Keto: Fett als Hauptenergiequelle = bessere Energieversorgung? (Spezial)
Shownotes
Leistungsfähigkeit, mentale Klarheit und Stoffwechselkontrolle - diese Effekte werden der ketogenen Ernährung nachgesagt. Kaum Kohlenhydrate, dafür sehr viel Fett - mit dem Ziel, den Körper in einen Zustand zu versetzen, in dem er primär Fett und Ketonkörper als Energiequelle nutzt. Für manche gilt Keto als Gamechanger beim Abnehmen oder bei metabolischen und neurologischen Erkrankungen, für andere als extremes Konzept, das im Alltag kaum durchzuhalten ist.
Deswegen steht die ketogene Ernährung im Mittelpunkt dieser Folge unserer HEALTH NERDS Spezialserie. Wir schauen nüchtern und systematisch auf das Konzept, klären, wie Ketose physiologisch funktioniert, was im Körper dabei tatsächlich passiert und für wen dieser besondere Stoffwechselzustand sinnvoll sein kann. Von Blutzucker- und Insulinregulation über Gewichtsveränderungen bis hin zu Effekten auf Gehirn und Nervensystem.
Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum erklärt, warum Ketose kein exotischer Sonderzustand ist, sondern ein evolutionär angelegtes Stoffwechselprogramm. Wenn dem Körper kaum Glukose zur Verfügung steht - etwa durch stark reduzierte Kohlenhydrate oder durch Fasten - beginnt die Leber Ketonkörper zu produzieren. Diese dienen nicht nur als effizienter Energieträger, insbesondere für das Gehirn, sondern wirken auch als Signalstoffe, die Genexpression, Regeneration und Schutzmechanismen beeinflussen können. Viele Menschen erleben das als gesteigerte mentale Klarheit, stabile Energie und reduzierten Hunger.
Gleichzeitig wird deutlich, warum Keto häufig missverstanden wird. Nicht jede fettreiche Ernährung führt automatisch in die Ketose - und nicht jede ketogene Ernährung ist automatisch sinnvoll umgesetzt. Entscheidend ist die Gesamtzusammensetzung der Ernährung: Qualität der Fette, ausreichende Eiweißzufuhr, Elektrolythaushalt und der Umgang mit Ballaststoffen spielen eine zentrale Rolle. Eine extrem einseitige, fettdominierte Ernährung kann langfristig problematisch sein und ist für viele Menschen schwer durchzuhalten.
Ein wichtiger Teil dieser Folge widmet sich dem therapeutischen Einsatz der ketogenen Ernährung. Ursprünglich in der Behandlung von Epilepsie entwickelt, wird Ketose heute auch im Kontext neurodegenerativer Erkrankungen diskutiert. Ketonkörper liefern nicht nur Energie, sondern können Schutz- und Reparaturprozesse im Gehirn unterstützen. Gleichzeitig betont Matthias Baum, dass Ketose als Zustand sinnvoll sein kann - ohne dass eine dauerhafte ketogene Ernährung für alle notwendig oder empfehlenswert ist.
Zum Abschluss ordnen wir Keto evolutionär ein. Unsere Vorfahren lebten nicht dauerhaft ketogen, erlebten aber regelmäßig Phasen von Nahrungsknappheit, Fasten und Verzicht. Genau in diesen Phasen wurde der ketogene Stoffwechsel aktiviert. Die zentrale Frage ist daher weniger, ob wir uns dauerhaft ketogen ernähren sollten - sondern ob wir die Fähigkeit zur metabolischen Flexibilität bewahren oder wiedererlernen: den Wechsel zwischen Zucker- und Fettstoffwechsel. HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.
Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:01: Dieses Thema Ketose ist insofern interessant, weil es ein sehr ursprüngliches biologisches Stoffwechselprogramm für uns ist.
00:00:07: Und auch das passiert in einem flexiblen Organismus durchaus in bestimmten Phasen.
00:00:13: Dadurch, dass die Kohlenhydrate den Zucker so stark reduzieren und das eine Weile aufrechterhalte, haben die Zellen zu wenig Klukosebetrieb.
00:00:21: Die fehlende Klukose wird kompensiert, Ketonkörper entstehen.
00:00:41: Die ketogene Ernährung gilt für viele als die konsequenteste Form von Stoffwechseloptimierung.
