Carnivore: Nur Fleisch = mentale Klarheit? (Spezial)

Shownotes

Kaum eine Ernährungsform polarisiert derzeit so stark wie Carnivore. Ausschließlich tierische Lebensmittel, kein Obst, kein Gemüse, keine Ballaststoffe. Für die einen ein radikaler Irrweg, für die anderen die konsequenteste Form artgerechter Ernährung. Besonders in Fitness-, Biohacking- und Online-Communities gewinnt die Carnivore-Diät zunehmend Anhänger. Viele berichten von Gewichtsverlust, mentaler Klarheit, stabiler Energie und weniger Entzündungen. Gleichzeitig steht dieses Ernährungskonzept im klaren Widerspruch zu fast allem, was klassische Ernährungslehre seit Jahrzehnten empfiehlt.

Genau deshalb steht Carnivore im Fokus der dritten Folge unserer HEALTH NERDS Spezialserie. Auch diese Ernährungsform nehmen wir nüchtern und systematisch unter die Lupe. Wir klären, was Carnivore tatsächlich ausmacht, welche biologischen Mechanismen dabei greifen und wie belastbar die wissenschaftliche Evidenz ist – jenseits von Erfahrungsberichten, Ideologie und Social-Media-Erzählungen.

Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum ordnet ein, welche Effekte sich mechanistisch erklären lassen. Warum eine rein tierische Ernährung zu einem metabolischen Switch führen kann, welche Rolle Ketonkörper für Energie und mentale Klarheit spielen und weshalb viele positive Effekte auch mit Elimination zu tun haben – dem Weglassen von Zucker, hochverarbeiteten Lebensmitteln, FODMAPs und potenziell problematischen Pflanzenbestandteilen. Gleichzeitig wird deutlich, dass genau diese Radikalität auch Risiken birgt.

Was passiert, wenn wir vollständig auf Ballaststoffe verzichten? Wir sprechen darüber, welche Bedeutung pflanzliche Fasern für Darmgesundheit, Mikrobiom-Diversität und die Produktion kurzkettiger Fettsäuren haben - und was sind die Folgen, wenn dieser Nährboden vollständig entfällt. Ebenso diskutieren wir potenzielle Mangelrisiken, die Frage nach Mikronährstoffen, Carninutrients wie Kreatin und Cholin sowie die fehlende Langzeitdatenlage zur Carnivore-Ernährung.

Zum Abschluss ordnen wir Carnivore evolutionär ein. Wie viel Fleisch hat der Mensch historisch wirklich gegessen? War eine rein tierische Ernährung die Norm oder eher eine Anpassung an extreme Lebensräume? Und ist Carnivore eine Rückkehr zu unseren Wurzeln – oder eine moderne Überinterpretation einzelner Aspekte unserer Ernährungsgeschichte? HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.

Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.

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00:00:01: Wir geraten mit einer Kaniwornernährung in der Stoffwechselage eher in die Kethose, weil wir nehmen so viele Kohlenhydrate raus, Kohlenhydrate und alle Pflanzensubstanzen, die letztendlich immer als dreibach unserer zellulären Energieproduktion notwendig sind.

00:00:19: Und wenn die Kohlenhydrate oder die Klokose fehlt, dann schaltet Der Organismus um, insbesondere die Lebers, werden mehr Ketonkörper produziert.

00:00:28: Und die sind ein super Energieträger für das Gehirn.

00:00:31: Ich sage nicht, dass das nicht erstrebenswert ist.

00:00:33: Ich sage nur jetzt schon mal, das Kleinkliffhanger ist auch anders möglich.

00:00:56: Kaum eine Ernährungsform polarisiert derzeit so stark wie die Cannivore Diät.

00:01:01: Ausschließlich tierische Lebensmittel.

00:01:04: Heißt konkret, kein Obst.

00:01:06: Kein Gemüse, keine Ballaststoffe.

00:01:09: Für die einen ist das ein radikaler Irrweg, für die anderen die konsequenteste Form artgerechter Ernährung.

00:01:16: Gerade in Fitness, in Biohacking und in Online-Communities gewinnt Karnivore immer mehr Anhänger.

