Viren: 8 Prozent unseres Erbguts bestehen aus viralen Sequenzen (Deep Dive)
Shownotes
„8 Prozent des menschlichen Genoms besteht aus viralen Sequenzen. Das sind sogenannte endogene Retroviren, die sich im Laufe der Evolution in unser Erbgut eingebaut haben.“ Viren gehören zu den rätselhaftesten Strukturen der Biologie. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel, keine Energieproduktion und können sich nicht selbst vermehren. Trotzdem zählen sie zu den erfolgreichsten biologischen Systemen unseres Planeten. Schätzungen gehen davon aus, dass es auf der Erde mehr als 10³¹ Virenpartikel gibt. Sie sind in der Luft, im Wasser, im Boden und natürlich auch in unserem Körper.
In diesem HEALTH NERDS Deep Dive spricht Podcast-Host Felix Moese mit Gesundheitswissenschaftler Matthias Baum über die faszinierende Welt der Viren. Dringt ein Virus in eine Zelle ein, nutzt es deren molekulare Maschinen, um sein genetisches Material zu vervielfältigen. Genau diese Strategie macht Viren evolutionär so erfolgreich. Besonders RNA-Viren verändern sich durch schnelle Mutationen ständig und können sich dadurch rasch an neue Bedingungen anpassen.
Gleichzeitig greift das Bild vom Virus als reinem Krankheitserreger zu kurz. Viren haben die Evolution des Lebens entscheidend mitgeprägt. Teile unseres eigenen Erbguts gehen auf uralte Virusinfektionen zurück. Auch im menschlichen Körper existiert neben dem Mikrobiom ein sogenanntes Virom – eine Gemeinschaft von Viren, die Teil unseres biologischen Ökosystems ist.
Felix und Matthias klären die wichtigsten Fragen:
- Was unterscheidet Viren von echten Lebewesen?
- Wie gelingt es ihnen, unsere Zellen zu infizieren?
- Warum mutieren viele Viren so schnell?
- Wieso wirken Antibiotika bei Viren nicht?
- Welche Rolle spielen sie für Evolution und Immunsystem?
HEALTH NERDS. Mensch, einfach erklärt.
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Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
Transkript anzeigen
00:00:01: Acht Prozent des menschlichen Genoms besteht aus viralen Sequenzen.
00:00:05: Es sind sogenannte endogene Retroviren, die sich quasi mit eingebaut haben.
00:00:11: Ein Virus könnte man jetzt ja mal zumindest vermuten hat kein eigenständiges Gehirn also ist es nicht von sich aus böse sondern was möchte er tun?
00:00:20: das eigene Material vermehren?
00:00:22: Natürlich kann man die Membran um die DNA oder RNA des Virus Angreifen, gar keine Frage.
00:00:31: Zum Beispiel mit hochprozentigem Alkohol.
00:00:34: Wenn wir schon über Evolution sprechen sollten mir das auch noch um den Punkt ergänzen dass Viren auch eine wichtige Rolle im Kontext der Evolution spielt.
00:00:45: Artgerecht, Health Nerds, Deep Dive Analyser und Fakten.
00:00:53: Mit Felix Möse und Matthias
00:00:55: Baum Leute, in der letzten Deep Dive-Episode heute vor einer Woche haben wir über Bakterien gesprochen.
00:01:01: Über eine der ältesten lebensformende Erde, über einen zentralen Teil unseres Mikrobiomes und wir haben versprochen in dieser Woche schauen wir uns den nächsten großen Akteur der Mikrobiologie an Viren!
00:01:16: Viren sind überall – in der Luft im Wasser im Boden natürlich auch in unserem Körper.
00:01:21: Schätzungen gehen davon aus, dass es auf der Erde mehr als, jetzt pass auf kommt eine Riesenzahl.
00:01:27: Zehn hoch einunddreißig Virenpartikel gibt.
00:01:31: Zehnhoch einund dreißig.
00:01:33: die Mathematik Freaks unter euch Die können sich das vorstellen.
00:01:35: für alle anderen Es ist eine gigantisch große Zahl.
00:01:38: damit gehören Viren also zu den häufigsten biologischen Strukturen Auf unserem Planeten.
00:01:44: Gleichzeitig Stellen Sie die Biologie vor eine grundlegende Frage, sind Viren überhaupt lebendig?