00:00:50: kaum Kohlenhydrate, dafür sehr viel Fett, mit dem Ziel, den Körper in einen Zustand zu bringen, indem er primär Fett und eben die ja auch namensgebenden Ketonkörper als Energiequelle nutzt.
00:01:04: Für manche ist Keto ein Gamechanger beim Abnehmen oder bei metabolischen Erkrankungen.
00:01:10: Für andere ein eher, tja, schwieriges oder kaum alltagstaugliches Extrem.
00:01:17: Fest steht, kaum eine Ernährungsform greift so tief in die Stoffwechselregulation ein wie die ketogene Ernährung.
00:01:24: Sie verändert unseren Blutzucker, Insulin, Hunger, Leistungsfähigkeit und stellt damit zentrale Fragen an unser Verständnis von, na ich sag mal, normaler Ernährung in Frage.
00:01:37: Gleichzeitig wird Keto häufig pauschal empfohlen, ohne sauber zu klären, für wen dieser spezielle Körperzustand Sinnvoll ist und für wen er nicht.
00:01:48: Und auch darüber werden wir sprechen in dieser Folge hier in unserem Health Nerds Spezial, in dem wir jeden Tag über eine bestimmte Ernährungsform sprechen.
00:01:57: Wir schauen uns also heute die ketogene Ernährung systematisch an.
00:02:01: Wir klären wie ketose, dass es dieser Zustand, in dem der Körper sich dann befindet, funktioniert.
00:02:07: Was im Körper dabei tatsächlich passiert, und wie belastbar die wissenschaftliche Evidenz ist von Gewichtsreduktion über Diabetes bis hin zu neurologischen Effekten.
00:02:17: Und wir ordnen Keto aus evolutionärer Perspektive ein.
00:02:21: Ist Ketose ein natürlicher Stoffwechselzustand oder eher ein Ausnahmeprogramm, das eben nur unter bestimmten Bedingungen Sinn ergibt?
00:02:31: Zeit für einen nüchternen Realitätscheck.
00:02:33: Ketogene Ernährung hier bei den HealthNerds.
00:02:37: Matthias Baum, unser Gesundheitswissenschaftler.
00:02:38: Schön, dass du da bist.
00:02:39: Herzlich willkommen.
00:02:40: Hallo Felix, ich freue mich mal mit dabei zu
00:02:42: sein.
00:02:42: Matthias, ketogene Ernährung, erklär uns das.
00:02:48: Wie ernähre ich mich?
00:02:49: Was muss ich ändern in meiner Standardernährung, um mich ketogen zu ernähren?
00:02:55: Also die wesentlichen Aspekte hast du gerade schon gelernt.
00:02:58: Es geht um Eine Reduktion von Kohlenhydraten primär auf ein energetisches Minimum, fünf bis zehn Prozent des Energiehaushalts wird jetzt hier nur noch über Kohlenhydrate gedeckt.
00:03:10: Protein-Level eher im moderaten, teilweise je nach Empfehlung auch etwas höheren Bereich und fett als Hauptenergieträger, der jetzt mit eine Rolle spielt.
00:03:20: Das heißt noch nicht unmittelbar, dass sobald man das tut, ketogen ist oder eine Ketose bekommt, Aber die veränderte Nährstoffzusammensetzung und insbesondere Makronährstoffzusammensetzung verändert quasi den Energiestoffwechsel in unseren Zellen.
00:03:35: Und das ist das Prinzip, worum es in dieser Ernährungsform am ehesten geht.
00:03:41: Okay, das wollen wir uns gleich nochmal genauer anschauen.
00:03:43: Auch warum das so ein Unterschied ist, wie der Körper Energie gewinnt und wie er da switchen kann.
00:03:49: Vorher lass uns einmal noch mal einen kurzen Ausflug machen.
00:03:51: Wir haben hier schon gesprochen über Low Carb.
00:03:54: Das war unsere erste Folge hier in dieser Sondereihe.
00:03:57: Wie unterscheidet sich Keto-Klar von Low Carb?
00:04:01: Und warum ist diese Abgrenzung auch wichtig?
00:04:02: Gib uns da nochmal ein Insight.
