional und von Trends überladen wie Ernährung. Low Carb, Keto, Vegan, High Protein, Carnivore, Low Fat, Mediterran – jede Ernährungsform verspricht Erfolge, jede hat ihre Fans, ihre Kritiker und ihre ganz eigene Geschichte.
Genau deshalb starten wir diese HEALTH NERDS Spezialserie. In acht aufeinanderfolgenden Folgen nehmen wir die relevantesten Ernährungsformen systematisch unter die Lupe. Wir erklären, wie sie funktionieren, welche biologischen Mechanismen dahinterstecken und was die Wissenschaft wirklich dazu sagt – jenseits von Marketing, Ideologie und Social-Media-Hype. Und wir ordnen jede Ernährungsform zusätzlich aus evolutionärer Perspektive ein: Was passt zu unserer biologischen Ausstattung? Was ist plausibel – und was eher ein moderner Sonderweg?
Den Auftakt macht eine der bekanntesten und meistdiskutierten Ernährungsformen überhaupt: Low Carb.
In dieser Folge erklären wir, was Low Carb bedeutet und warum der Begriff aus wissenschaftlicher Sicht so schwammig und unpräzise ist. Wir sprechen darüber, wie viele Kohlenhydrate Menschen im Alltag typischerweise essen, welche Lebensmittel bei Low Carb reduziert werden und warum viele gerade zu Beginn schnell Gewicht verlieren. Dabei wird klar: Der frühe Effekt ist häufig weniger Fettverlust als vielmehr der Abbau von Glykogen und gebundener Flüssigkeit.
Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum erklärt, welche Rolle Insulin, Blutzucker und der Fettstoffwechsel bei Low Carb spielen, warum eine verbesserte glykämische Kontrolle für viele Menschen ein echter Vorteil ist – und warum das trotzdem kein Freifahrtschein ist. Denn Low Carb funktioniert nicht automatisch. Entscheidend ist, welche Kohlenhydrate reduziert werden und womit sie ersetzt werden. Industriezucker, hochverarbeitete Getreideprodukte und stark raffinierte Lebensmittel sind etwas völlig anderes als komplexe, pflanzlich gebundene Kohlenhydrate aus Gemüse.
Wir schauen uns außerdem die wissenschaftliche Evidenz an: Was sagen Studien zu Gewichtsreduktion, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und metabolischem Syndrom? Wo zeigt Low Carb Vorteile – und wo gleichen sich Effekte langfristig wieder an? Und warum spielt der Ballaststoff- und Pflanzenfaseranteil eine Schlüsselrolle für nachhaltige Gesundheit?
Zum Abschluss ordnen wir Low Carb evolutionär ein. Waren unsere Vorfahren eher kohlenhydratarm oder kohlenhydratreich unterwegs? Und warum ist nicht die Menge allein entscheidend, sondern die Form, die Einbettung in die Nahrungsmatrix und der Kontext unseres heutigen Überangebots?
Morgen geht es weiter mit der nächsten Spezialfolge: High Protein.
HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:01: Für viele bedeutet das erst mal nur, okay, ich reduziere Zucker, Kartoffeln, Reis, Weizen.
00:00:07: Das ist wahrscheinlich für viele der erste Einstieg muss, aber wenn wir uns die Studien anschauen, nicht unbedingt sich nur darauf beziehen, sondern kann natürlich auch andere Kohlenhydratreiche Quellen beinhalten, wie Kürbis beispielsweise oder Karotten.
00:00:20: oder wenn wir das Spektrum des Gemüses jetzt nochmal ausweiten, finden wir da natürlich auch noch andere Quellen.
00:00:28: Artgerecht HealthNurts.
00:00:30: Spezial.
00:00:32: Von Low Carb bis High Protein.
00:00:35: Ernährungsformen im Check.
00:00:38: Mit Felix
00:00:39: Möse und Matthias Baum.
00:00:40: Jahresstaat.
00:00:42: Viele Menschen spüren genau jetzt diesen Impuls.
00:00:46: So kann es nicht weitergehen.
00:00:49: Ich will mehr Energie.
00:00:51: Weniger Gewicht, ich will bessere Blutwerte, ein gesünderes Verhältnis zum Essen.