00:01:52: Sie haben nämlich keinen eigenen Stoffwechsel.
00:01:54: Sie können sich gar nicht selbst vermehren.
00:01:56: Stattdessen nutzen sie die Zellen anderer Organismen um sich zu kopieren.
00:02:02: Viele Viren machen uns krank.
00:02:04: andere spielen wiederum eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem und haben die Evolution des Lebens ganz erheblich mit geprägt.
00:02:12: Was sind Viren?
00:02:13: Also ganz genau, wie infizieren Sie unsere Zellen und warum verändern sie sich so rasend schnell.
00:02:18: Darüber sprechen wir hier im Diebdive.
00:02:20: Matthias Baum unser Gesundheitswissenschaftler aus dem Helfener Wissenschaftsteam.
00:02:24: Lieber herzlich willkommen!
00:02:26: Hallo Felix ich freue mich mit dabei zu
00:02:27: sein.
00:02:29: Matthias ich habe es eingangs gerade schon gesagt Sind Viren denn nun Lebewesen oder nicht?
00:02:35: Wir haben auch von der Woche schon ein bisschen darüber diskutiert.
00:02:38: Gib uns jetzt nochmal einen Einblick.
00:02:39: Warum ist das so kompliziert mit den Viren?
00:02:42: Na ja, wie du schon gesagt hast.
00:02:43: Du hast es eigentlich auch schon sehr schön umschüft und umschrieben.
00:02:47: Dass wir hier eigentlich eher von ... Wenn man von Viren sprechen, von ... Man könnte sagen genetischen Partikeln, auch infektiosen genetische Partikelnsprechen.
00:02:56: Und wer sich noch an dem Biologieunterricht in der siebten Klasse erinnert, weiß wahrscheinlich dass es ein paar Voraussetzungen gibt, um etwas als lebendig zu definieren oder Leben zu definiern.
00:03:08: Dazu zählt ein eigener Stoffwechsel und eine Energieproduktion beispielsweise.
00:03:12: Eine Fortpflanzungsmöglichkeit in einer bestimmten Form, also entweder Replikation oder wie auch immer.
00:03:19: So am Ende haben wir aber genau das bei Viren nicht.
00:03:24: Wir haben eine DNA- oder RNA-Struktur die in einer Proteinhülle ist, man nennt es Kapsit Und teilweise auch manchmal noch mit einer Repithöle, und die können unterschiedlich aufgebaut sein.
00:03:37: Aber am Ende des Tages haben wir keine eigenen Stoffwechseln, keine eigene Energieproduktionen, keine selbstständige Vermehrung – aber Vermeherungen haben wir sehr wohl, aber wir gucken da gleich nochmal drauf, worum es dabei geht– und eben auch keine Eiweißsynthese selbst!
00:03:50: Das macht ja das Virus-Thema vielleicht genau deshalb so interessant.
00:03:54: Und das bedeutet, Viren können sich nur vermehren indem sie zelluläre Maschinen eines Wirts oder einer Wirtszelle kapern.
00:04:04: So könnte man es beschreiben und das bedeutet, wir können weiter bestehen auch außerhalb eine Wirtszeile aber sie brauchen Sie letztendlich für all diese Prozesse.
00:04:15: Ist spannend also ist eine sehr eigene Form des in Anführungszeichen Lebens Also je nachdem wie man eben Leben definiert.
00:04:23: Aber ich finde es faszinierend dass eben dieses Struktur So nennen wir sie jetzt einfach mal, tatsächlich über Jahrmillionen existiert in einer unglaublich großen Vielfalt und Mutation und ständigen Veränderungen.
00:04:35: Das schauen wir uns auch gleich nochmal an.
00:04:37: Obwohl sie eben wie du ja sagst keine eigene Fähigkeit hat sich zu replizieren oder sich zu vermehren im klassischen Sinne, wie wir uns das irgendwie vorstellen sondern dass es immer angewiesen ist auf einen Wird, auf eine lebende Zelle.
00:04:51: Und das wollen wir irgendwie besser noch verstehen.
00:04:53: Wie funktioniert so?
00:04:56: Infektion, eine Virusinfektion auf zellulärer Ebene.
00:04:59: Was macht das Virus?
00:05:01: Also typischerweise haben wir hier unterschiedliche Schritte.
