Cortisol: Das missverstandene Stresshormon

Shownotes

„Nicht Cortisol ist das Problem - sondern die Art, wie wir mit Stress umgehen.“ Cortisol hat ein Imageproblem. Begriffe wie „Cortisol-Detox“ suggerieren, das Hormon sei per se schädlich. Biologisch ist das nicht haltbar. Ohne Cortisol könnten wir morgens nicht aufstehen, keinen stabilen Blutzucker halten und keine Energie mobilisieren.

In dieser Folge HEALTH NERDS sprechen Podcast-Host Felix Moese und Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum über die physiologische Rolle von Cortisol. Als Teil der Stressachse folgt es zeitversetzt auf Adrenalin und Noradrenalin. Es wirkt nicht nur als Stresshormon, sondern als Steuerhormon: mobilisiert Energie, beeinflusst Immunprozesse und strukturiert über die Cortisol-Awakening-Response unseren Tag. Problematisch wird nicht Cortisol selbst, sondern eine gestörte Regulation. Akuter Stress ist sinnvoll. Chronische Belastung hingegen bringt die HPA-Achse aus dem Takt. Der natürliche Tagesrhythmus verschiebt sich. Cortisol bleibt abends zu hoch oder reagiert bei anhaltender Belastung zu schwach. Energie wird dauerhaft mobilisiert, ohne verbraucht zu werden. Schlaf, Stoffwechsel und Regeneration geraten aus dem Gleichgewicht.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Wie senke ich Cortisol? Sondern: Wie reguliere ich mein Stresssystem? Ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus, Licht am Morgen, Dunkelheit am Abend, regelmäßige Mahlzeiten und Bewegung als physiologische Antwort auf Stress bilden die Grundlage. Adaptogene wie Ashwagandha oder Rhodiola können unterstützen - ersetzen aber keine funktionierende Rhythmik. Wieso ist der Ruf von Cortisol so schlecht? Wann zeigt ein Tagesprofil echte Dysbalance? Und was bedeutet es, Stress biologisch sinnvoll zu beantworten?

HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.

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Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.

Transkript anzeigen

00:00:01: Cortisol ist kein Bösebicht.

00:00:02: Es zeigt uns gegebenenfalls eher, wie unser System und in dem Falle des Stresssystems funktioniert und eher dysreguliert ist?

00:00:10: Es geht nicht darum einfach nur zu sagen, wie senke ich Cortisol sondern dann eher zu schauen wenn es denn erhöht ist warum ist das ständig erhöht?

00:00:18: und eher darauf zu achten was sind meine Stressoren und wie kann ich den Thema vielleicht besser begegnen?

00:00:29: Mensch einfach erklärt.

00:00:32: Mit Felix Möse und Matthias Baum!

00:00:37: Cortisol hat ein Imageproblem.

00:00:41: Für viele ist es das reine Stresshormon, dass dick macht, dass müde macht, krank macht... Aber – und das wollen wir hier ganz klar heute besprechen – Cortisol ist eben nicht nur schlecht.

00:00:51: ohne Cortisol können wir morgens gar nicht aufstehen keinen Fokus halten keine Energie mobilisieren.

00:00:56: Cortisol isst Freund und Feind zugleich.

00:01:01: Wir brauchen es.

00:01:02: Zu viel ist nicht gut, ohne geht aber auch

00:01:04: nicht.".

00:01:05: Und in dieser HealthNerds-Folge sprechen wir genau darüber was Cortisol biologisch macht und warum es ebenso überlebenswichtig für unseren Körper ist – und wir sagen ganz klar, wann es problematisch werden kann!

00:01:16: Matthias Baum unser Gesundheitswissenschaftler aus dem HealthNerds Wissenschaftsteam.

00:01:21: Warum hat Cortisol ein derart großes Imageproblem?

00:01:24: Warum ist es so negativ besetzt?

00:01:26: wie kommt

00:01:26: das?!

00:01:26: Naja, einmal glaube ich die mediale Aufbereitung.

00:01:29: Alle haben mitbekommen dass Cortisol irgendetwas mit Stress zu tun hat also wenn wir über die systemische Stressreaktion sprechen ist Cortisol nicht so weit entfernt.