00:00:56: Gleichzeitig beginnt für viele die Suche nach Orientierung.
00:00:59: und genau hier wird es kompliziert, denn kaum ein Thema ist so überladen, so widersprüchlich und natürlich auch so emotional aufgeladen wie das Thema Ernährung.
00:01:09: Low Carb, Keto, Vegan, High Protein, Carnivore Ernährung, Low Fat, Mediterranean Diät.
00:01:16: Jede Ernährungsform verspricht Erfolge, jede hat ihre Fans, ihre Kritiker und natürlich ihre ganz eigene Geschichte.
00:01:23: Das Problem wäre heute gesünder Essen, Googled.
00:01:28: Der bekommt keine Klarheit, sondern ein Chaos aus Meinungen, Trends und Dogmen.
00:01:34: Was davon ist sinnvoll, was es wirklich wissenschaftlich gut belegt und was funktioniert?
00:01:39: vielleicht nur kurzfristig oder nur für bestimmte Menschen.
00:01:42: Genau deshalb machen wir diese Health Nerds Spezialserie.
00:01:47: In den kommenden Folgen, und es gibt jeden Tag jetzt eine Folge, nehmen wir die relevantesten Ernährungsform systematisch unter die Lupe.
00:01:56: Wir erklären, wie sie funktionieren, welche biologischen Mechanismen dahinter stecken und natürlich, was die Wissenschaft wirklich dazu sagt.
00:02:03: Also jenseits von Marketing, Ideologie oder natürlich auch Social Media Hype.
00:02:08: Und wir ordnen jede dieser Ernährungsformen zusätzlich aus einer evolutionären Perspektive ein.
00:02:14: Was?
00:02:15: passt zu unserer biologischen Ausstattung, was ist wirklich plausibel und was ist eher ein moderner Sonderweg.
00:02:24: Los geht's heute mit einer der bekanntesten und meist diskutierten Ernährungsformen überhaupt, Low Carb.
00:02:31: Weniger Kohlenhydrate, dafür mehr Fett und mehr Eiweiß.
00:02:35: Ein Ansatz, der für viele Menschen erstaunlich gut funktioniert, gerade auch, wenn es um das Thema Gewichtsreduktion geht.
00:02:41: Aber warum eigentlich?
00:02:43: Was passiert dabei mit unserem Stoffwechsel?
00:02:45: Wo liegen Vorteile?
00:02:47: Wo sind Grenzen?
00:02:48: Und ist Low Carb wirklich artgerecht oder eben nur eine moderne Antwort auf ein modernes Problem?
00:02:55: Darüber sprechen wir jetzt hier bei den Health Nerds.
00:02:57: Matthias Baum ist da, unser Gesundheitswissenschaftler in Charge.
00:03:01: Mein lieber herzlich willkommen, schön, dass du da bist.
00:03:03: Hallo Felix, ich freue mich, wieder mit dabei zu sein.
00:03:05: Ein spannender Überblick.
00:03:06: Ich habe es gerade eingangs gesagt, Orientierung wollen wir geben in dieses Chaos, in diesem Wust an Informationen zum Thema Ernährung.
00:03:13: Deswegen in den nächsten Tagen jeden Tag eine Podcastfolge zu einer Ernährungsform.
00:03:18: Low Carb ist unser erstes Thema, das wir uns heute genau anschauen.
00:03:22: Worüber sprechen wir da überhaupt, wenn wir von Low Carb sprechen?
00:03:26: Gibt es da eine klare Definition oder ist das eher eine Art Sammelbegriff?
00:03:29: Ich glaube, da fängt der erste Kritikpunkt schon an, die Unschärfe, wenn wir über Low Carb sprechen.
00:03:34: Also grundsätzlich bedeutet Low Carb, Kohlenhydrate deutlich zu reduzieren, die Reduktion der Kohlenhydrate zugunsten von Fetten und Eiweißen.
00:03:44: So, das ist grundsätzlich erst mal der.
00:03:47: Aber wir können uns vorstellen, dass wir gewisse Unterschiede haben, ob wir nun Kohlenhydrate leicht der gängigen Empfehlungen reduzieren oder sehr stark reduzieren, bis hin zu gar keine Kohlenhydrate mehr zu uns führen.