00:04:05: Naja, sicherlich gibt es hier gewisse Gemeinsamkeiten, weil die Kohlenhydrat reduziert werden und wir haben... gesagt locap kann unscharf sein, weil die Menge der Kohlenhydrate, wie sie realisiert werden, unterschiedlich interpretiert werden kann oder durchgeführt werden kann.
00:04:19: für die eines ist Zucker und die Sättigungsbeilagen, für die anderen sind das alle Kohlenhydrate.
00:04:23: und hier geht es wirklich präzise darum, alle Kohlenhydrate zu reduzieren und das in den anderen Mikronährstoffen nicht irgendwie zu verteilen, sondern vor allen Dingen zugunsten der Fettmenge, die konsumiert wird.
00:04:35: über die Nahrung und dementsprechend den Stoffwechsel.
00:04:40: Ich möchte sagen zu Triggern und wir gucken uns gleich an, wie das genau funktioniert.
00:04:45: Lass uns da direkt weitermachen, weil das ist spannend jetzt.
00:04:47: Also wir wollen verstehen, diese Kethose, wie es heißt, dieser besondere Zustand des Stoffwechsels, wie funktioniert das?
00:04:56: Oder um das zu verstehen, lass uns bitte einmal darüber sprechen, der normale Stoffwechsel von jemand, der sich nicht ketogen, sondern normal ernährt wenn man das so definieren möchte wie gewinnt unser körper?
00:05:07: also wir leihen wissen irgendwie aus dem zucker aus den kohlenhydraten gewinnt er relativ schnell energie.
00:05:13: und wir haben auch alle mal gelernt und wer hier den podcast hört sowieso aus dem fetten natürlich wobei wir wissen fett Die Energiegewinnungsfett ist schwieriger für den Körper, schneller geht es aus den Kohlenhydraten, aus dem Zucker.
00:05:26: So, das ist die Basis, würde ich mal sagen, auf der wir uns hier befinden.
00:05:29: Und jetzt lass uns mal eintauchen in die Ketogene, in die Ketose.
00:05:33: Da freue ich mich ja, dass du mir hier für Raum gibst, dass du nicht zu sprechen.
00:05:36: Ja, klar.
00:05:37: Ja, klar.
00:05:37: Merkst du, wie du siehst?
00:05:38: Wenn man hört es vielleicht, dann freue ich mich schon wirklich drüber.
00:05:40: Also, der Energiegewinnungsprozess, wir reden jetzt nicht darüber, wie es aufgenommen wird im Darm, sondern mal angenommen, wir gucken uns irgendeine Zelle an, die in der Lage ist, aus unterschiedlichen Energieträgern Energie zu produzieren.
00:05:51: Dann passiert das in Ruhe größtenteils bei den meisten Menschen sowieso aus Fetts.
00:05:59: Das ist ein langsamerer Prozess, das ist richtig, weil wir haben lange Fettsäurenketten, die aufgespalten werden müssen und unserem Energiegewinnungsprozess in der Zelle zugeführt werden müssen.
00:06:09: Hier werden die Mütter-Hondrien schon wichtig.
00:06:12: Das heißt, in den Mütter-Hondrien haben wir ein Energiegewinnungsprozess in Verbindung mit Sauerstoff.
00:06:19: der viel Energie am Ende des Tages rausbringt.
00:06:22: Die genauen Mechanismen müssen wir uns nicht jeden einzelnen Reaktionsweg anschauen, nur vom grundsätzlichen Prinzip.
00:06:27: Auch Zucker, Glucose, kann diesem Stoffwechselfahrt zugeführt werden.
00:06:32: Dann läuft es ein bisschen anders an, bis wir in dem Hydrochondrien sind, aber ab dann ist alles gleich.
00:06:36: So, ich versuche es einfacher zu erklären.
00:06:38: Jeder Energiegewinnungsprozess findet statt.
00:06:40: Auch Aminosorchen aus Eiweißen kommen zur Energiegewinnung mit hinzu an unterschiedlichen Stellen.
00:06:46: Und so wechselt sich das ab, je nachdem, wie wir uns körperlich belasten, ob wir was gegessen haben, ob wir nichts gegessen haben, was wir gegessen haben.
00:06:55: Und dieses Thema Ketose ist insofern interessant, weil es ein sehr ursprüngliches biologisches Stoffwechselprogramm für uns ist.
00:07:02: Und auch das passiert in einem flexiblen Organismus durchaus in bestimmten Phasen.