00:01:23: Viele berichten von Gewichtsverlust, mentaler Klarheit, von weniger Entzündungen und von stabiler Energie.

00:01:30: Gleichzeitig steht Cannivore im klaren Widerspruch her zu fast allem, was klassische Ernährungslehre jahrzehntelang empfohlen hat.

00:01:37: Pflanzen gelten als gesund, Ballaststoffe als unverzichtbar, Vielfalt als der Schlüssel zur Gesundheit.

00:01:44: Die zentrale Frage deshalb kann eine rein tierische Ernährung biologisch wirklich funktionieren.

00:01:50: Und wenn ja, zu welchem Preis?

00:01:52: Darum soll es gehen, hier im dritten Teil unserer Spezialfolge bei den Health Nerds, wo wir uns jeden Tag eine Ernährungsform genau anschauen und schauen, was ist tatsächlich dran, wie funktioniert sie und was sagt die Wissenschaft dazu.

00:02:05: In dieser Folge schauen wir uns also Kanivore nüchtern und systematisch an.

00:02:09: Wir klären, was diese Ernährungsform tatsächlich ausmacht, welche Mechanismen im Körper dabei greifen und wie belastbar die wissenschaftliche Evidenz bei diesem Thema ist.

00:02:20: Und wir ordnen ein.

00:02:21: Carnivore aus evolutionärer Perspektive.

00:02:24: Wie viel Fleisch hat der Mensch denn historisch wirklich gegessen?

00:02:28: Und ist Carnivore eine Rückkehr zu unseren Wurzeln?

00:02:31: Oder eine moderne Über- oder Fehlinterpretation?

00:02:35: Zeit für die nächsten Check hier bei den HealthNerds.

00:02:38: Carnivore Diät oder Carnivore Ernährungsform.

00:02:43: Matthias Baum aus dem HealthNerds Wissenschaftsteam, unser Gesundheitswissenschaftler ist wieder da.

00:02:47: Matthias, herzlich willkommen.

00:02:49: Felix, ich freu mich, wie immer mit dabei zu sein.

00:02:52: Karnivore Ernährung, Matthias.

00:02:54: Ich hab's eingangs gesagt, für die einen ein radikaler Irrweg.

00:02:58: Ich muss schauchen

00:02:59: ein bisschen.

00:03:00: Kann ich gerne schon direkt etwas zu sagen.

00:03:02: Ich halte das als allgemein gültige Ernährungsempfehlung für ehrfahrenlässig und nicht für sinnvoll.

00:03:10: Und wir können gerne auf die Mechanismen schauen, auch auf das, was diskutiert wird.

00:03:15: auf positive wie negative Aspekte.

00:03:18: Aber pauschal zu sagen, nahezu ausschließlich tierische Lebensmittel, Fleisch, Fisch, Eier, teilweise Milchprodukte und praktisch keine pflanzlichen Substanzen halte ich für schwierig.

00:03:31: Plus auch hier wieder die Zusammensetzung der Makronährstoffgruppen.

00:03:36: Wir wissen schon, die Kohlenhydrate sind nahezu bei null.

00:03:38: Kann sich natürlich auch unterscheiden.

00:03:40: Oft ist es sehr fettreich.

00:03:42: Wir haben dann eine extrem hohe Menge gegeben, falls auch der gesättigten Fettsäuren.

00:03:46: nach aktuellem Stand wäre so ein Überkonsum nicht geeignet.

00:03:50: Fettsäuren, keine Frage, sind extrem wichtig.

00:03:52: Aber so der erste Einblick schon mal schwierig, das Pauschal als positiv einzuordnen.

00:03:59: So, dann lass uns doch direkt mal hinten anfangen.

00:04:00: Normalerweise haben wir hier die evolutionäre Einordnung erst am Ende der jeweiligen Folge.

00:04:06: Ich will direkt damit starten.

00:04:07: Welche Rolle hat denn Fleisch oder eine rein tierische Ernährung in der Ernährungshistorie unserer Vorfahren tatsächlich gespielt.

00:04:16: Also die, die darauf schwören, sagen, das ist eine Rückkehr an die Urform, wie der Mensch sich ernährt hat.