00:03:59: Und da gibt es gewisse Unterschiede.
00:04:01: Und das macht es unscharf, in dem was dann letztendlich eine Low Carb Ernährung wirklich dann sein soll.
00:04:09: Wie viel Kohlenhydrat essen wir Menschen?
00:04:12: im Schnitt, wenn wir keine Low Carb Diät machen.
00:04:15: Gibt es da Zahlen?
00:04:16: Ja, im Schnitt liegt der Verzehr von Kohlenhydraten zwischen Zweihundert bis Zweihundert Fünfzig Gramm Kohlenhydrate pro Tag.
00:04:23: Wenn wir das umrechnen, entspricht das grob den Fünfzig Prozent, also wenn wir bei den Zweihundert Ansätzen vierzig bis Fünfzig Prozent der täglichen Energiezufuhr quasi aus Kohlenhydraten direkt
00:04:35: konsumiert.
00:04:36: Das heißt also, die normale Ernährung der Durchschnittsmensch, was der so ist, etwa die Hälfte, ein bisschen weniger als die Hälfte, besteht aus Kohlenhydraten.
00:04:44: Bei Low Carb wird dieser Anteil, also nur das, was einmal richtig verstehen, deutlich reduziert.
00:04:49: Erst mal grundsätzlich reduziert, bis hin zu deutlich, also very low bis zu no Carb, gibt es dann natürlich eine... breite Bandbratte.
00:05:00: Welche Lebensmittel werden dann bei Low-Cup typischerweise reduziert und welche rücken dadurch dann stärker in den Fokus?
00:05:06: Ja, die Reduktion ist natürlich insofern spannend, dass erstmal alles, was Kohlenhydrate enthalten könnte, aber der naheliegende Punkt und da setzen die meisten auch an und da können wir gleich logischerweise auch über die Funktionsweise, den Mechanismen sprechen und vielleicht auch den positiven Effekt bezieht sich logischerweise auf Zucker- und Zuckerquellen, direkt verfügbaren Zucker, versteckte Zucker in bestimmten verarbeiteten Lebensmitteln, aber eben auch langkettige Kohlenhydrate, gebundene Kohlenhydrate.
00:05:33: Intracellulär, also wie wir sie beispielsweise in Gemüse finden, würden rein theoretisch ja auch mit dazugehören.
00:05:39: Dann extrazellulär als langkettige Kohlenhydrate in Form von Stärke beispielsweise.
00:05:45: Also da gehört natürlich alles rund um Getreide, Kartoffeln, Reis und ähnliches mit hinzu, auch Pseudo-Getreide.
00:05:52: Da, wo ich jedenfalls einen hohen Kohlenhydratanteil finde und in der Berechnung dann sage, okay, es ist reduziert.
00:05:58: Für viele bedeutet das erst mal nur, okay, ich reduziere Zucker, Kartoffeln, Reis, Weizen.
00:06:06: Das ist wahrscheinlich für viele der Erste einstiegen muss, aber wenn wir uns die Studien anschauen, nicht unbedingt sich nur darauf beziehen, sondern kann natürlich auch andere Kohlenhydratreiche Quellen beinhalten.
00:06:16: wie Kürbis beispielsweise oder Karotten oder wenn wir das Spektrum des Gemüses jetzt nochmal ausweiten, finden wir da natürlich auch noch andere Quellen
00:06:23: bei.
00:06:24: So was viele Berichten, die Low Carb machen, ich weiß es auch aus dem Freundeskreis und auch ich mache das ab und an mal, dass man sagt, hey ich reduziere jetzt mal für einen bestimmten Zeitraum meine Kohlenhydrate.
00:06:32: Ich esse weniger Brot, wie du gesagt hast, weniger Kartoffeln, kein Reis mehr.
00:06:36: Ich versuche weniger davon zu essen.
00:06:39: Der Effekt, den viele sofort feststellen, die Kilos purzeln.
00:06:42: Man verliert.
00:06:44: Leider, das haben auch viele, die es probiert haben, schon gemerkt, ist das natürlich mit dem Jojo-Effekt relativ schnell wieder drauf, wenn man die Ernährung dann von Low Carb wieder auf eine Alltagsernährung umstellt.