00:07:09: Wir gucken uns die gleich noch mal genauer an.
00:07:11: Damit ich Energie produzieren kann, brauchen wir Sauerstoff.
00:07:14: Und damit ... die Energiegewinnung funktionieren kann, muss, und jetzt kommt ein biologischer Begriff, den kennen die meisten der Zitronensäurezyklus, der Zitrazyklus, der Krebszyklus, habt ihr alle mal in Biologie siebte Klasse mitbehandelt.
00:07:27: Und dass der funktionieren kann, dafür braucht es immer etwas Zucker.
00:07:32: So, wenn in diesem Prozess aber der Zucker fehlt, und Zucker fehlen kann jetzt unterschiedlich es sein, in der Ketogenernährung beispielsweise, dass ich keine Kohlenhydrate mehr zu mir nehme oder sehr reduziert zu mir nehme, oder auch in einem Fasten-Stadium bin, dann beginnen die Zellen im Energiegewinnungsprozess plötzlich ketonkörper zu produzieren, weil Reaktionspartner am Ende des Tages fehlen.
00:07:53: Hier raus entstehen dann ketonkörper.
00:07:56: So, und das sind säure Metaboliten, die dann die jeweilige Zelle verlassen können und als Energieträger durch die Blutbahn transportiert werden und insbesondere gerne zum Gehirn kommen.
00:08:07: Das ist erstmal grundsätzliche Physiologie.
00:08:09: Jetzt habe ich schon gesagt, in der Ketogenernährung reduzieren wir die Kohlenhydrate sehr stark.
00:08:14: Und wenn wir das länger aufrechterhalten, dann erzeugen wir mehr Kettonkörperproduktion.
00:08:19: Das findet vor allen Dingen in der Leberstadt.
00:08:21: Und das Gehirn lernt jetzt plötzlich besser damit umgehen zu können.
00:08:26: Das heißt, die Kettonkörper aufzunehmen und hat verfügbare Energie, kann in den Energiestoffwechsel der Nervenzellen mit eingeschleust werden.
00:08:34: Und das Gehirn arbeitet plötzlich leistungsfähiger.
00:08:36: Und wir empfinden das als mental klarer zu sein, in die Ketose zu kommen.
00:08:41: Und diese Ketonkörper können wir quasi nachweisen, beispielsweise über den Urin, und finden heraus, okay, der Körper befindet sich in der Ketose.
00:08:51: Bei der ketogenen Ernährung, das als letzten Satz noch dazu entsteht das Ganze oder das Prinzip, dadurch dass die Kohlenhydrate den Zucker so stark reduzieren und das eine Weile aufrechterhalte, haben die Zellen zu wenig Klukosebetrieb.
00:09:06: Die fehlende Klukose wird kompensiert, Ketonkörper entstehen.
00:09:10: So, Punkt.
00:09:11: Also, das muss man schon mal sagen.
00:09:12: Wenn man das so hört, würde ich jetzt erst mal sagen, okay, wow, wenn ich meine Leistungsfähigkeit steigern will, vor allem auch meine geistige Leistungsfähigkeit, dann ist Ketose und ketogene Ernährung ein super Ding.
00:09:24: Also genial.
00:09:25: Das scheint ja wirklich eine Art Booster für mein Brain zu sein.
00:09:30: Jetzt lass uns mal trotzdem hier einen bewussten Punkt machen, bevor wir noch mehr erfahren wollen über die Mechanismen.
00:09:36: Warum wird trotzdem ketogene Ernährung häufig eben auch durchaus kritisch gesehen?
00:09:41: Was ist die negative Seite von diesem ja doch positiven Szenario, was du uns gegeben hast?
00:09:47: Lass mich dazu ganz klar sagen, Ketose als Stoffwechselprogramm, das sollten wir alle wieder erlernen und uns auch in die Ketose kommen können.
00:09:58: Aber das heißt nicht, dass es nur über ketogene Ernährung möglich ist.
00:10:02: Spannend.
00:10:02: Das ist der entscheidende Unterschied.
00:10:04: Okay.
00:10:04: So, das heißt, ich erzeuge durch meine Ernährungs- oder Nahrungsmatrix, erzeuge ich letztendlich dafür, dass ich wirklich die Kohlenhydrat- und Zuckerradikal raus streiche.