00:04:23: Ist es wirklich so oder?

00:04:26: Zumindest nach Akte im Kennenstand würden wir nicht davon ausgehen, dass Homo sapiens vor allen Dingen in allen Regionen und immer sich ausschließlich von tierischen Lebensmitteln ernährt hat.

00:04:36: Da, wo wir das kennen, gerade eher so.

00:04:38: In höheren Breitengraden finden wir unter Umständen Regionen, wo außer der tierischen Lebensmittelauswahl weniger zur Verfügung gestanden ist.

00:04:50: Der spannende Aspekt ist, der Organismus kann das.

00:04:53: Aber es gibt dann doch gewisse auch vielleicht genetische Unterschiede, die dazu führen, dass es nicht so gut funktioniert und längerfristig sich auch entweder Erkrankungen mitergeben können.

00:05:04: oder der Stoffwechsel wirklich darauf nicht perfekt reagieren kann.

00:05:10: Und im Laufe der Evolution haben wir sicherlich auch, logischerweise, tierische Lebensmittel konsumiert.

00:05:16: Es spricht sehr viel dafür, weil wir nun mal bestimmte Nutrienten auch nur aus tierischen Lebensmitteln bekommen können.

00:05:24: In ausreichendem Umfang können sie an manche davon auch selbst produzieren.

00:05:30: Aber anthropologisch geht man eher von In unserem Ursprung, was also quasi hier die meisten betrifft, eher davon aus, dass es eine nicht klassisch Jäger-Sammler-Variante ist, sondern Sammlerfischer kleiner Jagdanteil mit dabei natürlich, mit über auch Generationen weg, unterschieden, die damit eine Rolle gespielt haben.

00:05:52: Was hier durchaus eine Rolle spielen kann und durchaus auch in einer guten Durchführung der Kariborne Ernährung durchaus auch deshalb auch gesundheitliche Vorteile bringen kann, wir verzichten auf größtenteils ultra hochverarbeitete Lebensmittel.

00:06:06: Wir haben die Elimination von vielen Substanzen, die wir auch in Pflanzen finden, auch in unseren sehr kultivierten Pflanzen, die Antinerstoffe enthalten, die Dichte, die sehr hoch ist, dass Nährstoffe nicht gut aufgenommen werden können, dass das Immunsystem darauf reagiert.

00:06:19: Und dementsprechend tauchen die weniger auf.

00:06:22: Aber evolutionär würde die Einschätzung nicht heißen, okay, deshalb nur Fleisch und das einfach so freizugeben.

00:06:29: Okay, habe ich verstanden.

00:06:31: Ein weiterer... Ein Tickpunkt bei Carnivore Ernährung, und du hast es eben eingangs kurz angerissen, ist der vollständige Verzicht auf Ballaststoffe.

00:06:42: Lass uns da noch mal tiefer reingehen.

00:06:44: Was bedeutet es für unseren Körper, vor allem für unsere Darmgesundheit, für unser Mikrobiom, über das wir so oft hier schon gesprochen haben, wenn wir Ballaststoffe komplett aus der Ernährung rausnehmen?

00:06:55: Nehmen wir schon die Gesamtkombination, nicht nur Ballaststoffe, sondern die Kombination Ballaststoffe.

00:07:01: und andere Antioxidantien, die wir, sekundäre Pflanzenstoffen, die wir in Pflanzen finden.

00:07:06: Also wenn wir alle Pflanzen komplett herausnehmen, dann gibt es sicherlich die eine oder andere, die reagieren und sagen, ja, es gibt auch hier Mikrobiomen Unterschiede, die quasi so besser laufen.

00:07:17: Aber vom Grundprinzip gilt es, mehr Phaserstoffe wirken sich... positiv auf das Darm-Milieu aus, auf den pH-Wert beispielsweise im Stuhl, der besser reguliert werden kann.

00:07:29: Es geht um Nährboden für Bakteriengruppen.

00:07:34: Und wir wissen auch relativ klar, dass viele unterschiedliche Pflanzen am Ende dazu führen, dass das Darm-Mikrobium auch vielfältiger, diverser wird.