00:06:55: Aber vielleicht kannst du uns das mal erklären.
00:06:57: Warum funktioniert das zunächst erst mal so gut, dass der Körper so schnell Gewicht verliert?
00:07:03: Genau, da hast du den richtigen Begriff gewählt, so schnell Gewicht verliert, das heißt nicht... primär unbedingt Fett zu verlieren.
00:07:09: Das heißt, wir sehen nicht in der Stoffwechselanalyse unmittelbar einen, ich nenn es mal einen metabolischen Switch, eine Umstellung, das besser auf Energiereserven zurückgegriffen werden kann.
00:07:19: Das muss nicht unmittelbar sein.
00:07:21: Was aber dazu führt ist, wenn ich Kohlenhydrate reduziere und weniger Aufnehmer dementsprechend sich auch mein Insulin, Glucose Insulinhaushalt verändert, weniger Insulin ausgeschüttet wird.
00:07:33: und gegebenenfalls weniger Energiespeicher, dann später auch in Form von Fett, aber auch von Glycogen produziert werden, dann greife ich gerade zu Beginn eher auf diese Energiereserven zurück, also Glycogenspeicher in der Leber und der Muskulatur.
00:07:48: Und diese Speicher werden quasi entleert und das führt gerade zum Anfang dazu, dass Gewicht stärker reduziert wird, nicht weil die so schwer sind, sondern weil die Flüssigkeit mitbinden, Wasser mitbinden.
00:08:00: Und das kennen viele auch grundsätzlich auch schon bei der Kohlenhydrate Aufnahme oder Zuckeraufnahme, dass es aufschwemmen sein kann, um man quasi zu Beginn gerade erst mal Flüssigkeit verliert, bevor man dann wirklich Gewicht reduziert.
00:08:12: Und wir wollen ja hier über Ernährungsformen sprechen, nicht nur in der Diätlogik, sondern auch der Frage nachzugehen, ist es ein dauerhaft sinnvolles gutes Konzept, woran ich mich orientieren kann.
00:08:24: Sondern wenn wir darauf schauen, könnte man sagen, okay, ja klar, Zucker zu reduzieren, macht durchaus Sinn.
00:08:29: Alles auf Getreide aufzubauen, ist die Frage, ob das sinnvoll ist.
00:08:33: Natürlich können wir über Getreide und Vollkorngetreide auch sagen, okay, da sind viele Ballaststoffe enthalten.
00:08:38: Aber wenn mein Leben rein aus Pasta, Kartoffeln und Reis besteht, plus sehr viel Zucker und gepaart mit zu wenig Bewegung, dann werde ich nicht nur Flüssigkeit unter Umständen mit Einlagern, sondern wenn ich mich überkalorisch ernähre.
00:08:51: auch Gewicht zunehmen.
00:08:52: Und hier kommt eigentlich der Trick und die Veränderung zu Beginn.
00:08:55: Es ist wie so oft zu Beginn eine bewusste Entscheidung, die ich treffe.
00:08:58: Ich achte jetzt plötzlich auf meine Ernährung.
00:09:00: Ich nehme nicht mehr alles zu mir und erkenne vielleicht auch, dass ich ein fertiger Richter, was ich sonst essen würde.
00:09:06: oder eine Mahlzeit, die ich zubereiten würde oder außer Haus, wo ich essen würde, die nicht mehr so nehmen würde, also anpassen würde.
00:09:13: Und das ist bei egal, welche Ernährungsformen wir darüber sprechen, einer der zentralen Mechanismen zu beginnen.
00:09:18: Also es ist quasi eher etwas Kognitives, mentales.
00:09:21: Ich beschäftige mich mit dem Thema.
00:09:23: Und dann habe ich unter Umständen noch wirklich eine geringere Energiezufuhr.
00:09:28: Und die wirkt sich aus.
00:09:29: Und Stoffwechselseitig, vielleicht das noch mal mitzuewähnen.
00:09:33: Ja, ich kann dadurch erzeugen, dass ich Postprandial, also nach der Nahrungsaufnahme, weniger Glucoseaufnahme habe und weniger Insulinausschüttung.