00:05:04: Wir nehmen ein Virus was quasi definitionsgemäß nicht lebt aber irgendwie an im Regelfall irgendwelche Schleimhaut bei ihren herankommt und dann in Zellen eindringen kann.
00:05:16: Und wer sich noch an die Zeiten erinnert wo es mal Viruspandemien gab Auch da haben wir sicherlich das eine oder andere Mal schon zu gesprochen gehabt, oder auch diese Mechanismen erklärt.
00:05:26: Das heißt ein Virus nutzt einen spezifischen zellulären Rezeptor der jetzt aber nicht... also man darf sich es nicht so vorstellen dass das ein Rezeptur ist, der extra für dieses Virus gebaut ist sondern das Virus hat es geschafft über diesen Rezeptorbick in den Körper bzw.
00:05:44: in die Zelle zu gelangen.
00:05:45: vielmehr Das heißt, dann wird das Virus über die sogenannte Endocytose aufgenommen.
00:05:50: Also es gibt eine Membran-Fusion.
00:05:53: Es gibt so schöne grafische Darstellungen auch, die das zeigen.
00:05:56: Das wird wirklich integriert.
00:05:59: Dann wird in der Zelle das Virusgenom freigegeben.
00:06:03: Dann nutzt quasi dieses genetische Material, die Ribosomen, die neue Eiweiße abspielen und verschiedene Enzyme der Würzzelle um die eigene virale DNA oder RNA zu reproduzieren.
00:06:20: Und dann werden ganz viele, also stelle ich das vor es ist eine genetische Information und die besteht darin ey!
00:06:26: Ich brauche die Kapselhülle, ich brauche eine bestimmte Struktur, eine bestimmter Eiweißstruktur und das ist nur die Informationen.
00:06:34: aber die Zelle wird gekapert.
00:06:36: Dann habe ich diesen Verlauf dieser Replikation Dann werden neue Viruspartikel zusammengebaut und am Ende eine Freisetzung, sodass ich das an unterschiedlichen Zellen verbreiten
00:06:46: kann.
00:06:47: Super spannend!
00:06:50: Kann man vereinfacht sagen, dass Viren im Grunde extrem effiziente genetische Parasiten sind?
00:06:59: Wäre das etwas...?
00:07:00: Parasitentrifft es teilweise ganz gut wird gerne auch so beschrieben... Man darf Viren auch nicht und das wollen wir sicherlich auch noch darauf eingehen, nicht nur negativ beurteilen.
00:07:11: Sondern wir haben natürlich und genau diesen Prozess eher in Verbindung dass jetzt das Immunsystem aktiv wird und versucht zu reagieren.
00:07:20: Und was haben wir dann je nach Immunstatus einer jeweiligen Person eine... Nicht eine Infektion sondern eine Immunreaktion?
00:07:29: Und die macht uns nachher Symptome, also simpel gesprochen bei einem viralen Infekt.
00:07:35: Dann tritts das Virus auch in die Zellen, repliziert sich und die einen oder anderen sagen dann ja ich hab gar keine Erkrankung, weil das Immunsystem vielleicht nicht reagiert.
00:07:46: aber die Infektion, dass eindringendes Virus hat unter Umständen schon
00:07:49: stattgefunden.
00:07:51: Lass uns da noch mal bleiben auch evolutionsbezogen nochmal drauf schauen.
00:07:55: warum sind Viren evolutionär?
00:07:58: Zum einen natürlich schon so lange auf unserem Planeten und wahrscheinlich auch an anderen Orten im Universum irgendwie existent, obwohl sie eben keinen eigenen Stoffwechsel
00:08:08: haben.
00:08:09: Wie
00:08:09: kommt das?
00:08:10: Wie machen Sie das?
00:08:10: Warum sind Sie evolutionär so erfolgreich?
00:08:13: Naja also Sie sind erfolgreich weil ... Sie brauchen nicht so viel!
00:08:18: Sie haben Ihre DNA oder RNA-Struktur, also das genetische Material... Und diese Replikation findet dann eben auch sehr schnell statt.
00:08:26: und dann wissen wir auch Und das ist ja einer der Treiber auch für Evolution, also Virus-Evolution.
00:08:35: Da können wir Evolution ein bisschen schneller sehen als bei Homo sapiens beispielsweise.
00:08:39: Das heißt, wir haben eine hohe Mutationsrate!
00:08:42: gerade bei RNA-Viren.