00:01:39: und ja dann kommt in dem Kontext vielleicht noch Cortison als Medikament mit dazu.

00:01:44: und wir wissen da gibt es auch gewisse Auswirkungen und Auswirkung auf mein Schlaf vielleicht und vielleicht auf Gewichtszunahme oder Körper Kompositionsveränderung Bauchfett das entstehen könnte Und so entsteht ein Image von Cortisol, muss dann schlecht sein.

00:02:01: Die Lösung für Stress ist einfach nur, Cortisol zu reduzieren und das greift definitiv zu kurz.

00:02:07: Okay.

00:02:08: Cortisol ist das Stresshormon?

00:02:11: Jetzt müssen wir vielleicht auch noch mal erklären ... Stress ist ja erst einmal!

00:02:15: Darüber haben wir hier bei den Health Nuts mit der evolutionären Brille schon paar Mal gesprochen.

00:02:20: Generell ist ja Stress nichts Negatives, es ist ein überlebenswichtiger Reflex oder eine überlebends wichtige Funktion das unser Körper blitzschnell auf Stressmodus umstellen kann.

00:02:30: Erklär uns das noch mal!

00:02:31: Wo hat uns das in der Evolution als Homo sapiens das Überleben als Spezies gesichert?

00:02:37: und warum ist Stress heute ebenfalls so negativ besetzt?

00:02:41: Warum hat Stress also auch so ein Imageproblem?

00:02:44: Also Stress per See ist genauso wie Cortisol nicht in gut und schlecht oder Freund und Feind alleine einzuteilen, sondern es geht immer um den Kontext logischerweise dabei.

00:02:53: Und Cortisol ist ein Stresshormon aber nicht das einzige Stresshomon.

00:02:58: Das heißt wenn wir uns eine systemische Stressreaktion anschauen... Dann beginnt es eigentlich immer vorher nämlich mit einem Stressor, der uns von außen im Regelfall mittels eines Sinnesreizes mitteilt.

00:03:09: Okay hier ist etwas stressiges oder wir registrieren Energiemangel bei uns im Körper wie Hunger und auch Durst.

00:03:16: all das sorgt am Ende dafür dass es zu einer systemischen Stressreaktion kommt.

00:03:20: Die Systemische Stressrejektion beginnt aber gar nicht mit Cortisol was viele denken denn im Vorfeld gibt es von unserer Schaltzentrale dem Hypothalamus eine Art Nervenimpuls an unsere Nebenniere.

00:03:31: Da wird nicht Kortisol erst ausgeschüttet, sondern Atrenalin und Neuatrenalin.

00:03:35: D.h.,

00:03:36: die Wirkung ist innerhalb von Millisekunden.

00:03:40: Atrenaline zirkulieren dann in der Blutbahn, machen den Herzschlag schneller und kräftiger.

00:03:45: Blutdruck verändert sich, die Organe werden unterschiedlich durch Blutung angesteuert, d.h.

00:03:50: Verdauungsdruck wird hier eher runterreguliert.

00:03:51: Und natürlich kommen diese ersten Stresshormone, Und am Hypothalamus vermittelt jetzt das selbst ausgeschüttete quasi Atrenalin und Nordrenalin.

00:04:03: Okay, wir haben eine Stressreaktion also arbeiten wir mit weiteren Hormonen.

00:04:08: der Hypothalamus gibt der Hypophyser ein Hormonsignal und die Hypophyse sendet über die Blutbahn einen Signal an die Nebenniere und nicht mehr an das Nebennieren mag sondern neben ihren Rinde.

00:04:20: dort wird dann erst Cortisol ausgeschüttert.

00:04:24: bis zu diesem Punkt ist Es ist erstmal eine phasenverschobene physiologische Reaktion.

00:04:29: zwischen Adrenalin, Nordrenalin und Cortisol liegen ein paar Minuten so zwanzig Minuten ungefähr.

00:04:35: Und dann ist Cortisol eigentlich kein Stresshormon sondern einen Steuerhormonen könnte man sagen.

00:04:42: es dient der Energiebereitstellung.

00:04:44: also es bildet neue Energie in Form von Zucker mittels Gluconeogenese an der Leber.