00:09:43: Ich vermeide quasi solche Glucose-Spitzen, die häufig auch wieder zu Heißhungerattacken führen können.
00:09:48: Und ich habe eine bessere, man könnte sagen, glychemische Kontrolle, die sich mit einstellt.
00:09:52: Das ist definitiv positiv mit zu bewerten.
00:09:55: Häufig, nicht immer, berichten Menschen, dass sie sagen, ich habe auch weniger Appetit dadurch, weil ich ersetze die Kohlenhydrate, die Energie, die ich mir zuführe, durch andere Energieträger, durch Allweis, durch Fett und habe dementsprechend eine nicht zu starke Schwankung, auch hier wieder Glucose, Insulinstoffwechsel und Heißhungerattacken, plus.
00:10:13: ich bereite die Dinge vielleicht selbst mehr zu, habe also weniger hochverarbeitete Lebensmittel mit integriert.
00:10:20: In den Mechanismen wirkt sich das nicht nur auf Klikoseinsulin direkt aus, sondern gegebenenfalls auch auf die Triglzeride, die Neutralfette, die in der Leber produziert werden und die natürlich ansteigen, wenn sehr viel Insulin ausgeschüttet wird.
00:10:34: Die können senken.
00:10:36: HDL, das sogenannte gute Cholesterin, also der Transporter, der Cholesterin aus dem Körper zurück holt, würde auch etwas ansteigen.
00:10:45: Aber und jetzt kommt ein ganz entscheidender Punkt und das sehen wir grundsätzlich in der Datenlage nicht komplett dafür freigegeben, weil wenn ich nicht auf meine anderen Makronährstoffe wie Eiweiß und Fetter achte und mein Fettgehalt zu hoch lege, dann sehen wir unter Umständen genau die Umkehr, nämlich auch einen Anstieg von Cholesterin, von LDL, also Cholesterin, das in den Körper G liefert wird, gepaart mit ApoB sorgt es unter Umständen in den Gefäßen am Ende für Probleme.
00:11:14: Und dann haben wir natürlich eine Umkehr.
00:11:16: Das heißt, es ist kein Freifahrtschein zu sagen, nur weil ich die Kohlenhydrate reduziere, kann ich alles andere so machen und ich nehme automatisch davon ab.
00:11:24: Es geht immer auch um die Bilanzierung.
00:11:26: Jetzt wollen wir Matthias mal genauer reinsoumen und uns wissenschaftliche Evidenz zu Low Carp anschauen.
00:11:32: Wenn ich es richtig rausgehört habe, ist es schon relativ schwierig, weil eben dieser Begriff Low Carp nicht klar definiert.
00:11:38: Was bedeutet das?
00:11:39: Wie wird die Ernährung wirklich, sagen wir mal, auch messbar mit festen Parametern verändert?
00:11:44: sondern das kann eben von bis gehen.
00:11:46: Und auch es ist nicht klar definiert, welche Form von Kohlenhydraten eben reduziert werden.
00:11:50: Ist es nur Zucker, nur Weiß, nur Reis oder eben eine Mischung aus allem.
00:11:54: Dennoch, was sagt die Wissenschaft?
00:11:56: Gibt es Anhaltspunkte?
00:11:57: Gibt es Messdaten?
00:11:58: Gibt es Bewertungen, die belastbar sind, die uns zeigen können, wie Low Carb im Körper wirklich funktioniert?
00:12:06: Ja, wie gerade schon erwähnt mit Blick auf die glychemische Kontrolle, so könnte man sagen, hier gibt es durchaus eine Tendenz bzw.
00:12:14: auch eine signifikante Verbesserung von beispielsweise des Langzeitblutzuckerwertes.
00:12:19: Wir sehen auch Effekte, je nachdem wie es durchgeführt worden ist, auf das Thema Gewichtsverlust.
00:12:25: Das ist durchaus möglich.
00:12:27: Aber ich muss mal klar sagen, den Teil, den wir als Gewichtsverlust bei einer Kohlenhydratarmen Ernährung finden, ist ähnlich zu dem, was wir finden würden mit Kohlenhydrat reicher oder ausgewogene Zufuhr, weil es am Ende des Tages natürlich auch die Bilanzierung mit anschaut.