00:07:42: Und wir haben erst kürzlich dazu gesprochen, dass die diversifizieren des Darm-Mikrobiums dazu führt, dass Bakterien Nicht so simpel in gut und schlecht einzuteilen sind.

00:07:51: manche haben.

00:07:53: Symbiontische Funktionen.

00:07:54: wir geben ihnen als wird ein Raum zum Leben und dafür produzieren sie vielleicht bestimmte Substrate für uns.

00:08:00: das können Vitamine sein das können kurz kettige Fettsäuren sein und wenn wir hier ein diverses Mikrobiom haben durch eine pflanzenreiche vielfältige Ernährung.

00:08:11: Dann haben wir unterschiedliche Gruppen, die so vor sich hinwachsen und ansiedeln können.

00:08:16: Und wenn das der Fall ist, ist der Ausfall einer bestimmten Gruppe besser zu kompensieren.

00:08:21: So, und das ist vielleicht auch mit der Kritikpunkt.

00:08:23: Mir fehlen die Antioxidantien, mir fehlen die Ballaststoffe und Faserstoffe, die ich als Substratbildner brauche, als Nährboden.

00:08:31: Und die Substrate, die produziert werden, die kurzkettigen Fettsäuren werden hier am häufigsten mit erwähnt sind, Kommunikationssignalen mit unserem Gehirn beispielsweise.

00:08:40: Und stehen in Verbindung mit nicht nur besserem Darmgesundheit, sondern auch kardiobaskulärer Gesundheit und viel mehr.

00:08:46: Und jetzt kann man sagen, um vielleicht diesen Übergang zu schaffen, aber ich habe mich kann ich wahr ernährt und mir geht das wunderbar und richtig gut.

00:08:55: Und da sehen wir im Moment relativ klar so die ganz knallharte Evidenz, auch Langzeitdaten, durchgeführte Studien, die fehlt eigentlich weitestgehend.

00:09:04: Wir haben immer mal wieder so etwas Anekdotisches und die lassen sich auch über bestimmte Bereiche erklären.

00:09:09: Aber die Frage ist auch hier wieder, wie dann kann ich das eigentlich durchziehen und kehre ich irgendwann dahin zurück?

00:09:15: Und von daher kann es für bestimmte Gruppen in bestimmten Situationen sinnvoll sein, das auch mal durchzuführen.

00:09:23: Aber ... Als einzige Ernährungsform längerfristig und was es mit dem Körper machen könnte, zumindest mit der Datenlage, die wir haben, auch zu anderen Nahrungsgruppen und Bestandteilen in der Ernährung, sehen wir das im Moment nicht und können jetzt nicht klar sagen, okay, das ist die wirklich urmenschliche Ernährung.

00:09:41: Dann lass uns mal über die versprochenen oder immer wieder zitierten Mechanismen oder Effekte sprechen, die eine carnivore Ernährung haben soll.

00:09:51: Viele Menschen berichten von Gewichtsverlust, von weniger Entzündungen im Körper, von dem Gefühl, ich hab viel mehr Energie, ich bin viel klarer im Kopf, ich kann viel besser arbeiten, viel besser Sport reiben, ich bin viel mehr bei mir.

00:10:06: Ist das, sagen wir, ein sehr subjektives Gefühl oder gibt es da tatsächlich eine Wissenschaft, die das erklären

00:10:12: kann?

00:10:13: Es gibt, sagen wir mal, Mechanismen, die dahinterstehen können.

00:10:17: Fangen wir mit der Klarheit an, mit der mehr Energie, die sie vielleicht auch darstellt, die könnte am ehesten erklärt werden über einen sogenannten metabolischen Switch, einen Schalter, der umgelegt wird, der meine Energieversorgung in den Zellen verändert.

00:10:31: Das gleiche Prinzip können wir bei einer Low Carb Ernährung vielleicht auch finden oder einer Ketogenenernehrung.

00:10:37: Wir geraten mit einer Kaniwornenernehrung in der Stoffwechselage eher in die Ketose, weil wir nehmen so viele Kohlenhydrate raus, Kohlenhydrate und alle Pflanzensubstanzen, die letztendlich immer als dreiehbar unserer zellulären Energieproduktion notwendig sind.