00:04:50: Es sorgt dafür, dass die Darmbarriere durchlässiger wird und quasi mehr Energie aufgenommen werden kann.

00:04:55: Es hat einen Impact auf die Blutdruckregulation.

00:04:58: Es beeinflusst das Immunsystem.

00:05:00: Wir würden jetzt eigentlich sagen es hemmt Entzündung ist es anti-entzündlich.

00:05:05: Naja aber eigentlich sagt es dem Immun System Farmer runter und bewegt sich mal in andere Richtungen.

00:05:09: Das wirkt dann wie anti entzündig Und es sorgt natürlich für Wachheit und Fokus.

00:05:14: So so steuert uns dann Cortisol wenn wir es hormonell betrachten, weiter in der Stressreaktion.

00:05:21: Und jetzt kommt noch ein wichtiger Unterschied bei Stress auch grundsätzlich.

00:05:25: Ein Stressor führt am Ende dazu, dass das Gehirn Entscheidungen treffen muss und wir haben gerade erst über das Thema Energie für das Gehörngesprochen.

00:05:31: Ein egoistisches Gehirnt zieht sich dann quasi Energie die auch mittels Cortisol bereitgestellt wird.

00:05:37: Der Stressor wird beseitigt oder man löst den Stress indem man sich bewegt.

00:05:43: Wenn das ablaufen würde wäre irgendwann die Stressreaktion auch wieder beendet.

00:05:47: Und warum hat nun heute Stress so einen schlechten Ruf, weil es eben anders ist?

00:05:53: Weil's um chronischen Stress geht, weil wir nicht erst so eine Artrenerge- nur Artrenergestressachse noch mit dabei haben sondern gefühlt wenn man's messen würde wahrscheinlich sehen würde okay da ist einfach mehr Cortisol im System und das macht das Hormon per se noch nicht zum Übeltäter sondern eher die Art und Weise wie unsere Umwelt geformt ist und wie wir dann darauf reagieren.

00:06:15: So, habe ich verstanden Matthias heißt also ganz vereinfacht gesagt akuter stress ausgelöst du hast es schon beschrieben hunger.

00:06:22: Ich habe durst Ich höre ein geräusch erschrecke mich hab vielleicht eine gefahren situation ist ne prima sache.

00:06:29: da ist sagen wir wenn das auch In einem normalen rahmen sich bewegt oder wenn das eben durch bewegung gelöst wird ist das völlig in ordnung.

00:06:37: Dieser chronische Stress, den viele von uns haben dieses permanente hochgefahrene Stresssystem.

00:06:44: Dass wir von morgens bis abends das Gefühl haben ich habe Stress!

00:06:47: Ich fühl mich gestresst, ich habe Druck Geräusche in meinem Kopf die Gedanken drehen sich um Arbeit Job Familie Steuererklärung was auch immer.

00:06:56: Das ist dann negativ und das kann eben dazu führen dass also zu viel Cortisol in unserem Körper unterwegs ist.

00:07:03: Das ist eine Möglichkeit.

00:07:05: Und wir zeigen gleich noch einmal auf, dass es nicht nur ein zu vieles sondern gegebenenfalls auch einen nicht richtig ablaufen einer Stressreaktion das Thema ist.

00:07:15: D.h.,

00:07:15: quasi das Persistieren kann ein Zuviel sein und ein zu langes Andauern sein und gar nicht mehr richtig runterfahren können.

00:07:23: Da wird es sicherlich ein Problem aber ich würde hier nochmal hervorheben wollen, dass Kottisol für sich dann nicht das eigentliche Problem ist sondern erst die längere Anwesenheit, könnte man sagen oder das nicht adäquate Ablaufen der Stressreaktion.

00:07:40: So dann lass uns da doch noch mal tiefer reingehen also diese negativen Begriffe oder diese negativen Themen mit Cortisol, mit denen Cortisol in Verbindung gebracht wird.

00:07:50: Lass uns da nochmal näher reinschauen.

00:07:51: vielleicht kannst du uns erklären was eben wenn zu viel Cortisol im Körper ist passiert?

00:07:56: Wenn wir über das Thema Bauchfett sprechen Schlaflosigkeit oder Schlafprobleme, wenn wir über Konzentration sprechen.