00:12:45: Es gibt Effekte auf Blutdruck, auf Lipid-Parameter, die sind aber auch meistens vergleichbar, wenn ich ausgewogen und auch die Energiezufuhr nicht übertreiben.
00:12:55: Hier ist wirklich wichtig, dass man erkennt, wenn man bestimmte Lebensmittel rausnimmt, Lebensmittelgruppen oder sehr kolnhydratreiche Lebensmittel, die sinnvoll zu ersetzen.
00:13:05: Und wenn ich mich mit Ernährung an der Stelle nicht auseinandersetze, wird das Problem, was man für sich selbst daraus gewinnen möchte, ob nun Gewichtsreduktion oder mehr Gesundheit, bessere Stoffwechselparameter, sich nicht automatisch ergeben, das ist wichtig zu verstehen.
00:13:20: Du hast es gerade schon gesagt, das Thema Blutzucker taucht im Zusammenhang mit Low Carb auch immer wieder auf.
00:13:25: Was gibt es für wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf Insulinresistenz, Typ II-Diabetes, metabolisches Syndrom?
00:13:34: Das sind alles Begriffe, die bei Low Carb auch immer wieder als positive Effekte genannt werden.
00:13:39: Ist das ... Gutes Marketing, ist das so eine typische Social-Media-Blase?
00:13:43: oder ist da wirklich was dran?
00:13:44: Wenn wir beginnen, Mechanismen seitig schauen, dann haben wir ja genau den Effekt, wenn wir weniger Kohlenhydrate zuführen, uns nicht irgendwie einfach nicht essen.
00:13:53: Das ist beim Thema Fasten, wäre das nochmal so ein separater Aspekt, gucken wir uns ja auch nochmal mit an, sondern ich einfach die Kohlenhydrate reduziere.
00:14:01: Dann habe ich weniger Insulin-Ausschüttungen, d.h.
00:14:04: mit weniger Insulin wird die Leber auch weniger gefordert, Triglyceride zu bilden, die Triglyceride beeinflussen logischerweise auch wieder den Cholesterinschaffwechsel und die Transporter für Cholesterin- und Fettstrukturen oder Fettsäuren, die dann in die Blutbahn gelangen.
00:14:20: Das heißt, mit dem Blick auf Insulinsensitivität und Reduktion Risikotyp II Diabetes kann das Ein möglicher Ansatzpunkt sein ist eher die Frage, ist das langfristig umsetzbar und durchsetzbar?
00:14:33: Und für viele funktioniert das eben nicht.
00:14:35: Und es ist wichtig zu verstehen, dass man nicht pauschal sagen kann, Kohlenhydrate sind schlecht.
00:14:41: Und bitte nichts mehr davon von Kohlenhydratquellen in die Nahrung mit einbauen, weil es sich genau im Gegenteil umschlagen kann, wenn ich das zu lange durchführe und noch mal die Ernährung sich Faserstoffarmen aufbaut, zu fettreich aufbaut, zu hochkaliorisch aufbaut, mit zu vielen ultra hochverarbeiteten Lebensmittel.
00:15:01: Ich hab nur diese Kohlenhydratquellen rausgenommen.
00:15:05: Dann steigt eher das Mortalitätsrisiko.
00:15:07: Das heißt, und der Faktor, der fehlt, sind die pflanzlichen Faserstoffe.
00:15:12: Und wenn mich jemand fragt, auch grundsätzlich low carb, weil das auch ein Thema ist, was wir immer wieder diskutieren, wir gucken gleich noch mal evolutionär drauf, dann ja, bestimmte Quellen, die auch ... eher nicht so häufig im Laufe der Evolution in unserer Nahrung vorgekommen sind.
00:15:27: Das ist nun mal bei Getreide, vor allen Dingen auch mit der Fall.
00:15:31: Und diese hohe Präsenz des Getreils in vielen Variationen, wie wir es in der Ernährung finden, plus den zugesetzten Zucker.
00:15:38: Dafür ist unser Stoffwechsel nicht wirklich gut ausgelegt.
00:15:40: Deswegen haben wir viele Probleme mit dabei.
00:15:43: Aber gebundene Kohlenhydrate.
00:15:46: In Gemüse beispielsweise.