00:08:44: Warum verändern sich diese Viren so schnell?
00:08:45: wie?
00:08:46: Warum passiert das, wir haben eben durch dieses schnelle Abspielen und das schnelle Nachbauen der Strukturen natürlich eine gewisse Fehleranfälligkeit und dann wird die Mutation eher sichtbar.
00:08:56: Wir sehen Mutation sowohl beim Menschen als auch bei allen anderen Lebewesen aber natürlich ist die Generation unter Umständen deutlich länger
00:09:07: d.h.,
00:09:07: es wird nicht unmittelbar sichtba.
00:09:08: Und das haben wir bei Bakterien teilweise auch bei Viren noch mal schneller.
00:09:13: Und wenn man sich hier auch daran erinnert, wie schnell solche Mutationen entstehen können, stellt man sich das vor jetzt bezieht sich das nicht nur auf die Replikation einer Zelle sondern vieler im menschlichen Körper dann eine weiteren Verteilung dann den erneuten Replikations und das Ganze geht sehr schnell.
00:09:28: dadurch ne schnellere Mutation und damit auch quasi ein für sich genommen ein Virus selbst einen einen evolutionären Erfolgsfaktor so könnte man sagen.
00:09:39: aber Wenn wir schon über Evolution sprechen, sollten wir das auch noch um den Punkt ergänzen.
00:09:44: Dass Viren auch eine wichtige Rolle im Kontext der Evolution spielen was viele vielleicht nicht auf dem Schirm haben weil man sagt naja du hast es ja auch so schön gerade eben noch gesagt Parasiten irgendwie oder die infizieren uns.
00:10:01: Das
00:10:01: greift ein bisschen zu kurz.
00:10:03: also ein Virus könnte man jetzt ja mal zumindest vermuten, hat kein eigenständiges Gehirn.
00:10:08: Also ist es nicht von sich aus böse sondern was möchte er tun?
00:10:12: quasi das eigene Material vermehren?
00:10:15: Das macht durchaus Sinn und das passiert nicht erst seitdem wir Erkältungen kennen, sondern das passiert schon sehr lange auch im Laufe der Evolution.
00:10:23: Jetzt geht's nicht um die Evolution eines Virus, sondern wirren grundsätzlich.
00:10:29: Und das sind extrem spannende Punkt acht Prozent des menschlichen Genoms besteht aus viralen Sequenzen.
00:10:36: Das sind sogenannte endogene Retroviren, die sich quasi mit eingebaut haben.
00:10:42: So was das bedeutet heißt es ist Teil von uns geworden und das macht letztendlich ein Virus eben auch.
00:10:51: Es setzt eine Struktur ein in unserem Bereich und wenn das Ganze nicht funktioniert oder das Immunsystem überschließend reagiert überlebt der Wirt unter Umständen noch nicht Aber wenn es funktioniert, auch nur beim bestimmten Teil und dadurch ist eine Verbreiterung möglich.
00:11:10: Dann könnte man auch wieder sagen okay das hat beides einen Vorteil für das Virus selbst weil die Information wird weitergegeben.
00:11:18: gleichzeitig hat er wird auch eine Veränderung im Laume der Zeit.
00:11:21: so ein schönes Beispiel um das nochmal zu verdeutlichen ist, das kennen einige vielleicht auch, Synthetin.
00:11:30: Das ist ein virales Protein, dass für die Plazenterentwicklung notwendig ist und ohne die viralen Gene, die irgendwann mal eingebaut worden sind, gibt es wahrscheinlich die Struktur einer Säugetier-Plazenter nicht.
00:11:43: Also es ist nicht nur menschspezifisch.
00:11:46: Und das macht es doch noch einmal ein bisschen breiter oder interessanter wenn man sagt okay Viren sind jetzt nicht nur schlecht und evolutionär Teil von uns gewesen.
00:11:58: Und auch heute Teil von wir haben schon häufiger über das Mikrobiom gesprochen, man kann auch insgesamt über Biome sprechen.
00:12:07: Eine Formulierung die ich schon häufige mal gesagt habe ist wenn wir auf Mikroorganismen schauen schauen wie auf Bakterien Viren und Pilze.
00:12:14: Es gibt quasi auch ein spezifisches Virom was bei Menschen zu finden ist unter anderem Bakterifragen, die zählen quasi mit dem Viro mit dazu.