00:08:05: Wenn wir über all diese negativen Dinge sprechen die mit Cortisol öffentlich in Verbindung gebracht werden.

00:08:10: Also wenn wir dieses typische Thema Bauchfett und Veränderung der Körperzusammensetzung sprechen das stört mich auch ein bisschen dass das dann gerne jetzt mittlerweile schon so ich habe einen Cortisolbauch genannt wird.

00:08:22: aber wenn du ja einmal auf den Mechanismus schauen um denen es geht wenn dauerhaft oder zu regelmäßig, also zu lange.

00:08:31: Ohne wirkliches Abflachen- oder zu falschen Zeit und ohne Erholung Kottisol ausgeschüttet wird.

00:08:38: Dann hat mir gerade eben schon gesagt ist Kottisol ein Steuerhormon das Energie bereitstellt.

00:08:45: Das heißt diese Auswirkungen auf die Darmbarriere und die Auswirkung auf die Neubildung von Zucker, die Gluconeogenese persistiert.

00:08:53: Das dauert also länger und andauernd an.

00:08:57: So dieser Effekt der Gluconeogenese passiert in den Leber und der Zucker wird nicht gebildet aus irgendwelchen Fettreserven, das könnte nicht funktionieren.

00:09:06: Sondern ich muss andere Substanzen im Zucker umwandeln und dafür verwendet der Organismus Eiweiß also wird Eiweiss abgebaut.

00:09:15: wo beziehe ich dann mein Eiweis her?

00:09:17: typischerweise aus der Muskulatur.

00:09:18: Und wenn ich dann auch in meiner Verhaltensweise mich dazu entscheide Nicht dass zu tun was sich eigentlich bei Stress tun sollte nämlich Bewegung einzubauen, dann werde ich einfach sitzen bleiben und die Energie, die jetzt bereitgestellt wird, gar nicht adäquat verbraucht werden.

00:09:33: Das heißt zu hoher Stress.

00:09:35: Du hast eben auch schon das andere Thema angesprochen, nämlich Konzentration.

00:09:39: Ja ich habe zwar irgendwie eine Wachheit aber so richtig mit meinem präfrontalen Cortex kann ich gar nicht denken und vielleicht auch die Situation gar nicht gut lösen.

00:09:46: Ich bleib sitzen und führe vielleicht noch zusätzliche Energie mithinzu.

00:09:50: wir haben ein Energieüberschuss und auch der produzierte Zucker durch mehr Cortisol im System wird wieder umgewandelt und jetzt eingespeichert zur Fettsäuren.

00:10:01: umgewandelnd eingespeichert in Fettsälen.

00:10:04: Und das dann insbesondere gerne im Bereich der inneren Organe, also im viszeralen Bereich, den Leber oder eben im Bauchfett.

00:10:12: und ja es stimmt bei einer bestimmten Menschengruppe die auf Stress immer wieder überschießend stark reagieren Sehen wir so ein Bild, dass wir sogenannte Non-Habiturator haben.

00:10:25: Menschen die sich nicht gut an Stress anpassen können und es immer wieder hohe Cortisol-Ausschüttungen gibt.

00:10:30: und eine Umverteilung von Energie auch hier gilt evolutionär ist das eigentlich ein Vorteil weil die Energie dann in einem nächsten Fall auch wieder schnell verfügbar wäre.

00:10:40: aber es geht ja leider immer wieder mit weiteren Stressoren weiter und wir sehen dann in der Silhouette sage ich immer gerne Abgebaute Muskulatur, gerade im Schulterbereich, Oberschenkel, Gesäßmuskulatur und eher ein Kugelrundenbauch.

00:10:52: Das ist ein Teil der passieren kann.

00:10:54: aber noch mal das ist kein Cortisol-Bauch sondern das ist erst einmal ein Missverhalten.

00:11:01: zu dem wie ich eigentlich mit Stress umgehen sollte Und da könnte man vielleicht viel eher ansetzen dazu denke ich sagen wir gleich nochmal mehr.

00:11:07: Der andere Punkt den du noch gesagt hattest war das Thema Schlaf.

00:11:11: Bezüglich schlaf es so dass Kortisol eigentlich als Teil der physiologischen Stressreaktion auch rhythmisch über den Tag ausgeschüttet wird und am Abend eigentlich abnimmt.