00:10:15: Und dann können wir uns doch schon relativ klar sagen, was können dann die klaren Kritikpunkte sein?
00:10:21: Nicht nur auf Stoffwechsel-Ebene, weil es gibt ja noch mehr Prozesse außer Ketonkörper, die produziert werden.
00:10:26: Natürlich auch die Frage, was esse ich dann?
00:10:28: Und wenn ich meine ketogene Ernährung so gestalte, dass die aus, ich sag mal, übertrieben zwei Pfund Butter pro Tag bestehen oder verarbeiteten, hohe verarbeiteten Fleisch ausschließlich, dann funktioniert das natürlich am Ende des Tages nicht so gut.
00:10:42: Und es fehlen unter Umständen, wenn ich zu viel Fett konsumiere, auch Eiweißer, da haben wir auch schon zugesprochen.
00:10:50: Und die andere Variante, die auch wichtig ist oder die Komponente, die wichtig ist, es fehlen unter Umständen Ballaststoffe und Faserstoffe.
00:10:58: Das könnten potenzielle Anpassungsschwierigkeiten in der Ernährung sein.
00:11:03: Und für alle, die schon mal ketogene Ernährung durchgeführt haben oder sich damit auskennen, das führt dann unter Umständen zu dem nächsten Punkt, dass sie sagen, das ist ganz schön anstrengend.
00:11:14: Und es gibt natürlich viele Ernährungsformen, über die wir jetzt hier sprechen, die mit einer gewissen Anstrengung verbunden sein können.
00:11:22: Aber wenn ich so radikal das Verändere und Umstelle wie gerade angedeutet und alles an Kohlenhydrate, an süßem und ähnlichem Rauswerfer aus der Ernährung, dann ist die Frage, wie lang kann ich das am Ende des Tages wirklich gut durchziehen.
00:11:39: Und das ist auch mit einem Kritikpunkt, dass die Effekte spannend sind.
00:11:42: auf den Stoffwechsel.
00:11:44: Und noch mal, da kommt die ursprüngliche Forschung auch her, hauptsächlich auf den Stoffwechsel des Gehirns und des zentralen Nervensystems.
00:11:53: Und daher auch bestimmte Indikationen für bestimmte Krankheitsbilder, durchaus sinnvoll ist, die ketogene Ernährung mit umzusetzen.
00:12:01: Aber die Compliance, die Bereitschaft der Menschen, das längerfristig umzusetzen, ist schwierig.
00:12:11: Das ist ein wichtiger Punkt, den du gerade genannt hast.
00:12:13: Das ist eben bei bestimmten Erkrankungen.
00:12:16: auch Ketogene Ernährung als eine Art Therapieform gibt.
00:12:21: Auch das ist natürlich ein Fachgebiet als Ernährungsberater, der sich genau mit solchen Themen beschäftigt, wie also natürlich unsere Ernährung Einfluss auf unser Wohlsein hat oder auf unsere Krankheiten haben kann.
00:12:34: Gib uns da mal einen wissenschaftlichen Einblick, bei welchen zum Beispiel neurologischen Erkrankungen macht eine Ketogene Ernährung Sinn.
00:12:42: Wo setzt man das ein?
00:12:43: Also der Ursprung des Ganzen bezieht sich vor allen Dingen auf das Thema Epilepsin und Epilepsin bei Kindern auch und der Einsatz von ketogener Ernährung als Treatment, also als Behandlung für die Anzahl und Intensität von auftretenden epileptischen Anfällen, also letztendlich Krampfanfälle, die mit entstehen können.
00:13:06: dann hat man verstanden, okay, was ist der zukunde liegende Mechanismus, der veränderte Energiegewinnungsprozess, die Ketonkörper.
00:13:12: Und die Ketonkörper sind, das müssen wir auch verstehen, nicht nur Energie, die dem Gehirn zur Verfügung gestellt wird, sondern sie exprimieren auch Gene.
00:13:22: Also sie sorgen dafür, dass bestimmte Eiweiße anders abgespielt werden können, Regenerationsprozesse im Gehirn gestartet werden können und ähnliches.