00:10:57: Und wenn die Kohlenhydrate oder die Klokose fehlt, dann schaltet der Organismus um.

00:11:02: Insbesondere die Lebers werden mehr Ketonkörper produziert.

00:11:05: Und die sind ein super Energieträger für das Gehirn.

00:11:08: Ich sage nicht, dass das nicht erstrebenswert ist.

00:11:11: Ich sage nur jetzt schon mal das Kleinkliffhänger.

00:11:14: ist auch anders möglich.

00:11:16: Aber in den Makronährstoffgruppen das anzupassen, ist ein Weg, das würde bei der carnivoren Ernährung beispielsweise auch mit passieren.

00:11:22: Einige andere sprechen von dem Thema Gewichtsreduktion.

00:11:25: Das ist auch hier wieder das gleiche Prinzip.

00:11:27: Natürlich kann die Makronährstoffseitig High Fat, also hohe Fettmenge und High Protein Ernährungsvariante, nahezu keine Kohlenhydrate, auch wieder dazu führen, dass Flüssigkeit verloren geht, weil ich mich auch gut mit Aminosäuren versorgen kann, lässt sich schon mit erklären.

00:11:44: Wir haben zu Beginn Flüssigkeitsverlust.

00:11:46: mit passendem Training und keiner dauerhaften Überbilanzierung ist Gewichtsreduktion möglich.

00:11:51: Auch hier, ich beschäftige mich wieder sehr intensiv mit dem Thema Ernährung.

00:11:55: Achte da drauf, wie gesättigt bin ich, wie fühle ich mich dabei.

00:11:58: Das sind definitiv mit Veränderungen und viele andere, die sich so, ich sag mal, aufgebläht fühlen oder ein Völlegefühl haben und so weiter und sofort und stellen hier um.

00:12:08: Die machen etwas anderes, was häufig übersehen wird, nämlich das ist das Thema der Eliminationsernährungsvariante, ja?

00:12:15: Ich weiß nicht, ich nehme Sachen raus, ich reduziere etwas.

00:12:18: Aber, aber hallo, dadurch, dass ich jetzt alles an pflanzlichen Substanzen rausnehme und das könnte man über verschiedenen Aspekte argumentieren, über Antinährstoffe, die ich in bestimmten pflanzlichen Substanzen finde.

00:12:28: Das waren nochmal Substanzen, die die Darmbarriere beispielsweise mit beeinträchtigen können, das Darmikrobiom mit beeinträchtigen können, beeinflussen, vielleicht noch gar nicht so wertend betrachtet.

00:12:38: Das können enzymhemmende Substanzen sein, sodass Mikronährstoffe in den Pflanzen nicht gut aufgenommen werden können.

00:12:45: Das ist so der eine Teil.

00:12:46: Dann haben wir histaminreiche Lebensmittel, die beispielsweise mit dazugehören, die mehr reduziert werden.

00:12:52: Wir haben die sogenannten Footmaps, also die fermentierbaren Oligo, die Monosacheride und Polyole, die vor allen Dingen in Hülsenfrüchten finden würde, in verschiedenen Gemüsesorten, in Obstvarianten.

00:13:05: All das kommt raus.

00:13:07: Für viele geht mit dem Canniboren auch so eine Art Clean Eating-Komponente einher, so möglichst natürlich in der Zubereitung.

00:13:14: Und dann verlasse ich natürlich auch das Feld der Zusatzstoffe der ultra hochverarbeiteten Lebensmittel.

00:13:20: Und das kann diesen Effekt durchaus.

00:13:22: erklären.

00:13:23: Und dann habe ich aus dieser Kombination Stoffwechsel Veränderung natürlich gespielt, auch hier wieder die Insulin-Reduktion mit einer Rolle, weil wenn jetzt keine Kohlenhydrate mehr kommen, kein Zucker mehr reinkommt, brauche ich auch weniger Insulin.

00:13:35: Das kann sich auf der Energielevel mental und auch körperlich mit auswirken.

00:13:40: Ich verliere natürlich auch die Ballaststoffe.