00:11:24: Morgens die höchste Ausschüttung, abends wird es immer niedriger bis in der Nacht fast gar keine Kortisol verfügbarkeit mehr.

00:11:32: Und was dann viele beschreiben ist, dass das Stresslevel so hoch ist?

00:11:35: Dass ja vielleicht auch das Kortiso-Level höher ist und einschlafen erschwert ist, man gar nicht richtig runterkommt oder gerne noch mal in der Nacht hochfährt wie so eine Art Stressreaktion in der nacht.

00:11:47: Dann führt es unter Umständen auch zu Schlafproblemen.

00:11:50: Das sind also die negativen Themen, die durchaus nachvollziehbar dazu geführt haben, dass viele Menschen eben Kortisol als etwas Negatives wahrnehmen.

00:12:00: Ich hab aber eingangs gesagt, es hat eben auch überlebenswichtige Aufgaben in unserem Körper.

00:12:05: Und da lass uns jetzt mal das Spotlight drauf richten!

00:12:09: Ein Thema?

00:12:10: Aufwachen.

00:12:10: Wachwerden.

00:12:11: Den Körper wieder mit Energie zu versorgen morgens wenn ich die Augen aufmache.

00:12:15: Warum ist Cortisol da so entscheidend?

00:12:17: wie funktioniert dieser Mechanismus?

00:12:19: Wir sprechen hier von unserem Biorhythmus und für den Biorhythmus sind zwei Hormone besonders wichtig oder auch Bodenstoffe besonders wichtig.

00:12:28: Das ist einmal Cortisol Und in der Nacht ist es Melatonin, haben wir auch schon zugesprochen.

00:12:34: Unser zirkardianer Rhythmus, dieser vierundzwanzigstunden Rhythmust heilt sich also in zwölf Stunden Tag und zwölft Stunden Nacht ein.

00:12:41: Die Zwölf-Stunden-Tag werden mit einer Cortisol-Spitze quasi aktiviert.

00:12:47: Wir nennen das Cortisol Awakening Response die höchste Cortisol Ausschüttung am Morgen.

00:12:52: Und ja, die ist in unserer zentralen Uhr im Gehirn quasi wie eingespeichert und getaktet.

00:12:58: Aber sie können wir ansteuern mit mehr Licht beispielsweise oder mit Nahrungsaufnahme, sozialen Kontakten

00:13:05: usw.,

00:13:06: dann verschiebt sich das logischerweise dabei.

00:13:08: Damit klar wird was es bedeutet ... Das ist der Grund warum morgens im Idealfall die Augen einmal aufklappen und man wach ist.

00:13:16: So, das ist Cortisol und es führt mich in die Aktivität als Steuerungshormon.

00:13:21: Was passiert dann am Morgen?

00:13:23: Ich mobilisiere Energiereserven über Kluconeogenese.

00:13:27: Ich werde wacher sein oder mich auch wach fühlen, ich werde in die Aktivität kommen und mich versuchen anfangen zu bewegen auf Nahrungssuche zu gehen oder wie auch immer.

00:13:36: Und da sehen wir die wichtige Funktion von Cortisol in der Tagesrhythmik.

00:13:41: Wenn wir jetzt also sagen würden, Cortisol ist mein Feind Dann würde ich relativ klar sagen, das ist es nicht.

00:13:46: Denn ohne Cortisol haben wir ein Problem mit unserem Blutzuckerspiegel.

00:13:50: Das ist ein Glucocorticoid.

00:13:52: D.h.,

00:13:53: es kann zu Unterzuckerungen kommen und Kreislaufproblemen kommen.

00:13:56: Und wenn wir das Immunsystem mit integrieren dann wäre ohne Cortisoil das Immunsystem auch nicht mehr in der Lage zu wissen welche Aufgaben es zu erfüllen hat weil dafür wird es quasi auch mit benötigt.

00:14:08: Eine Formulierung oder ein Ratschlag, den man dann häufig hört.

00:14:13: Du musst deinen Cortisol senken!

00:14:16: Warum ist das der falsche Ansatz?

00:14:18: Warum ist es zu einfach gedacht?