00:13:30: Und wir können also auch das Thema Ketogene Ernährung im Kontext oder anders ausgedrückt... die Kethose im Kontext von anderen Neurodegenerativen Erkrankungen sehen, also Demenzerkrankungen, Zerstörung von bestimmten Hirnarealen, dass man das durchaus versucht, hier an der Stelle mit zu integrieren, um Hirnstoffwechsel und Regenerationsprozesse im Gehirn positiv mitzumeinflussen.
00:13:54: Nun hast du vorhin gesagt, diesen Zustand dieser Kethose ist durchaus etwas Anstrebenes, eben natürlich auch aus den jetzt gerade genannten Gründen, also diesen positiven Einfluss auf unser Gehirn.
00:14:05: Wie können wir Menschen, die jetzt nicht zwangsläufig eine ketogene Ernährung durchführen wollen, zumindest nicht dauerhaft?
00:14:13: Wie können wir diesen Zustand erfahren?
00:14:15: Macht es beispielsweise Sinn, sich zum Beispiel mal ein paar Tage ketogen zu ernähren oder ein paar Tage eben die Kohlenhydrate extrem zu reduzieren?
00:14:25: Macht man das in Phasen?
00:14:27: Einmal im Monat, eine Woche, zweimal im Jahr?
00:14:29: Ist das sinnvoll oder wie?
00:14:31: Wie meinst du das?
00:14:32: Das ist wie folgt gemeint.
00:14:33: Das heißt, es geht nicht nur darum, dass ich auf der Ernährungsmatrix sage, alles klar, ich esse jetzt nur noch Fett und dadurch entsteht die Ketose, sondern der wirkliche Hauptmechanismus ist doch nicht nur, dass viele Fettsäuren dem Körper zugeführt werden, sondern, was habe ich eben gesagt, Kohlenhydrate und Zucker reduziert wird.
00:14:51: Das heißt, immer dann, wenn ich in diesen Modus komme, Zucker weniger stark in den Zellen zur Verfügung steht und meine Mitochondrien Problem haben, das umzusetzen werden, vor allen Dingen in der Leber mehr Kettunkörper produziert werden.
00:15:04: Und das kann ich auch ohne Nahrung erzeugen, im wahrsten Sinne des Wortes nämlich im Fasten.
00:15:10: Das ist das Grundprinzip von Verknappung oder Fastenmodus, dass ich auch über diesen Mechanismus, und das kann man jetzt unterschiedlich betrachten, mehrere Tage periodisches Fastenstunden im Wechsel, also intermittientes Fasten.
00:15:26: oder auch eine niedrige Mahlzeitenfrequenz.
00:15:29: Was bedeutet das?
00:15:29: Die Energiereserven, die Mechanismen, die aktiviert werden, gerade beim Fasten auch und in der Ketogenernährung quasi auch, aktiv werden, die Zellen sich umstellen müssen, effizienter jetzt anfangen müssen zu arbeiten, neue Mütteronrien bilden können und am Ende des Tages einen höheren Output an Kettunkörpern produzieren.
00:15:48: Bei längeren Fastenperioden passiert das automatisch.
00:15:52: Und jetzt komme ich auf deine ursprüngliche Frage zurück bei der Ketogenernährung.
00:15:55: Aber das können wir beim Fasten eben auch so sehen.
00:15:57: Wir wollen den Stoff wechseln.
00:15:59: Das haben wir so häufig schon gesagt, metabolisch flexibel gestanden.
00:16:02: Das ist genau dieser Prozess passiert.
00:16:04: Und dafür kann man das phasenweise immer mal wieder mit einbauen, auch wochenweise.
00:16:09: Und ich kenne viele, die auch länger sich... kontinuierlich Ketogen ernähren und auch längere Zeiten der Ketose sind, dann kommt wahrscheinlich wieder eine Phase, wo so eine Art Abbruch ist.
00:16:20: Man hält das quasi nicht mehr wirklich aus.
00:16:23: Man geht irgendwelchen Gelüsten nach.
00:16:25: Aber das Schöne ist, dass der Stoffwechsel plötzlich wieder gelernt hat, dass das funktioniert.
00:16:29: Das heißt, wenn ich da mal wieder eine Woche hin zurückkehre, dann kann es durchaus sein, das ist natürlich individuell abhängig, aber schon gut sein, dass ich schneller in eine Ketose komme.