00:15:48: Also intracelluläre Kohlenhydrate.
00:15:51: Das sind strukturgebende Kohlenhydrate.
00:15:53: Die müssen Teil sein und sind auch Teil im Kontext einer evolutionären Ernährung oder einer hartgerechten Ernährung.
00:16:00: Und von daher gehört es definitiv mit dazu.
00:16:03: Und wenn es nicht da ist, wird es potenziell kritisch.
00:16:07: Und wir sehen das im Laufe der unterschiedlichen Ernährungsformen.
00:16:10: auch Faserstoffanteil.
00:16:12: Der pflanzliche Anteil ist schon auch Schlüssel-Element.
00:16:16: für nachhaltige Gesundheit oder Gesundheit grundsätzlich.
00:16:19: Dann lass uns direkt bei der evolutionären Betrachtung bleiben.
00:16:23: Wenn wir uns unsere Vorfahren anschauen oder das, was wir auch genetisch aus unserem programmierten Code ablesen können, hatten unsere Vorfahren eher eine Kohlenhydratreiche oder eher eine Kohlenhydratarme
00:16:35: Ernährung?
00:16:36: Wenn wir damit anfangen, können wir schon mal pauschal sagen, es lässt sich so nicht erklären.
00:16:40: Es gibt, wenn wir uns das anthropologisch anschauen, auch Naturvölker auch heute noch, die zumindest in gewissen Phasen.
00:16:47: sehr Kohlenhydrat reich sich ernähren.
00:16:49: Und jetzt sagen
00:16:49: viele,
00:16:50: was, aber wir sind doch Jäger und Sammler gewesen.
00:16:54: Wir werden darauf kommen, dass es nicht nur der Fall ist.
00:16:56: Und hier sieht man aber den Unterschied.
00:16:59: Die Kohlenhydrate, die konsumiert werden, befinden sich in sehr komplexer Strukturen, nicht nur in der Länge der Kohlenhydrate selbst, sondern auch eingebettet in der Gesamtnahrungsmatrix, also in einer anderen Pflanze beispielsweise oder ähnlichem.
00:17:12: Und dann kann der Kohlenhydratanteil hoch sein und der Stoffwechsel und trotzdem flexibel reagieren.
00:17:18: Es sind nicht, bitte nicht falsch verstehen, die bösen Kohlnytrate.
00:17:23: Aber, das ist schon richtig, so wie wir es in der westlichen Ernährung oder in unserer Ernährung heute finden, die ständige Verfügbarkeit von Kohlnytraten, die verarbeitete Form, die raffinierten Form, die Zuckervarianten, die auch in anderen Lebensmittel, wo sie gefühlt nicht reingehören, in Fake Foods mit ergänzt sind, das ist ein zu viel.
00:17:45: Und dann macht Das Thema der Kohlenhydrate, einen wichtigen Aspekt daraus, aber auch hier nicht für sich alleine, sondern logischerweise auch hier in der Gesamternährungsmatrix.
00:17:56: Und Low Carb wirkt nicht, weil es quasi weniger Kohlenhydrate sind, sondern weil wir am Ende durch die Ernährungsumstellung, mit den schon eben erwähnten Aspekten über was machen meine anderen Nährstoffgruppen, habe ich eine Veränderung der Insulinlast.
00:18:13: und damit eine Beeinflussung meines Stoffwechsels.
00:18:15: Und der ist durchaus positiv und sinnvoll.
00:18:18: Und ich habe im Idealfall eine hohe Menge an Ultrahochverarbeitenden Lebensmitteln, die ich ebenfalls mit reduziere.
00:18:26: Also, Matthias, zusammenfassend können wir sagen, Low Carb als Ernährungsform oder eben auch als angeprisene Diät, wie man in Deutschland sagt, ist durchaus mit positiven Effekten ausgestattet.
00:18:38: Die Wissenschaft dahinter ist ein bisschen Schwammig, weil die Definition von Low Carb Ernährung relativ schwammig ist und nicht ganz klar ist, was das also genau bedeutet, was wir festhalten können.
00:18:48: Und da gibt es wissenschaftliche Evidenz.