00:12:28: Aber eben auch persistierende humane Viren die erstmal nicht krank machen sind, aber es gehört mit dazu.
00:12:33: Und im Gesamtausgleich beeinflusst das eben auch das Mikrobiom.
00:12:37: oder wenn man das V-ROM quasi mit dazuzählen würde steht das auf jeden Fall in Verbindung zu der Immunentwicklung und die Immunregulation.
00:12:45: also da ist nicht alles schlecht dran und das Ziel sollte nicht sein ähnlich wie bei Bakterien auch zu sagen ok Steril
00:12:53: ist
00:12:54: die beste Lösung.
00:12:55: Wir haben es bei Bakterien, wer die Folge nicht gehört hat auch besprochen.
00:12:58: Bakterie haben auch so ein Image-Problem ja?
00:13:01: Irgendwie haben wir irgendwann mal in den Kopf geimpft bekommen, oh Bakterian sind so gefährlich.
00:13:05: wascht ihr die Hände da sind Bakterier dran!
00:13:07: Ja ich habe im Nachgang auch nochmal überlegt dass wir natürlich das Thema auch schon längere Zeit ja auch anders aufgreifen und das glaube ich auch verständlicher geworden ist.
00:13:15: aber klar die erste Assoziation ist die bösen Bakterium Felix wahrscheinlich noch mal mehr, wo man schnell sagen würde.
00:13:24: Mit Viren möchte ich auf gar keinen Fall konfrontiert werden was in manchen Situationen auch durchaus sinnvoll ist.
00:13:31: Also wenn wir das Thema Evolution nochmal abschließen wollen so habe ich das hier verstanden und auch in meiner Recherche mir verinnerlicht.
00:13:38: also Wir haben keinen Zweck oder keinen Plan im eigentlichen Sinne.
00:13:44: Sie existieren, weil sie extrem erfolgreich im Vermehren und Weiterentwickeln sind.
00:13:50: Und man kann unter dem Strich sagen Evolution belohnt also nicht Sinn oder Nutzen sondern Reproduktionsfähigkeit.
00:13:58: Das ist wie bei uns ehrlicherweise auch verkürzt aber wir lassen es heute mal so
00:14:02: stehen.
00:14:03: Ja aber ist doch spannend wenn man das wirklich mal runterbricht ja?
00:14:06: Also sie existieren nicht weil sie einen Zweck erfüllen sollen sondern erst einmal existieren sie weil sie evolutionär extrem erfolgreich sind.
00:14:13: auch die Wertung so ein bisschen rauszunehmen, dass man eben nicht in gut und schlecht einteilt.
00:14:19: Sondern das dieser Zweck also quasi wie so der Motor der Evolution insgesamt ist Replikation Fortpflanzung weitergeben der Erbinformation So vereinfacht ausgedrückt Das hier auch der Fall ist.
00:14:34: Und wenn wir es im Laufe der Evolution uns anschauen dann hat das einige Male ziemlich erfolgreich funktioniert Und es ist Bestandteil davon, dass wir heute sind.
00:14:45: Lass uns mal über das Thema Antibiotika sprechen.
00:14:50: Sie wirken bei Bakterien aber eben nicht bei Viren?
00:14:54: Warum ist das so?
00:14:54: Warum haben Antibiatika bei Vieren keine echte Funktion oder keine echten Wirkung?
00:15:00: Im Antibiotika gegen das Leben können quasi gezielt bakterielle Strukturen angreifen.
00:15:07: auf den Wirkstoffanen, ob man so was wie Penicillin nimmt oder heute auch spezifischer Antibiotik haben gegen spezificche Stämme.
00:15:18: Was am Ende des Tages passiert ist entweder die Zellwand wird zerstört sodass die Bakterien abgetötet werden können.
00:15:24: im Nachgang vielleicht wird die DNA-Replikation beeinflusst Die Ribosomen also die Eiweißvermehrung quasi der Bakterian mit beeinflußt.
00:15:35: Wenn wir uns das vorstellen, haben wir also quasi eine spezifische Wirkung eines Pharmakons auf ein Bakterium.
00:15:41: Manchmal wissen wir auch okay es kann ganz viele Bakterien betreffen weil viele Zellwände letztendlich zerstört worden sind.
00:15:48: Das ist ja das was wir in der Antibiotikomtherapie immer wieder besprechen.