00:16:39: Die Ketose, wie gesagt, könnte ich nachweisen oder im Urin beispielsweise, also die Anzahl der Ketonkörper, wenn ich darüber dann eventuell über Das Subjektive empfinden, dass man merkt, mehr geht es, die Klarheit kommt zurück, mehr geht es gut, der Atem verhindert sich etwas.
00:16:57: Lass uns da direkt den Bogen in die evolutionäre Betrachtung werfen, weil das ist ein entscheidender Punkt.
00:17:03: Also ich glaube, da haben wir schon mehrfach drüber gesprochen, es ist wahrscheinlich unwahrscheinlich, dass sich unsere Uhrvorfahren bewusst oder unbewusst dauerhaft oder über einen längeren Zeitraum Ketogen ernährt haben.
00:17:16: Aber, und das wird mit Sicherheit so gewesen sein, es wird immer wieder Phasen gegeben haben, wo sie einfach nichts zu essen hatten.
00:17:22: Wo sie, wo's Wetter schlecht war, wo sie gesucht haben, wo sie vielleicht auch verletzt waren, nicht so schnell unterwegs waren wie auch immer.
00:17:28: Also Phasen des Hungers, des Verzichts.
00:17:31: Und damit also auch Phasen, in denen dieser ketogene Zustand vielleicht erreicht wurde.
00:17:37: Oder wie schätzt du das ein?
00:17:39: Ja, absolut.
00:17:40: Es ist ein Stoffwechselprogramm.
00:17:43: in Kontext von Knappheit, im Fasten-Modus,
00:17:47: im
00:17:47: Mangelzustand.
00:17:49: Und es ist kein Notfallprogramm, sondern ein alternativer Energiegewinnungsprozess, der auch übrigens nicht nur, beim Fasten jetzt auch noch mal spezifisch oder auch bei der Ketogenernährung, nicht primär nur eine Form von Abbau ist, also nicht nur Katabol.
00:18:03: sondern in der Ketose entstehen eine Vielzahl.
00:18:06: Wir haben dazu mal eine eigene Episode zu machen, längeres Fasten.
00:18:10: Das ganze I-Vice-Profil verändert sich und nicht im Sinne von mehr Muskeln, die aufgebaut werden, sondern im Sinne von protektiver Eiweiße, die zum Beispiel dem Gehirn hilfreich sein können, Eiweiße, die zur Regeneration dienen, Zellreinigungsprozesse, die mehr und mehr mit angestoßen werden, weil wir einfach den Modus wechseln.
00:18:29: Und das ist, deswegen können wir das prinzipiell auch alle, Ein Teil von uns.
00:18:34: Und es muss auch ein Teil im Laufe der Emotionen immer wieder gewesen sein.
00:18:38: Dass die ketogene Ernährung in der Ernährungsmatrix so vorgesehen ist, halte ich eher für unwahrscheinlich.
00:18:44: Es kann gut sein, wenn wir uns bestimmte Naturvölker anschauen, man daraus ableiten kann, dass sie einen höheren Anteil an Fetts und vielleicht noch moderaten Proteinquellen hatten und wenig bis keine Kohlenhydrate pflanzliche Substanzen und dass das für eine gewisse Populationsgruppe funktioniert hat.
00:19:02: Aber das ist nicht etwas, was für alle sinnvoll ist.
00:19:05: Kethose selbst ist für alle sinnvoll und wir sollten uns eher versuchen, dahingehend zu bewegen und nicht von heute auf morgen, also jetzt wochenlang fasten oder sowas, sondern uns dem Stoffwechselprogramm anzunähern und zu versuchen dort hinzukommen und in diese metabolische Flexibilität ranzukommen.
00:19:23: Dann sind wir genau dort, wo wir liegen.
00:19:26: und jetzt nehme ich den Vergleich zu Naturvölkern nochmal mit dazu.
00:19:30: Ich zitiere an der Stelle immer wieder gerne die Hasar, über die haben wir hier auch schon mal häufiger gesprochen, die trotz eines hohen, saisonal bedingt sicherlich auch, aber einen hohen Kohlenhydratanteil, dennoch in der Ketose sind.
00:19:45: Also hier habe ich eher die Umstellung über Häufigkeit, wie häufig esse ich.
00:19:51: Und dann essen sie halt nicht reinen Zucker, sondern sehr faserstoffreiche Pflanzen, zum Beispiel Früchte des Affenbrotbaums.