00:13:42: Und das ist, die Ballaststoffe sind der Diskussionspunkt, wenn wir so die ganz hardcore Variante Carnivore versus vegane Communities sehen und wie sie aufeinander losgehen.

00:13:52: Und dann gibt es hier wieder eine Studie, die zeigen, Ballaststoffe sind gar nicht immer gut.

00:13:57: Aber wir reden schon auch darüber, ob das eine Ernährungsform ist, die man pauschal für alle freigeben kann.

00:14:02: Und davon will ich auf jeden Fall absehen.

00:14:05: Super spannend.

00:14:06: Und also auch wenn ich dir richtig folge, Matthias, Das muss man sich mal vorstellen.

00:14:10: Du hast ja eben grad auch eine Riesengruppe an eben nicht tierischen Lebensmitteln aufgezählt und was dort alles für Stoffe drinstecken.

00:14:18: Das muss doch ein gigantischer Mangel sein, wenn ich das alles rausnehme aus meiner Ernährung.

00:14:22: Mein Körper müsste doch schreien nach oder einen Mangel haben und einen Bedarf an bestimmten Stoffen, an bestimmten Vitaminen, an bestimmten Spurenelementen, die mir plötzlich komplett fehlen.

00:14:37: Ein wichtiger Punkt, und das ist der nächste Punkt, über den in beiden Seiten gestritten wird.

00:14:43: Die Carnivoren sagen, der veganen Gruppe, ihr habt kein Vitamin B-II, ihr habt zu wenig Eisen, ihr habt zu wenig Kohlien in eurer Ernährung.

00:14:53: Die vegane Community sagt, naja, euch fehlen die Ballaststoffe und vieles mehr.

00:14:59: Und euch fehlt beispielsweise Vitamin C. Und unter Umständen auch andere wichtige Vitamine, die ich nicht gut aufnehmen kann.

00:15:07: Natürlich finde ich in Fleisch auch viele Vitamine.

00:15:09: Und eine andere Gruppe, nämlich die sogenannten Karninutrients.

00:15:15: Das sind allen voran, haben wir auch hier schon drüber gesprochen, Kreatin, L-Karnitin, Karnosine.

00:15:22: Letztendlich auch Kulin könnte man ebenfalls noch mit dazu zählen.

00:15:25: Und das ist natürlich wieder das Argument aus der Karniboren-Community.

00:15:29: Hey, diese Substanzen finde ich in Fleisch.

00:15:32: Die andere Seite sagt, ey, aber ich kann das auch selbst produzieren oder kann es substituieren.

00:15:39: So, am Ende, wenn wir jetzt drauf schauen, fehlen mir unter Umständen bestimmte Mikronährstoffe.

00:15:44: Ich habe bei dieser starken Restriktion potenzielle Mangelerscheinung, aber das wissen viele.

00:15:50: So Mangelerscheinungen können auch... länger bestehen, bis man das irgendwie mal merkt.

00:15:54: Und jetzt kommen wir zu dem Thema zurück, wie hart ist ja eigentlich die Evidenzlage?

00:15:58: Ja, nicht wirklich.

00:15:59: Weites Gehen zur Langzeituntersuchung zu dem Thema existieren nicht wirklich.

00:16:03: Das heißt, wir können mechanistisch argumentieren, aber wir wissen es nicht hundertprozentig.

00:16:09: Und Mangelerscheinungen brauchen etwas Zeit.

00:16:13: Also Skorbut entsteht nicht morgenfull.

00:16:15: Klar.

00:16:16: Und natürlich können auch sagen vielleicht auch viele aus der carnivoren Ernährung, das ergänzt sich noch zusätzlich und dann ist es auch wieder in Ordnung.

00:16:23: Das ergänzt sich dann synthetisch oder vielleicht dann doch aus einer pflanzlichen Quelle, wie dem auch sei.

00:16:28: Am Ende ist immer wieder ein Thema, bin ich mit dieser Ernährungsvariante dann längerfristig ausreichend versorgt?

00:16:34: und ich möchte hier nochmal betonen, auch wenn Kolleginnen und Kollegen das als therapeutisches Mittel medizinisch begleitet irgendwie empfehlen, in bestimmten Situationen.