00:14:20: Weil es nicht nur darum geht dass Cortisol jetzt zu viel ist... kann eine Komponente dabei sein.

00:14:28: Der wirklich zentrale Aspekt, den wir sehen bei chronischen Stressbelastungen ist dass unsere Stressachse also diese Hormonachse die HPA-Achse dysreguliert nicht richtig abläuft und nicht mehr genau weiß was sie tun soll.

00:14:43: Nicht nur in der Tagesrhythmik sondern vor allen Dingen dann auch wenn Stress Belastung im Alltag mit einer Rolle spielen.

00:14:50: Darüber hinaus ist natürlich auch wichtig, was macht mein zentrales Nervensystem?

00:14:54: Das Ganze wird gesteuert über den Hypotalamus.

00:14:56: Dann habe ich vielleicht hier ein zentrale Steuerungsproblem und es fehlt letztendlich die Anpassung an eine chronische Stressreaktion.

00:15:07: Und wenn ich jetzt per se einfach nur sagen würde okay senken wir doch mal Cortisol, wird das nicht dem gerecht, was wir dann häufig nämlich auch sehen wenn man mal die Cortisolwerte über einen Tag mitstimmt.

00:15:18: Nämlich dann sehen wir, dass es zu Dysregulationen kommt oder der tägliche Rhythmus, der zykerdiane Rhythmuss nicht mehr adäquat funktioniert.

00:15:26: und bei ja akuten stressigeren Phasen kann es sein das Cortisol auch einmal erhöht ist?

00:15:32: Bei vielen Menschen sehen wir eher genau das Gegenteil, dass Cortisol erniedrigt ist.

00:15:38: Das ist sehr paradox weil doch Menschen sagen Ich fühle mich doch so sehr gestresst.

00:15:42: Aber es hängt eher damit zusammen, dass die Stresshormonenachse zusammen natürlich auch mit Artrinalin und Nordrinalinn nicht mehr adäquat

00:15:48: funktionieren.".

00:15:50: Das ist dann eher der Ansatz das Ganze zu regulieren an Stadtpauschal zu sagen nimm mal das Cortisol aus deinem Körper raus, dann geht's dir plötzlich wieder besser!

00:15:59: Was können denn sinnvolle Strategien sein, die jeder von uns anwenden kann um seinen Cortisol-Haushalt in Balance zu halten?

00:16:06: Denn wenn ich dich richtig verstehe, gehts doch darum Das zu regulieren.

00:16:10: Zu viel ist nicht gut, zu wenig auch nicht gut?

00:16:13: Absolut richtig!

00:16:14: Es geht nicht um Dämpfen und einfach nur Cortisol rausnehmen sondern Rückkehr in die eigene Rhythmik oder Regulation im Sinne von dass ich adäquat auf Stress wieder reagieren kann.

00:16:27: Und es gibt ein paar Basis-Themen die man an der Stelle mit ansetzen könnte.

00:16:32: das erste ist und bleibt des Themaes zirka der jahren Rhythmus hier an der stelle mit zu berücksichtigen den Tagnachtrhythmus Das heißt, die Schlafqualität und die regelmäßige Schlafzeit mit zu integrieren.

00:16:45: Warum?

00:16:46: Weil wir hier eine Möglichkeit haben auch morgens wieder gut rauskommen zu können.

00:16:50: Wenn ich nämlich Schlafmangel auch noch dabei habe, dann wird meine Stressbelastung wahrscheinlich nochmal mehr werden.

00:16:57: So das heißt, Schlafrhythmus ist der erste wichtige Aspekt!

00:17:01: Und wenn ich morgens aufstehe und mein eigentlichen Cortisol Awakening Response wiederhaben möchte Dann unterstütze ich das mit Licht am Morgen.

00:17:11: Das heißt, ich gebe noch mal das Signal an meine innere Uhr.

00:17:15: Hier ist jetzt Tag und hier startet es!

00:17:18: So, das ist der eine Teil und natürlich wäre dann wichtig nach zwölf Stunden das Licht auch wieder auszuschalten.

00:17:24: die Nacht beginnt man kann über Blaulichtfilter nachdenken ob nun selbst als Brille tragen oder zumindest mal ein Endgerät aber nicht mehr zu viel Lichteinfall weil dass immer wieder auch für mehr Cortisol im System sorgen würde.