00:15:52: so bei Viren wie eben schon eingangs erwähnt haben wir das natürlich nicht.
00:15:55: Also da wo das ansetzen würde macht das relativ wenig Sinn.
00:15:59: Natürlich kann man die Membran um die DNA oder RNA des Virus natürlich
00:16:07: angreifen,
00:16:08: gar keine Frage.
00:16:09: Zum Beispiel mit hochprozentigem Alkohol wenn wir über Desinfektionsmittel sprechen.
00:16:14: aber wo befinden sich die Viren?
00:16:16: dass sie für uns zum Problem werden?
00:16:17: nicht unbedingt auf den Hand-Innenflächen sondern dann wenn wir es uns an die Schleimhäute irgendwie vielleicht ranschmieren.
00:16:22: und da jetzt mit reinem Alkol dran zu gehen macht unseren körpereigenen Zellen auch nicht so viel Freude.
00:16:28: So das bedeutet hier macht Antibiotikoptherapie keinen Sinn Teilweise teilweise auch immer noch die Strategie bei viralen Infekten, bei immungeschwächten Personen parallel an Antibiotikum mit einzusetzen um das Risiko einer Superinfektion zu minimieren.
00:16:45: Jetzt wissen wir okay... Auch Bakterien haben eine Evolution die sie durchleben und nicht alle werden abgetötet bedeutet es entstehen letztendlich Resistenzen gegen bestimmte Antibiatika Und das soll unbedingt vermieden werden, von daher wird es nicht mehr so bereit eingesetzt.
00:17:03: Aber deswegen kennen vielleicht viele diese Verbindungen, wenn ich einen viralen Infekt habe, hab' ich auch schon mal ein Antibiotikum bekommen entweder präventiv oder es war parallel schon eine Superinfektion mit einem anderen Bakterium.
00:17:13: Das heißt die virale Medikation muss etwas anderes machen.
00:17:18: Sie muss spezifische Schritte der Virusreplikation hemmen ja?
00:17:22: Oder blockieren Wirale Polymerasen oder bestimmte Enzyme, Proteasen die es nachher braucht.
00:17:30: Oder die quasi den Eintritts hemmen können.
00:17:34: das ist gar nicht.
00:17:35: eintreten kann dass alles ein möglicher Ansatzpunkt oder wir können über Impfstoffe sprechen.
00:17:42: da ist der Weg.
00:17:44: aber ein anderer sprich ich bereite mein Immunsystem schon im Vorfeld auf das Virus vor wenn es reinkommt.
00:17:53: im Idealfall vermieden wird, dass es zu einer Immunreaktion, also Infektionen kommt vielleicht immer noch.
00:17:58: Aber eine starken Immun-Reaktion kommt die Erkrankung zu
00:18:01: stark
00:18:01: wird.".
00:18:02: Okay das heißt der wirksamste Schutz gegen Viren ist am Ende unser eigenes Immunsystem, dass wir durch ne Impfung du hast gut beschrieben entweder darauf vorbereiten können.
00:18:11: Wir haben alle auch noch die Covid oder Corona Pandemie im Kopf.
00:18:16: Die meisten von uns werden geimpft worden sein mit diesen mRNA-Impfstoffen, die also unseren Körper darauf vorbereiten.
00:18:23: Achtung!
00:18:23: Wenn so ein Virus reinkommt weißt du schon Bescheid?
00:18:27: Du hast schon Antikörper produziert und kannst es schneller angehen und bekämpfen und das Virus kann sich nicht so massiv ausbreiten wie es das könnte wenn wir eben Ungeimpft werden.
00:18:37: Das ist genau der Hintergedanke dabei.
00:18:39: und dann gibt es unterschiedliche Impfstofftypen, du hast gerade schon so was mit angesprochen.
00:18:44: bei einem mRNA wird quasi ein Teil der Information also mRNA lässt schon mit vermuten.
00:18:50: okay da gibt es auch wieder genetische Informationen quasi.
00:18:54: aber die geht jetzt nicht an den Zellkern wie das Virus selbst machen würde sondern bezieht sich auf die Ribosom.
00:19:00: dann werden diese Eiweißstrukturen produziert präsentiert auf den Zellen und dann kann das Immunsystem dagegen Antikörper bilden.