00:18:51: Wenn wir von Carps, also von Kohlenhydraten sprechen, in Form von hochverarbeiteten Lebensmitteln, in Form von Industriezucker, in Form von Industrieweizen, dann gibt es ganz klare wissenschaftliche Evidenz.
00:19:03: Wenn das reduziert wird, gibt es eine Reihe positiver Effekte.
00:19:06: Insulinresistenz ist ein Thema Typ II Diabetes, der sich verbessern kann, metabolisches Syndrom, auf das es Auswirkungen hat.
00:19:13: Also Low Carb hat durchaus positive Effekte.
00:19:17: Wenn man es eben so einstellt, dass man diese in Anführungszeichen schlechten Kohlenehydrate, diese künstlichen Kohlenehydrate, diese hoch kalorischen Zucker- und hochverarbeiteten Lebensmittel, wenn man die
00:19:28: reduziert,
00:19:29: Low Carb nicht verstehen als No Carb.
00:19:32: Ich schmeiße alle Kohlenehydrate aus meinem Leben, sondern du hast es ja schon erklärt, vor allem die langkettigen Kohlenehydrate.
00:19:38: Kohlenhydrate, wie sie in Pflanzen vorkommen, in Möhren beispielsweise, in Kürbis und so weiter.
00:19:44: Das sind gute Kohlenhydrate, die unser Körper auch braucht, um eben optimal zu funktionieren.
00:19:50: Abschließende Worte von D. Matthias, Low Carb, aus deiner Sicht ein sinnvoller Ansatz und für wen er nicht?
00:19:55: Sinnvoll, auch gerade aus einer evolutionären Perspektive, wenn es um den Miss-Match in unsere Ernährung geht.
00:20:01: Also du hast es schon erwähnt, Zucker ultra hochverarbeitete Lebensmittel, zu viel Getreide, was auch eben stark verarbeitet ist.
00:20:10: Aber es macht nur dann Sinn, wenn parallel dazu der Pflanzenfaseranteil und hier auch der Kohlenhydrantanteil hoch bleibt, da ausreichend Eiweiß vorhanden ist und eher auch Eiweiß quasi hier noch mit zu berücksichtigen.
00:20:22: und Bewegung.
00:20:23: Die gehört an der Stelle auch mit dazu.
00:20:24: Ich glaube, dann kann das ein Konzept sein für den Einstieg.
00:20:28: durchaus möglich, gerade mit Blick auf Glocose und Insulinhaushalt.
00:20:32: Aber gute Blutzuckerwerde sind kein Freifahrtschein mit Blick auf andere Makronährstoffgruppen, mit Blick auf Excess von zu viel gesättigten Fettsäuren, mit Blick auf Überernährung, also zu viel Energiedichte aus anderen Lebensmitteln.
00:20:49: Das muss an der Stelle auch mit berücksichtigt sein.
00:20:51: Dann kann das sinnvoll sein.
00:20:54: und wer sich eine Ernährung aufbaut, die daraus aus Lebensmitteln, aus einer vielfältigen Lebensmittelauswahl besteht.
00:21:00: Dann kann man das durchaus auch längerfristig umsetzen.
00:21:03: Zu harter Cut zeigt sich, wird häufig dazu führen, dass die Menschen es irgendwann wieder abbrechen werden.
00:21:20: Protein, also eine Ernährung mit einem hohen Proteinanteil, ob das funktioniert, was die Wissenschaft sagt, wie gut das zu uns Menschen auch aus evolutionärer Perspektive passt.
00:21:31: Das werden wir morgen besprechen hier bei den Health Nerds.
00:21:34: Also Leute, wenn ihr uns noch nicht abonniert habt, macht das, drückt die Glocke, hinterlasst gerne auch mal einen Kommentar bei Spotify direkt unter der Folge, wie eure Erfahrungen zum Beispiel mit Low Carb sind.
00:21:43: Freuen wir uns auf euer Feedback und schon morgen hören wir uns wieder mit einer neuen Folge bei den Health Nerds.
00:21:48: Matthias, vielen Dank.
00:21:49: Vielen Dank.
00:21:50: Hardgerecht, HealthNurse, Spezial.
00:21:54: Von Low Carb bis High Protein.
00:21:57: Ernährungsformen im Check.
00:21:59: Ein all-easern-new, original Podcast.
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