00:17:37: Der nächste wichtige Punkt sehen wir auf der Ernährung.

00:17:40: Das heißt, regelmäßige Mahlzeiten macht Sinn.

00:17:44: Wenn Menschen mit chronischem Stress und verändertem disregulierten Koalitionhaushalt jetzt meinen sich noch zusätzlich im Stress auszusetzen, also intermittierendes Fasten was grundsätzlich eine spannende Strategie sein kann wäre hier vielleicht gar nicht so angebracht sondern eher zu sagen regelmäßiger Mahlzeit und Energiebereitstellung aber nicht zwischendurch snacken oder den ganzen Tag aufgrund von Stress zu fasten und dann abends zu spät nur irgendetwas zu essen.

00:18:14: Von daher, die Ernährung steht hier auch für Selbstversorgung und sich selbst im Idealfall damit etwas Gutes zu tun.

00:18:22: Dann wäre natürlich wichtig im Verlauf bei Belastungssituationen immer wieder Erholungsphasen mit einzubauen.

00:18:29: Das heißt ich habe eine belastende Arbeitssituation beispielsweise, die mich wirklich stresst es Auswirkungen auf meinen Cortisolhaushalt gibt.

00:18:40: Im Idealfall begegne ich unmittelbar während dieser stressigen Situation den ganzen mit etwas körperlicher Aktivität, Bewegung.

00:18:49: Weil das wäre die physiologische Antwort auf eine Stressreaktion und danach eine Phase wo ich kurz erholen kann.

00:18:58: Und da gibt es natürlich unterschiedliche Möglichkeiten Die uns helfen können hier auch das vegetative Nervensystem anzusteuern.

00:19:04: Ich könnte über Atmung, also langsamer Atemtechnik nachdenken um hier Regulationen mit zu erzeugen.

00:19:10: ich könnte über Meditation oder Autogenestraining nachdenkten und nein das heißt nicht dass man das irgendwie eine Stunde nach einer stressigen Situation dann durchführen muss sondern es reichen unter Umständen ein paar Minuten dafür Sondern dass wir diesen Wechsel haben in dem Stress der Stressbelastungen am Tag.

00:19:26: Wir reagieren mit Bewegung Und wir passen unsere Tagesrhythmik wieder an Dass Cortisol sich wieder regionieren

00:19:32: kann.

00:19:33: Matthias, wir haben in dem Zusammenhang auch schon mal über Ashwagandha gesprochen.

00:19:37: Und ich erinnere mich da hast du gesagt das kann auch Cortisol regulieren, kann helfen den Körper in diesem Gleichgewicht zu halten.

00:19:44: gibt es noch andere externe Dinge Stoffe bestimmte Komponenten in der Ernährung oder Supplements die man in diesem Zusammenhang nennen sollte?

00:19:54: Also nehmen wir mal diese Gruppe der Adaptogene.

00:19:56: Ashwaguanda gehört mit dazu.

00:19:58: Rodiola Rosea sind so die Klassiker die eigentlich für Stressachsen, Regulation, Cortisolregulation mit angedacht werden.

00:20:08: Rhodiola Rosea hat den Vorteil dass es quasi auch für mehr Energie und Wachheit sorgt.

00:20:13: gerade wenn das morgens mit verwendet wird und ist beeinflusst diese Cortisol-Regulation ebenfalls.

00:20:19: bei Ashwagandha hatten wir schon gesagt Es hat einen reduzierenden Effekt auf das Cortisol Level.

00:20:25: Und jetzt gehen wir noch mal darauf zurück.

00:20:27: Vielleicht bei vielen gar nicht sinnvoll ist Cortisol nur zu reduzieren.

00:20:31: Natürlich gehört mit dazu, dass es unwahrscheinlich ist, dass etwas Ashwagandha mich in einen Cortisolmangel bringt also das wirklich zu wenig ist.

00:20:41: man kann über diese Substanzen nachdenken aber ich würde hier empfehlen eher darauf zu schauen, wie ist meine Tagesrhythmik?

00:20:48: Das kann man testen mit einem Cortisol-Tagesprofil.