00:19:07: Deswegen hat man auch einen Impfschutz nicht unmittelbar, sondern man kann es natürlich mit Todimpfstoffen oder sonstigen unterschiedlichen Möglichkeiten, die es da gibt ohne das Thema heute auszuweiten ist dass zumindest etwas mit dem Blick auf Risiko, Abwägung von schweren Erkrankungen und dann natürlich auch schwerer Verläufen.
00:19:28: Das geht in unterschiedliche Virusbereiche versus Nebenwirkungen, Reaktionen die nach einer Impfung mit auftreten können.
00:19:36: Da haben wir auch bei Corona eindeutig gesehen oder auch bei Coronaympfung was ja heutzutage immer noch ein großes Thema
00:19:42: ist.
00:19:43: Also wir haben gelernt, Viren sind viel nützlicher und wichtiger in unserer Evolution.
00:19:49: In unserem Leben als Ihr Image häufig vermuten lässt.
00:19:54: Wir brauchen sie sind ein wichtiger Teil unseres Biomes oder Mikrobiomes Und dass Sie sich so extrem verbreiten und solange auch existieren können.
00:20:04: Sie sind einfach wahre Meister der Evolution, der Reproduktion wenn gleich sie eben auch keine eigenständige Lebensformen sind wie wir es zumindest definieren.
00:20:13: Matthias, wieder viel gelernt.
00:20:14: Einen kurzen Ausflug will ich trotzdem noch machen.
00:20:16: Ich habe neulich noch eine Schlagzeile gelesen dass irgendwo im Permafrost in Sibirien ja tausende alte Zombieviren gefunden wurden.
00:20:24: so war die Überschrift also irgendwelche Viren die knapp fünfzigtausend Jahre alt sind und die man jetzt im Labor wieder reaktivieren konnte.
00:20:31: und da gab es natürlich nur viele die gesagt haben oh das ist jetzt extrem gefährlich.
00:20:36: gib uns vielleicht mal kurzen Abriss, so uralte Viren die irgendwo liegen oder im Boden sind.
00:20:42: Oder vielleicht einen alten Facher ohne Kräbern seit dreitausend Jahren schlummern und plötzlich macht da jemand eine Kammer auf.
00:20:49: ist das ne reelle Gefahr?
00:20:51: Oder ist es ja ich sag mal eine schöne Schlagzeile vor allem
00:20:55: online?
00:20:56: Naja sagen wir mal mit Blick auf diesen aktuellen Befund oder dass was man entdeckt hat also diese Vieren wurden quasi reaktiviert Da zeigt sich, das hat keinen direkten Einfluss auf den Menschen.
00:21:12: Grundsätzlich gilt wenn wir Viren finden die humanen eben auch zum Problem werden können dann könnte das ein Thema werden in dem Falle jetzt nicht.
00:21:22: aber spannend ist natürlich wenn plötzlich etwas auftaut was jahrelang stark gefroren war und dass bringt uns natürlich zum anderen thema nämlich klimaveränderung klimawandel Und damit auch Freilegen von Strukturen, wo das eben vorher nicht der Fall war.
00:21:38: Dass die Überlegungen natürlich besteht.
00:21:40: okay hier werden uralte Viren wieder rausgegeben, die noch gar keine Rolle gespielt haben.
00:21:46: Ein Risiko ist definitiv dafür da.
00:21:48: jetzt darauf bezogen halte ich es für aktuell eher in der Einordnung als lösbar oder auch nicht für ein menschliches Problem.
00:21:57: gerade
00:21:58: Viren gehören zu den faszinierendsten und zugleich rätselhaftesten Akteuren der Biologie.
00:22:04: Sie sind keine klassischen Lebewesen, trotzdem haben sie die Evolution des Lebens unser Immunsystem und eben auch viele Krankheiten entscheidend geprägt.
00:22:12: Und Leute wir bleiben beim Thema Mikroorganismen im nächsten Health Nerds Deep Dive heute in einer Woche.
00:22:19: da sprechen wir über Pilze!
00:22:21: Eine weitere oft unterschätzte Welt zwischen Medizin und Mikrobiologie.
00:22:26: Wir gucken uns das sehr genau an, was Pilze genau sind, wie sie funktionieren, was Sie machen im Deep Dive hier bei den Health Nerds.
00:22:31: Bis dahin bleibt neugierig und bleibt gesund!
00:22:34: Vielen Dank!
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