00:16:46: Warum nicht?

00:16:47: Ob es wirklich notwendig sein muss und ob man alle Lebensmittel, die tierisch sind, dafür freigibt, ist wahrscheinlich dann auch noch mal ein wichtiger Aspekt.

00:16:55: Das heißt, Matthias, abschließend zusammenfassend und wir versuchen ja hier in dieser Wochenreihe Orientierung zu geben.

00:17:02: In das Feld der verschiedensten Ernährungsformen.

00:17:04: Wir kriegen immer wieder auch Nachrichten aus der Community.

00:17:07: Könnt ihr mir helfen, abzunehmen?

00:17:08: Habt ihr Tipps, wie ich dauerhaft mein Gewicht in einen Bereich bringe, der optimal ist, der sich gut anfühlt?

00:17:16: Diese Form der Diät oder der Ernährung, also eine rein tierische Quelle als Ernährungsquelle, würdest du sagen, pauschal ist das definitiv nix, was du als Gesundheitswissenschaftler empfehlen würdest.

00:17:31: Also da spricht alles dagegen, das vor allen Dingen auf dauerhaft durchzuführen.

00:17:35: Ich würde es schon sehr klar so sagen.

00:17:38: Hinzu kommt, wenn wir qualitativ im Detail reinschauen, auf Säugetierfleisch haben wir schon häufiger darüber gesprochen, über potenzielle Zuordnung zu... Krebsrisiko zu einzelnen Strukturen, die entfleisch enthalten sind.

00:17:53: Neu-Fünf-GC ist hier etwas, was die ein oder anderen schon mal mitgehört haben, die auch für gegebenenfalls autoimmuneprozesse Krebserkrankungen mit eine Rolle spielen können.

00:18:01: Wir haben die Veränderung in der Zusammensetzung, wenn das Fleisch beispielsweise sehr fettreich ist, auch eine zu hohe Menge an.

00:18:08: Fett und auch gesättigten Fettsäuren zu wenig Berücksichtigung der guten Fettsäuren, der essenziellen Fettsäuren, die quasi mit einer Rolle spielen oder auch die einfach ungesättigten Fettsäuren.

00:18:19: Klar, kann das Teil der Ernährungsstrategie auch bei der carniboren Ernährung sein oder man kann darauf achten, über Fisch und Meeresfrüchte das mit abzudecken.

00:18:28: Aber abschließend würde ich schon sagen, wenn es nicht eine klare Indikation gibt oder eine Idee, die genau dazu führt, das ist gesundheitlich ein Vorteil ist, ist es sehr stark restriktiv, potenziell mit Mangel-Situationen verbunden und vor allen Dingen bei dem längeren Durchführen.

00:18:45: Wir haben die Daten nicht dafür können, aber mechanisch zu zeigen, okay, das wird sich sehr wahrscheinlich in bestimmten Situationen oder auch bei einem bestimmten Phänotyp nicht positiv auswirken.

00:18:56: Und von daher spricht aus der aktuellen Sicht nichts gegen eine gewisse Auswahl an tierischen Lebensmitteln.

00:19:04: Um genau das Argument abzudecken, zu sagen, ja, aber Substanzen wie Kreatin, Kulin, Karnosine möchte ich über die Nahrung mit aufnehmen.

00:19:14: Das halte ich für innervielfältige Ernährung für durchaus sinnvoll, aber das für sich alleine, ohne alle weiteren Substanzen aus dem pflanzlichen Spektrum heraus pauschal nicht sinnvoll.

00:19:24: Das war Teil drei unserer Ernährungs-Sonderei hier bei den Health Nerds.

00:19:29: Karnivore Diät oder Karnivore Ernährung.

00:19:31: Eine rein tierische Ernährung kritisch, wissenschaftlich beleuchtet und erklärt von unserem Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum.

00:19:39: Morgen machen wir weiter die nächste Ernährungsform auf dem Prüfstand.

00:19:42: Bis dahin Leute, bleibt uns gewogen und bleibt gesund.

00:19:46: Vielen Dank.

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