00:20:00: haben quasi jetzt nicht irgendwelche Blutzuckersbikes im großen Ausmassenipp dabei, aber viel Bewegung und dann trotzdem höhere Kettonkörperproduktion in Nüchternphasen, die nachgewiesen werden können.
00:20:13: Und das zeigt, okay, der Stoffwechsel kann sehr flexibel reagieren.
00:20:17: Und an diesem Programm würde ich mich mehr orientieren, als jetzt zu sagen, okay, es muss dann achtzig Prozent fett in meiner Nahrung sein, weil neben den erwähnten Kritikpunkten eben schon nicht nur Faserstoffe fehlen, sondern potenziell, je nachdem, wie jemand darauf reagiert, auch Blutfettwerte sich verändern können, Elektrolytverschiebung passieren können und die Einschränkung für viele doch auch wahrscheinlich schwer ist, umzusetzen.
00:20:40: Also viel gelernt in dieser Folge, Matthias.
00:20:43: Viele Aha-Momente, wo, ich glaube, uns allen also auch klar ist, die Gesamtheit der Menschheit, die meisten von uns ernähren sich wahrscheinlich eben doch
00:20:53: zu
00:20:54: Kohlenhydrat oder zu zuckerlastig und haben diese Flexibilität, eben dieses schnelle Umschalten auch auf eine andere Energiegewinnung.
00:21:04: verlernt und diese metabolische Flexibilität, wie du es nennst, das ist also ein Effekt, der durch eine ketogene Ernährung unserem Körper wieder trainiert werden kann, wenn wir es eben auch nicht dauerhaft machen, sondern eben auch Phasenweise.
00:21:17: Oder wenn wir eben Phasenweise anfangen, einfach diese Stoffe insgesamt zu reduzieren, die Nahrung insgesamt zu reduzieren, zu fasten Phasen zu haben, wo wir unseren Körper auch hohe Phasen geben, das habe ich auf jeden Fall mitgenommen.
00:21:29: Heißt also abschließend, du würdest sagen, ketogene Ernährung ist als langfristige Ernährungsform schwierig, aber als Therapeutische oder Phasenweise Intervention, durchaus ein Tool, mit dem man sich beschäftigen kann.
00:21:46: Würde ich genauso unterschreiben im therapeutischen Kontext, superspannend für das Umprogrammieren oder Neuprogrammieren des Stoffwechsels durchaus auch geeignet, längerfristig in der Umsetzung für viele sehr wahrscheinlich schwierig.
00:22:00: Die Mechanismen helfen uns trotzdem und es ist eben nicht nur daran orientiert, welche Makronährstoffe ich esse, sondern neben dann, wie du eben auch sagst, ist zu viel Zuckerkonsum, vor allen Dingen häufiges Essen, regelmäßiges Essen, dann gepart logischerweise mit Blutzuckerspitzen und so weiter.
00:22:15: Aber hier haben wir den auch einen sehr großen Hebel, wo wir uns mehr und mehr auch der metabolischen Flexibilität mit nähern
00:22:23: können.
00:22:24: Leute, eine spannende Folge war das hier in unserem Health Nerds-Spezial zum Thema ketogene Ernährung.
00:22:30: Morgen schon gibt es die nächste Folge und da sprechen wir über fast das Gegenteil,
00:22:34: low
00:22:35: fat.
00:22:35: Also eine Ernährung, die fast ohne Fett auskommt, die deutlich fett reduziert ist, wie das funktioniert, welche Effekte da im Körper eintreten, ob das wissenschaftlich sinnvoll ist und wie die evolutionäre Verwurzlung einer sehr wenig fetthaltigen, einer fast fettfreien Ernährung aussieht.
00:22:53: Das schauen wir uns an morgen hier bei den HealthNurts.
00:22:55: Wenn ihr Fragen habt oder Kommentare, wenn ihr vielleicht ketogene Ernährung selber schon mal ausprobiert habt, kommentiert es uns gerne direkt bei Spotify unter die Folge.
00:23:03: Wir lesen alles durch und freuen uns über jede Meinung.
00:23:06: Und morgen schon hören wir uns wieder.
00:23:07: Bis dahin, bleibt neugierig und bleibt gesund.
00:23:10: Vielen Dank.
00:23:22: original podcast.
Neuer Kommentar