00:20:51: Hab ich gewisse Auffälligkeiten und wenn ich zu wenig Cortisol hab, würde ich nicht noch mal zusätzlich Ashwagandha beispielsweise mit verwenden.

00:20:59: Und mit Blick auf Schlaf von Schlafqualität gibt es sicherlich auch das eine oder andere was man überlegen kann natürlich erstmal in meiner Verhaltensweise mit weniger Licht am Abend, weniger Reizüberflutung am Abend was immer wieder auch das Stresssystem aktivieren würde meine Schlafqualität verbessern kann.

00:21:17: Wir haben neulich über Glyzine gesprochen, es gibt natürlich auch noch andere Substanzen die spannen sind Magnesium insbesondere in der Ältreonatverbindung, die sich positiv auf den Schlaf, die Schlafkwalität und dann dementsprechend am nächsten Tag auch auf meiner Cortisolachse quasi indirekt zumindest positiv auswirken können.

00:21:36: Matthias abschließend deine positive Image Kampagne für Cortisol.

00:21:41: wir haben ja gesagt das hat ein Image Problem dein wissenschaftliches Manifest

00:21:45: auf

00:21:46: Cortisol.

00:21:47: Ich mache es erst mal einfach, Cortisol ist kein böse Bicht!

00:21:50: Es zeigt uns gegebenenfalls eher wie unser System und in dem Falle des Stresssystems funktioniert und eher dysreguliert ist.

00:21:59: Das sind eigentlich die zentralen Punkte.

00:22:01: also nicht nur zu sagen Cortisol is böse man muss sich individuell anschauen wie die Gegebenheiten sind.

00:22:08: es geht eher darum dass wir mit Stress wieder anfangen richtig umzugehen das heißt mit Bewegung zu begegnen, Entspannungsphasen mit einzubauen und den Tagnachtrhythmus natürlich mit im Blick zu halten.

00:22:21: Es geht nicht darum einfach nur zu sagen wie senke ich Cortisol sondern dann eher zu schauen wenn es denn erhöht ist?

00:22:28: Warum ist es ständig erhöht?

00:22:29: und eher darauf zu achten was sind meine Stressoren und wie kann ich dem Thema vielleicht besser begegnern?

00:22:36: Cortisol Matthias eine spannende Folge.

00:22:39: ich finde ein guter Einblick in dieses Thema Einigen leuten vielleicht ein bisschen Orientierung gegeben und hoffentlich ein ganz kleines bisschen dazu beigetragen, dass Cortisol von diesem super negativen Image irgendwie wegkommt.

00:22:52: Und wir besser verstehen das es eben häufig nicht so einfach ist.

00:22:55: dieses schwarz-weißdenken funktioniert bei ganz vielen Dingen in unserem Körper in der Wissenschaft generell nicht.

00:23:01: Es hat eben auch im scheinbar Negativen viel Positives und Auch das können wir glaube ich festhalten.

00:23:06: am Ende hat sich die Natur Nichts ausgedacht, was nicht einen Sinn hat.

00:23:10: Was nicht ein Zweck und eine Aufgabe hat.

00:23:13: Insofern bin ich dankbar, dass wir von dir erklärt bekommen haben wie Cortisol in unserem Körper funktioniert.

00:23:20: Das waren die Health Nerds an diesem Donnerstag.

00:23:21: Wenn ihr eine Meinung zu diesem Thema habt oder Fragen, schreibt sie gerne rein in die Spotify-Kommentare direkt unter diese Folge.

00:23:28: und wenn ihr einen Wunsch habt, worüber wir hier mal sprechen sollen, wenn ihr vielleicht auch ein Thema auf die Agenda setzen wollt, her damit!

00:23:34: Wir freuen uns über eure Nachrichten an Podcastatartgerecht.com.

00:23:38: Matthias Baum?

00:23:39: Ich sage herzlichen Dank.

00:23:40: Leute am Montag gibt's neues Deep Dive.

00:23:42: bis dahin eine gute Zeit.

00:23:43: Bleibt uns gewogen und bleibt neugierig.

00:23:46: Vielen Dank.

00:23:50: Der Gesundheits-Podcast von Artgerecht.

00:23:53: Jeden Donnerstag neu!

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